Nachrichten Wirtschaft
Olpe, 06.01.2021

„Partnerschaft zum beiderseitigen Vorteil“

GFO übernimmt Mehrheit der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen

Das St.-Martinus-Hospital Olpe gehört zur Katholischen Hospitalgesellschaft.
Das St.-Martinus-Hospital Olpe gehört zur Katholischen Hospitalgesellschaft.
privat
Olpe/Kreis Olpe. Die Gespräche zwischen der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen und dem GFO-Verbund (Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe) sind weitgehend erfolgreich abgeschlossen worden: Beide christlichen Träger – jeweils mit Sitz in Olpe – sind sich einig, gemeinsam in die Zukunft gehen zu wollen.

Das vermelden die beiden Organisationen am Mittwochnachmittag, 6. Januar, in einer gemeinsamen Presseerklärung. Konkret bedeutet dies: Die Katholische Hospitalgesellschaft Olpe soll in den GFO-Verbund integriert werden.

GFO-Zentrale in Olpe

Die GFO ist eine sozial karitative Trägergesellschaft mit Sitz in Olpe. Sie betreibt rund 60 Einrichtungen in der Kinder- und Jugendhilfe, der Altenhilfe, im Krankenhausbereich und im Bildungssektor in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Aktuell arbeiten über 10.000 Mitarbeitende im GFO-Verbund.

Zur Katholischen Hospitalgesellschaft in Olpe gehören das St. Martinus-Hospital in Olpe mit knapp 400 Betten und das St. Josefs-Hospital in Lennestadt mit rund 200 Betten. Außerdem sind vor allem drei Medizinische Versorgungszentren (Olpe, Wenden und Lennestadt) sowie sechs Pflegeeinrichtungen, ein ambulanter Pflegedienst und die Fortbildungsakademie für Gesundheitshilfe in Olpe und Umgebung Teil des Verbundes.

Verwaltungsrats-Vorsitzender Wilhelm Rücker.

Wilhelm Rücker, der Vorsitzende des Verwaltungsrates der Hospitalgesellschaft, sagt: „Schon 2019 haben wir begonnen, mit der GFO über die Einbindung in deren Verbund zu sprechen und eine damit erwünschte langfristige Sicherung und Stärkung unserer Einrichtungen und Arbeitsplätze zu erreichen.“


Rückwirkend zum 1. Januar 2021 soll die GFO 51 Prozent der Anteile an der Katholischen Hospitalgesellschaft übernehmen (weitere Gesellschafter sind die Kirchengemeinden St. Martinus Olpe und St. Agatha Altenhundem sowie die Cura GmbH als Beteiligungsgesellschaft des Erzbistums).

Das St.-Josefs-Hospital in Altenhundem.

Darüber besteht zwischen den beiden Trägern Einigkeit. Es stehen lediglich noch die formalen Beschlüsse aus. Corona-bedingt waren bisher keine Präsenzveranstaltungen der zuständigen Gremien möglich.

Für die Integration der Katholischen Hospitalgesellschaft in den GFO-Verbund ist auch noch die Zustimmung des Kartellamtes erforderlich. Mit dem geplanten Zusammenschluss reagieren die beiden Träger auch auf die Anforderungen der anstehenden Krankenhausplanung in NRW. Diese Anforderungen seien in kleinen Strukturen oder gar als einzelnes Haus nicht mehr zu erfüllen. Zusammenschlüsse sind daher politisch gewollt, medizinisch sinnvoll und ökonomisch erforderlich.

Geschäftsführer Johannes Schmitz verlässt die Hospitalgesellschaft.

Der bisherige Geschäftsführer der Katholischen Hospitalgesellschaft, Johannes Schmitz, wird das Unternehmen auf eigenen Wunsch Ende Januar verlassen und die Geschäftsführung einer anderen großen Krankenhausgesellschaft übernehmen. Für einen mittelfristigen Übergang steht ab 1. Februar 2021 Dr. Gereon Blum als Interimsgeschäftsführer zur Verfügung, der zuletzt fast zwei Jahrzehnte lang am Krankenhaus Düren als Geschäftsführer tätig war.


Zusätzlich wird Ingo Morell, Mitglied der Geschäftsleitung der GFO und Geschäftsführer der Maria Theresia Bonzel-Stiftung (Hauptgesellschafterin der GFO), als Generalbevollmächtigter in der Geschäftsleitung der Hospitalgesellschaft mitwirken.

GFO-Geschäftsführer Markus Feldmann.

Mit dem GFO-Verbund hat die Katholische Hospitalgesellschaft nach eigener Auffassung einen starken Partner gefunden. Auch aus Sicht der GFO macht der Zusammenschluss Sinn: „Mit dem geplanten Zusammenschluss finden zwei langjährige Partner zusammen“, sagt der Sprecher der GFO-Geschäftsführung, Markus Feldmann.

Er erklärt: „Die GFO ist im Kreis Olpe bereits mit zahlreichen Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Altenhilfe vertreten. Mit der Katholischen Hospitalgesellschaft schaffen wir einen starken lokalen Verbund. Es handelt sich daher um eine Partnerschaft zum beiderseitigen Vorteil.“

(LP)

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