Nachrichten Wirtschaft
Wenden, 16.04.2021

Konzept für Apparatebau-Gelände kommt an

Schon Anfragen für mehr als 100 Arbeitsplätze im Gewerbepark Rothemühle

In den Gebäuden und Hallen der ehemaligen Firma Apparatebau Rothemühle planen zwei Investoren einen Gewerbepark.
In den Gebäuden und Hallen der ehemaligen Firma Apparatebau Rothemühle planen zwei Investoren einen Gewerbepark.
Wolfgang Schneider
Rothemühle. 80 Jahre lang war das große Firmengelände an der Wildenburger Straße in Rothemühle der Stammsitz des Unternehmens „Apparatebau Rothemühle“. In Glanzzeiten arbeiteten dort mehr als 600 Menschen. Nach mehreren Eigentümerwechseln und Namensänderungen gingen 2017 die Lichter aus. Nach dem Willen von Stefan Müller und Alexander Czenkusch soll bald wieder neues Leben in die alten Hallen einkehren.

Die beiden Männer wollen die Immobilie übernehmen und dort den „Gewerbepark Rothemühle“ schaffen. Ihre Vision ist es, in den Hallen und Bürogebäuden der kleinen und mittelständischen Unternehmen ein neues Zuhause zu bieten. Aus ersten Ideen haben sie ein Gesamtkonzept entwickelt, das im Wendener Haupt- und Finanzausschuss auf einhellige Zustimmung stieß.

Sondierung bis Ende April

Von der Gemeinde haben sie grünes Licht dafür erhalten, noch bis Ende April den Markt zu sondieren und unverbindlich zu erkunden, welche Firmen Interesse an einer Ansiedlung auf dem ehemaligen Apparatebau-Gelände haben. „Das läuft hervorragend. Viele würden lieber heute als morgen kommen“, berichtet Stefan Müller. „Es gibt so viele Interessenten, dass die 20.000 Quadratmeter Hallen- und Freifläche schon komplett zu vermieten wären und auch ein Großteil der 2.000 Quadratmeter Bürofläche schon belegt wäre.“

Das Konzept der beiden „waschechten Wendschen“ – Müller wohnt in Brün und Czenkusch in Elben – wirkt überzeugend. Sie wollen ein breites Spektrum von Kleinbetrieben in den Gewerbepark holen – vom Handwerker über Landschaftsbauer, Spediteur und Metallbauer bis zum jungen Start-up.

Alexander Czenkusch und Stefan Müller, hier in Halle 1, möchten dort gerne einen Gewerbepark schaffen.

„Der Bedarf ist da. Wir erleben eine überwältigende Resonanz. Die bisherigen Anfragen kommen zu 90 Prozent von Firmen“, erzählt Alexander Czenkusch. Ihm und Müller ist es wichtig, neues Leben in die alten Hallen und Büros zu bringen und Arbeitsplätze nach Rothemühle zu holen. „Wenn das realisiert wird, gibt es nach jetzigem Stand weit über 100 Arbeitsplätze. Das sind mehr als zum Zeitpunkt der Firmenschließung in 2017“, freuen sie sich.


Derzeit dürfen die Flächen nur temporär und maximal für ein Jahr genutzt werden. Das ist Vorgabe der Gemeinde Wenden als Eigentümer. Alexander Czenkusch ist mit seiner Spedition in Halle 1 eingezogen. Anfang Mai kommt eine neue Nutzung dazu, auf die die beiden Männer stolz sind. „Dann wird das große Maschinenhaus eines Windrads angeliefert. Es soll hier in einer Halle generalüberholt werden. Das ist doch was Modernes und Innovatives“, freuen sie sich.

Das Pförtnerhaus an der Einfahrt des insgesamt elf Hektar großen Geländes.

Ganz wichtig ist dem Duo ein gutes Miteinander mit den Nachbarn in den angrenzenden Straßen und den Dorfgemeinschaften in Rothemühle und Heid. „Niemand braucht Angst vor einer großen Verkehrsbelastung mit schweren Lastwagen zu haben. Wir wollen dorfverträgliches Gewerbe. Lärmintensive Betriebe und Zwei-Schicht-Betrieb soll es hier nicht geben“, stellen sie klar. Befürchtungen in Sachen Verkehrsbelastung relativieren sie: „Vom Pförtnerhaus bis zur Landstraße sind es gerade mal gut 100 Meter durch die Wildenburger Straße.“

„Unser Konzept ist ein Für- und Miteinander – sowohl im Gewerbepark als auch mit den Anliegern.“ Die Behauptung eines Anwohners, die ganze Nachbarschaft sei gegen den Gewerbepark, können sie angesichts von mehreren Gesprächen mit Nachbarn und den beiden Dorfvorstehern nicht nachvollziehen. Dabei habe es viel positives Feedback für ihre Pläne gegeben.

Die Halle 1 war mit Abmessungen von 109 mal 30 Metern bei zehn Metern Höhe einst die weitaus größte Fabrikhalle im Kreis Olpe.

Die vorhandene Infrastruktur wollen sie weiternutzen. Die imposanten Hallen abzureißen, ist für sie keine Option. „Wir möchten das so lassen, wie es seit 84 Jahren ist. Die Gebäude sind grundsätzlich okay. Wir müssen natürlich ordentlich Euros in die Hand nehmen, um einiges zu sanieren und modernisieren, aber grundsätzlich ist das okay hier“, sagt Alexander Czenkusch.


Ihm und Stefan Müller schwebt so etwas wie eine „Firmen-WG“ vor. Jeder Mieter soll nur für seine Produktions- bzw. Bürofläche zahlen und die gemeinschaftlichen Einrichtungen wie Parkfläche, Konferenz- und Aufenthaltsräume mit benutzen können.

Auf dem Gelände stehen 2.000 Quadratmeter Büroflächen zur Verfügung.

Müller und Czenkusch reden im Konjunktur, denn ob ihre ehrgeizigen Pläne aufgehen, liegt noch nicht in ihrer Hand. Eigentümer des gesamten Geländes ist die Gemeinde Wenden, die die Immobilie 2018 gekauft hat, um die zukünftige Nutzung selbst steuern zu können und Fehlentwicklungen zu vermeiden. Die Gemeinde hat bei einem Dortmunder Planungsbüro ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) in Auftrag gegeben, das am 19. Mai im Gemeinderat vorgestellt wird.

Dann wird sich zeigen, welche Ideen die Stadtplaner für das Industriegelände haben und welche Vorschläge die Bürger im Rahmen der Konzeptaufstellung eingebracht haben. Der Gemeinderat muss dann entscheiden, wie es in Rothemühle weitergeht – mit dem Zuschlag für Gewerbepark-Idee in den altehrwürdigen Apparatebau-Hallen oder mit einem (Teil-)Abriss der Gebäude und einer anderen Nutzung.

Ein Artikel von Wolfgang Schneider

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