Nachrichten Wirtschaft
Wenden, 15. November 2019

Projektgruppe erarbeitet Konzept

Nächste Hürde beim Dorfladen Ottfingen genommen

Mehr als 200 Ottfinger sprachen sich für die Weiterführung des Dorfladens aus.
Mehr als 200 Ottfinger sprachen sich für die Weiterführung des Dorfladens aus.
Foto: privat
Ottfingen. Noch ist nicht entschieden, dass es ab dem kommenden Jahr in Ottfingen einen Dorfladen geben wird. Aber ein weiterer wichtiger Schritt, die Nahversorgung durch das Engagement der Bürger im viertgrößten Ort der Gemeinde Wenden mittel- und langfristig zu sichern ist vollzogen. Das von der Projektgruppe „Dorfladen“ der Zukunfts-Werkstatt-Ottfingen vorgestellte Konzept überzeugte die 200 Anwesenden im Schützenhaus Ottfingen.

Sie stimmten am Ende der Versammlung einstimmig für die Weiterführung der Arbeiten zum neuen Dorfladen. Die Basis dafür: 350 gezeichnete Anteile bis Ende November.

„Für die weiteren Planungen ist es jetzt wichtig, dass wir verbindliche Zusagen für den Kauf von Genossenschaftsanteilen bekommen“, erläutert Olaf Arns, Mitglied der Projektgruppe, die zunehmende nächste Hürde. Bis Ende November sind die Ottfinger Bürger aufgefordert, durch eine verbindliche Absichtserklärung Genossenschaftsanteile zu zeichnen. Wert eines Genossenschaftanteils beträgt 250 Euro Der Wert eines Anteils beträgt dabei 250 Euro. „Wir benötigen eine breite Unterstützung im Ort und dies wird sich durch die Anzahl der Genossenschaftsmitglieder ausdrücken müssen“, so Arns weiter.

Der entsprechende Vordruck wurde bereits am Eingang an jeden Teilnehmer der Dorfversammlung ausgegeben, kann aber auch bei den Mitgliedern der Projektgruppe abgeholt oder auf der Webseite www.ottfingen.info (siehe Link) heruntergeladen werden.

„Die Unterschriften kommen allerdings nur zum Tragen, wenn es in der für Anfang Januar geplanten Gründungsversammlung tatsächlich zu einer Versorgungsgenossenschaft kommen wird“, erläuterte Arns abschließend.Konzept in 500 Stunden erarbeitetPlausibel und transparent stellten die Mitglieder der Projektgruppe ihr in 500 Stunden erarbeitetes Konzept vor, wie ein zukünftiger Dorfladen aussehen könnte und wie sich die Wirtschaftlichkeit langfristig darstellen lässt.

„Ein Dorfladen in Ottfingen ist machbar und kann sich langfristig etablieren“, so Stefan Clemens, der die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung vorstellte. Dabei dankte er den Inhabern des jetzigen Lebensmittelmarktes, Michael und Ilona Arns, die ihr Geschäft zum Jahresende aufgeben werden. Die Projektgruppe wurde mit den Zahlen der vergangenen Jahre versorgt, die eine Basis für die Zukunftsplanung bilden.Kunden partizipieren als Eigentümer am Erfolg des DorfladensDie Vorteile eines genossenschaftlich geführten Ladens: Beantragung von Fördergeldern, viele Kunden wären auch Eigentümer und partizipieren am Erfolg des Dorfladens. Die Projektgruppe rechnete vor, dass bei 380 Genossenschaftsmitgliedern ca. 160 Euro pro Monat und Haushalt im eigenen Lebensmittelgeschäft umgesetzt werden müssten. Damit wäre der größte Anteil des benötigten Umsatzes garantiert und die langfristige Zukunft des Ladens gesichert.Einladende Einkaufsatmosphäre „Wir planen nicht mit ehrenamtlichen Kräften. Der Laden muss sich mit bezahlten Arbeitskräften rechnen, wenn wir langfristig überleben wollen. Der Laden muss also so gestaltet sein, dass wir mit möglichst wenig Personal eine möglichst hohe Effizienz erreichen“, so Jochen Bruch.

„Wir möchten, dass die Einkaufsatmosphäre die Kunden dazu einlädt, gerne in den Dorfladen zu kommen und auch über den Einkauf hinaus etwas zu verweilen“, so Jochen Bruch weiter. Diese Möglichkeit wird durch eine kleine Sitzecke geboten, wo es zukünftig ein Angebot an belegten Brötchen, Frikadellen oder Würstchen sowie warmen und kalten Getränken, auch über Mittag, geben soll.  Leader-Antrag in Vorbereitung Um das neue Konzept realisieren zu können, bedarf es Fördergeldern. Ein entsprechender Antrag bei LEADER ist in Vorbereitung. „Sollten wir keine Unterstützung bekommen und somit kein neues, sich von den großen Geschäften differenzierendes Konzept fahren können, wird es schwierig mit dem langfristigen Erfolg“, so Jochen Bruch.
(LP)

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