Abriss des alten Olper Bahnhofs steht fest - der Wiederaufbau nicht
Rat fasst Klarstellungsbeschluss
- Olpe, 11.07.2025
- Politik
- Von Wolfgang Schneider
Olpe. Das alte Bahnhofsgebäude in Olpe wird wie geplant abgerissen. Das hat die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend, 10. Juli, mehrheitlich beschlossen und damit klargestellt, dass der April-Beschluss von April 2023 Gültigkeit hat – unabhängig von dem im April 2025 beschlossenen vorläufigen Aussetzen der Rathaus-Pläne. Einen solchen klarstellenden Beschluss hatte der Landrat angeregt.




Ob das Bahnhofsgebäude allerdings, wie bislang angedacht, in der bisherigen Optik wieder neu errichtet wird, ist noch nicht sicher. „Die Planungen zum Wiederaufbau des Bahnhofsgebäudes bleiben bis zur konzeptionellen Neuausrichtung der Planungen zum Bürgerhausneubau ausgesetzt“, heißt es im zweiten Teil des Beschlusses. 19 Ratsmitglieder von CDU und OLO stimmten für den Abriss, 10 Vertreter von Grünen und SPD dagegen. Zudem gab es fünf Enthaltungen der UCW.

Vor großer Kulisse – etwa 50 Zuhörer saßen im Ratssaal – diskutierten die Ratsmitglieder über eine Stunde lang engagiert und kontrovers. Der Antrag der Grünen, den Beschluss aus 2023 zu Abriss und Wiederaufbau aufzuheben und ein qualifiziertes Gutachten über den Zustand des Bahnhofgebäudes in Auftrag zu geben, wurde mit 12 Ja- gegen 22 Nein-Stimmen abgelehnt.
„Warum jetzt ein Stück Stadtgeschichte abreißen, ohne dass wir wissen, wie es mit dem Rathaus weitergeht?“, fragte Zaklina Janson (Grüne). „Wir haben zehn Jahre Planungszeit ad acta gelegt. Kommt es da jetzt auf zwei weitere Jahre an?“, meinte sie angesichts der ausgesetzten Rathaus-Pläne. Volker Reichel (SPD) sprach sich eindringlich dafür aus, dem neuen Stadtrat die Entscheidung über Erhalt oder Abriss zu überlassen. Er appellierte an die CDU-Mehrheit: „Geben sie dem Bahnhof diese Zeit!“

Bürgermeister Peter Weber machte deutlich, dass der Abriss seinerzeit nicht von leichter Hand und ohne fundierte Grundlage beschlossen worden sei. Er fuße auf den Empfehlungen von drei Fachbüros und einer geologischen Baugrunduntersuchung. Weber warnte: „Der Auftrag zum Abriss ist vergeben. Wenn wir ihn widerrufen, drohen Kosten im deutlich sechsstelligen Bereich.“

Christian Ratte (UCW) betonte, für seine Fraktion sei klar, dass der April-Beschluss auch den Abriss des Bahnhofsgebäudes beinhalte. Gleichwohl werde sich die UCW enthalten, denn: „Die CDU hat die absolute Mehrheit und soll die Sache alleine zu Ende bringen.“

CDU-Fraktionschef Frank Clemens sagte: „Für uns hat sich seit dem Abriss-Beschluss von 2023 nichts geändert. Der Erhalt des Gebäudes macht keinen Sinn und die Mehrkosten wären sehr hoch.“ Mit dem Beschluss von April 2025, die Rathaus-Planungen zu pausieren, sei nie gemeint gewesen, den Bahnhof erhalten zu wollen.
Matthias Koch (Grüne) plädierte für die Sanierung des Bahnhofs. Attendorn, Grevenbrück, Kreuztal und Hützemert hätten es geschafft, alte Bahnhöfe zu erhalten. Marco Kiesering (CDU) verwies darauf, für den Abriss habe es 2023 mit 22 Ja- gegen 8 Nein-Stimmen eine klare Mehrheit gegeben. „Der Beschluss war eindeutig. Warum sollen wir das jetzt noch schieben?“
„Es hat einen fast kompletten Reset der Planungen gegeben. Deshalb verstehen die Menschen nicht, warum am Abriss festgehalten wird“, sagte Volker Reichel unter dem Beifall der Zuhörer.
Bürgermeister Weber widersprach: „Es gibt keinen Reset und es ist nicht so, dass hier alles eingestampft worden ist.“ Es gebe verschiedene Varianten, aber klar sei, dass irgendwas auf dem Gelände gebaut werde. Nach einigen kontroversen Wortbeiträgen stimmte der Rat schließlich wie erwähnt ab.
