28 Jahre Balthasar - Vater: „Ohne euch hätten wir das nicht geschafft“
Erstes Kinderhospiz in Deutschland
- Olpe, 18.09.2026
- Gesundheit & Medizin , Verschiedenes
Olpe. Als das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar am 18. September 1998 zum ersten Mal seine Türen für Familien mit lebensverkürzt erkrankten Kindern öffnete, wurde der Grundstein für die künftige stationäre Kinder- und Jugendhospizarbeit in ganz Deutschland gelegt. in Deutschland gab es seinerzeit weder für die Umsetzung noch die Finanzierung Vorbilder.

Die Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO) waren dennoch bereit, diesen Weg mitzugehen und die Trägerschaft zu übernehmen - auch wenn sich die Arbeit bis heute zu einem großen Teil durch Spenden finanzieren muss.

Und so entstand Deutschlands erstes Kinder- und Jugendhospiz in der Kreisstadt im Sauerland. Seit 28 Jahren ist es wesentlich mehr als eine Einrichtung für unheilbar kranke Kinder und Jugendliche. Das „Balthasar“ ist eine Herberge, ein Zufluchtsort, ein Ort zum Erholen und Kraft schöpfen. Kurz: ein zweites Zuhause auf Zeit.
Mehr als 1.200 Familien wurden hier bisher begleitet. Familien, bei deren Kind eine unheilbare, lebensverkürzende und oft sehr seltene Erkrankung diagnostiziert wurde und deren Alltag vollkommen auf den Kopf gestellt wurde. Ein kräftezehrender Weg beginnt, denn nach und nach verlieren die Kinder fast sämtliche Fähigkeiten. Dazu können auch Probleme in der Partnerschaft kommen. Viele Beziehungen zerbrechen an der Belastung im Spagat zwischen Pflege und Trauer.

Das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar fängt die Familien auf. Jeder wird so angenommen, wie er ist. Die erkrankten Kinder werden rund um die Uhr von den Pflegekräften versorgt. Eltern werden entlastet. Geschwister finden im psychosozialen Team und auch unter den anderen Geschwistern Gesprächspartner, gegenüber denen sie sich öffnen können. Die ganze Familie hat Zeit füreinander – und für die schönen Momente des Lebens.
Wenn sie in Olpe sind, können sowohl Eltern als auch Geschwister einmal auf eigene Bedürfnisse hören. Außerdem bleibt Zeit für Gespräche, für gemeinsame Ausflüge oder für die Angebote im Haus wie Klinikclowns, Therapiebegleithund oder Musiktherapie.

In der letzten Lebensphase des Kindes kann die Familie sofort ins Haus kommen und bis zur Beerdigung des Kindes bleiben. Jeder Mensch trauert auf seine Weise. Besonders jetzt ist es wichtig, jedem Raum und Zeit so zu geben, wie er oder sie es braucht. Immer eng begleitet durch das Team im Kinder- und Jugendhospiz.

„Als unser Sohn gestorben ist, stürzte alles über uns zusammen. Ihr habt uns einfach an die Hand genommen und irgendwie da durch getragen. Ohne euch hätten wir das nicht geschafft.“, beschreibt ein Vater, wie er die Begleitung im „Balthasar“ empfunden hat.
