Nachrichten Wirtschaft
Wenden, 13. Oktober 2017

Unternehmen aus Gerlingen zeigen Eigeninitiative

Hoffnung auf Breitbandausbau im Industriegebiet „Auf der Mark“

Bei der Firma Sunflex fand am Donnerstag, 12. Oktober, ein Symposium zum Thema Breitbandausbau im Gewerbegebiet
Bei der Firma Sunflex fand am Donnerstag, 12. Oktober, ein Symposium zum Thema Breitbandausbau im Gewerbegebiet "Auf der Mark" statt.
Foto: Christine Schmidt
Gerlingen. Schnelles Internet für die Gemeinde Wenden – nur das Gewerbegebiet „Auf der Mark“ hinkt hinterher. Das Förderprogramm zum Breitbandausbau greift hier nämlich nicht. Ein Problem für die für die ansässigen mittelständischen Unternehmen, die auf schnelle Datenübertragungsraten angewiesen sind. Wie der Breitbandausbau jetzt gelingen soll? Um endlich Klarheit zu schaffen, hatte die Firma Microdata Systemhaus GmbH zu einem Symposium eingeladen, das am Donnerstag, 12. Oktober, stattfand.

„Wo wollen wir hin? Wo geht der Zug hin?“ Mit diesen Fragen stieg Martin Meiswinkel von der Firma Microdata Systemhaus GmbH in die Veranstaltung ein. Ziel des Abends sollte es sein, Klarheit und Transparenz zu schaffen. Zum Thema Breitband habe man beispielsweise von drei Verantwortlichen der Telekommunikationsunternehmen fünf verschiedene Aussagen bekommen, so Meiswinkel. Deshalb wurden alle Unternehmen des Industriegebiets sowie die Deutsche Telekom und Teliko für das Sympiosium an einen Tisch geholt, um „Tacheles“ zu reden.

Bei einer Veranstaltung mit Landrat Frank Beckehoff hatte das Gebiet „Auf der Mark“ bereits vor einigen Wochen die Absage zur Förderung des Landes NRW erhalten. Grund sei die sogenannte „30 Mbit-Schwelle“. Gebiete, denen eine solche Verbindung zur Verfügung steht, seien gut versorgt und somit von Fördergeldern ausgeschlossen. Das gilt auf für das Gewerbegebiet „Auf der Mark“. Martin Dornseifer, Breitbandbeauftragter des Kreises Olpe, machte deutlich, dass es für die Unternehmen zwar gemeinsam möglich wäre, bei den Fördergebern erneut anzuklopfen, aber „das geht alles nicht so schnell.“ „Das Tor zur Welt ist ein Gartenschlauch“ Und genau das ist das Problem. Meiswinkel betonte, dass viele Betriebe nicht mehr so lange warten wollten bzw. könnten: „Wir brauchen ein Netz, um im globalen Markt bestehen zu können. Wir werden bereits auf der Datenautobahn überholt. Das Tor zur Welt ist ein Gartenschlauch.“ Er führte fort, dass besonders IT-Unternehmen nur schlecht agieren könnten und sich nun alle eindeutige Aussagen und Möglichkeiten wünschten, um Planungssicherheit zu haben.

„Es gibt Perspektiven“, stieg Reinhard Rohlander von der Deutschen Telekom ein. „Ich habe Lösungen mitgebracht.“ Einige Firmen hätten schon Glasfaser-Leitungen, was aber standardmäßig nicht überall der Fall sei. Generell bestehe aber die Möglichkeit, Glasfaserkabel zu nutzen, so Rohlander, allerdings koste die Verlegung eines Kilometers rund 70.000 Euro und auch ein Verteilerkasten läge bei circa 40.000 Euro. Er verwies auf das Produkt „Mehr Breitband für mich“, an dem sich die Unternehmer finanziell gemeinsam beteiligen könnten.
Rohlander veranschaulichte den Teilnehmern die Situation an einem Beispiel. „Denken Sie in Datendurchsatz, nicht in Bandbreite.“ Eine Autobahn sei wie ein Glasfaserkabel. Zwar gäbe es dort genug Platz für alle, aber wenn alle Fahrer gleichzeitig unterwegs seien, käme es auch hier zu schleichendem Verkehr und vollen Straßen – genauso wie bei der Internetverbindung. Deshalb sei es vor allem für Firmen am sinnvollsten, ihre eigenen Bandbreiten zu zu erzeugen.

Auch Katharina Demare vom Unternehmen „Teliko“ aus Limburg an der Lahn war anwesend und erklärte den Teilnehmern die Vorgehensweise und Produktpalette. Auch Teliko bietet den Unternehmen private Glasfaseranbindungen an. Veranstaltung schafft Klarheit Die Vorträge der anwesenden Telekommunikationsunternehmen brachten Klarheit und etwas entspanntere Gesichter. Die Gewerbetreibenden ließen verlauten, dass sie keine Zeit mehr verlieren wollen: „Ich will jetzt endlich meine Autobahn“, hieß es von Ernst Schneider der Firma Sunflex. „Wir brauchen diese hohen Leistungen, um in die Welt zu kommunizieren.“

Meiswinkel zeigte sich nach der Infoveranstaltung zufrieden: „Wir haben endlich Transparenz geschaffen. Für mich ist das Ergebnis am Wichtigsten, dass es ein Programm und einen realisierbaren Weg gibt. Jetzt müssen wir das nur noch realisieren.“ Die Unternehmen aus dem Industriegebiet „Auf der Mark“ sollen nun erneut angesprochen und angeschrieben werden, um sich für die Planung zusammen zu setzen.
Ein Artikel von Christine Schmidt

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