Nachrichten Wirtschaft
Olpe, 06.02.2021

LokalPlus blickt hinter verschlossene Türen - im Freizeitbad Olpe

Warum die Wassertemperatur trotz Lockdown jenseits der 20 Grad liegt

Das Freizeitbad in Olpe ist seit November für Besucher geschlossen. Das befreit die Betreiber allerdings nicht vor Arbeit.
Das Freizeitbad in Olpe ist seit November für Besucher geschlossen. Das befreit die Betreiber allerdings nicht vor Arbeit.
Nils Dinkel
Olpe. Die Schwimmmeister befinden sich in Kurzarbeit, die Auszubildenden und Techniker halten die Stellung und Besucher müssen seit langem draußen bleiben. Im Freizeitbad Olpe steht die Arbeit trotz Corona-Zwangschließung nicht still. Aber: Sie hat sich verändert. Trotzdem hofft man, bald wieder öffnen zu dürfen. Ein Blick hinter verschlossene Türen.

Wer glaubt, das Wasser in den Becken werde abgelassen und zum Ende des Lockdowns einfach wieder aufgefüllt, der irrt. Auch trotz monatelanger Schließung sei das nicht ohne weiteres möglich, erklärt Betriebsleiter Klaus Spille. Arbeit sei zur Genüge da, die Aufgabenfelder hätten sich jedoch verändert.

Klaus Spille führte LokalPlus durch den Bade- und Saunabereich sowie in die „Katakomben“ des Bades. Die hochsensible Technik kann auch im Lockdown nicht auf Eis gelegt werden.

So nutzt man die Zeit ohne Besucher für diverse Wartungs- und Revisionsarbeiten. Hinzu kommen täglich notwendige Kontrollen. „Wenn man hier einfach abschließt, richtet das immense Schäden an. So müssen wir unsere Außensaunen einmal wöchentlich beheizen. Sonst verzieht sich das Holz durch die Kälte“, erzählt Klaus Spille.

Die Technik laufe in weiten Teilen im Eco-Betrieb auf 50 bis 60 Prozent weiter. Und die Wassertemperatur der einzelnen Becken werde bei 20 bis 23 Grad gehalten. Der Beckenkörper im Keller dürfe sich nicht zu sehr auskühlen. In diesem Temperaturbereich könnte man Setzrisse verhindern.

Lockdown wirkt sich auf Arbeit der Azubis aus

Der Lockdown wirke sich auch besonders auf die drei Auszubildenden aus, so Spille. Corona erschwere den Markt und die Zahl der Bewerber gehe zurück. „Von fünf Plätzen haben wir drei belegt. Ein Auszubildender beendet im Sommer seine Ausbildung zur Fachkraft für Bäderbetriebe“, erzählt Klaus Spille.

„Unser Auszubildender, der im Januar seine Ausbildung abgeschlossen hat, wechselte nahtlos in ein Arbeitsverhältnis bei uns“, freut sich Astrid Renko-Bröcher aus der Verwaltung.


Natürlich könne man derzeit nicht alle Ausbildungsinhalte übermitteln, so Klaus Spille. „Die Öffentlichkeitsarbeit, die Kontakte zu den Menschen, das Überwachen des Badebetriebs und die Kursangebote fallen vollständig weg“, vertieft Astrid Renko-Bröcher.

Mehr Schwerpunkte auf technische Inhalte

Dafür könne man auf gewisse Inhalte spezifischer eingehen, die sonst etwas zu kurz kämen. Hierzu zählten etwa technische Belange. Derzeit erneuern zwei Techniker und die Auszubildenden die Textilsauna, die bis zu 190.000 jährlichen Besuchern zugänglich ist.

„Die Ruhebänke sind verschlissen. Zudem werden die Fugen erneuert und ein Bodenabfluss angebracht. Da packen unsere Lehrlinge natürlich mit an“, so Klaus Spille. Zudem nutzte man die Zeit für weitere Wartungsarbeiten. „Wir erneuern die Fliesen im Whirlpool“. Auch an der Rutsche, dem Zugang und dem Landebecken wurde in den vergangenen Wochen gearbeitet.


Berufsschule findet an zwei Tagen pro Woche von zu Hause aus statt. Außerdem nutze man die Zeit, um gewisse Inhalte noch einmal vor Ort zu vertiefen. „So viel Zeit dafür hätten wir im Regelbetrieb nicht“, so Klaus Spille.

Freizeitbad seit November geschlossen

Für Besucher ist die Bade- und Saunalandschaft des Freizeitbades Olpe seit dem 2. November geschlossen. Auch Kursangebote sind seither gestrichen. „Wo sich sonst die Kinder beim Schulschwimmen tummeln, hört man jetzt das Wasser plätschern“, so Klaus Spille.

Etwa 30 Mitarbeiter befinden sich in Kurzarbeit. Zahlreiche Aushilfskräfte können ihre Arbeit nicht ausführen. Und die Kosten? „Die laufen weiter. Die staatlichen Förderungen sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, erklärt Betriebsleiter Spille. Wann es weitergehen könnte, ist offen: Wir rechnen nicht damit, dass wir die Ersten sind, die den Betrieb wieder aufnehmen dürfen“, so Astrid Renko-Bröcher. Und weiter: „Es wird Zeit, dass es sich hier wieder mit Leben füllt!“

Teilöffnung nicht wirtschaftlich

Und wenn es soweit sei, bedürfe es einer etwa einwöchigen Vorlaufzeit. Dann warte der Generalputz und die Mitarbeiter müssten aus der Kurzarbeit geholt werden.

Eine Teilöffnung können sich Astrid Renko-Bröcher und Klaus Spille nicht vorstellen. „Der Kosten-Nutzen-Faktor ist dann trotz hohem Personalaufwand überschaubar. Hinzu kommt, dass die Badegäste dann unzufrieden sind, weil gewisse Bereiche wie Rutschen oder der Whirlpool, gesperrt bleiben müssten“, so das Verwaltungspersonal.

Ein Artikel von Nils Dinkel

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