Nachrichten Wirtschaft
Lennestadt, 15. Dezember 2018

Technik

Zwei Lennestädter wollen mit Ortungssystem „Localino“ die Welt erobern

Selbstbewusst, innovativ und von ihrem Projekt absolut überzeugt: David Löher (links) und Steffen Heuel.
Selbstbewusst, innovativ und von ihrem Projekt absolut überzeugt: David Löher (links) und Steffen Heuel.
Foto: FACT-Werbeagentur
Lennestadt. Noch ist es eine Start-up-Firma im Frühstadium. Mittelfristig aber soll aus „Localino“ ein eigenständig wachsendes und profitables Unternehmen werden. David Löher und Steffen Heuel, beide 34, beide aus Lennestadt, sehen sich auf einem guten Weg: Ihre Produkte für Ortung und Laufweg-Analysen von Personen und Objekten in geschlossenen Räumen verkaufen sie bereits in über 40 Länder in aller Welt.

Alles begann Ende 2015 bei einer Weihnachtsfeier. Ein Einrichtungschef eines international tätigen Möbelkonzerns wandte sich an Steffen Heuel, den promovierten Elektrotechniker und Fachmann für Radartechnologie. Wie sich Bewegungen von Kunden möglichst effizient festhalten und analysieren lassen? Und ob sich daraus besonders interessante Bereiche und tote Winkel ableiten lassen, wollte der Einrichtungschef wissen.

Bisher angewandte Methoden – in der Regel Studenten, die das Kundenverhalten per Tablet-PC zu erfassen versuchen – seien schichtweg zu ungenau. Und damit kaum aussagekräftig. Funktechnologie als Antwort - und Lösung Steffen Heuel hatte eine Antwort: Funktechnologie. Eine Art GPS-System für geschlossene Räume. Darüber sprach er mit dem Einrichtungshauschef nur kurz. Dafür aber umso ausführlicher mit David Löher, den er seit Schulzeiten kennt und mit dem er in der Band „Night Delight“ Musik macht.
Das Prinzip: Ein Sender (Männchen mit gelbem Pfeil über den Kopf) sendet Signale an die in den Ecken installierten Empfänger aus. Diese Standort-Daten werden an einen Computer gesendet und hier ausgewertet.
Aus den Freunden und Musikern wurden im Handumdrehen Tüftler. Sie testeten diverse Produkte und Technologien und mussten schnell feststellen, dass die damaligen Ortungssysteme für geschlossene Räume „zu sperrig, zu kompliziert, nicht genau genug und wenig flexibel“ sind, wie David Löher heute sagt. Er hat Wirtschaftsingenieurwesen studiert und ist Experte für Projektmanagement und Business Development. „Dann machen wir das eben selbst“ „Die Funktechnologie steckte vor drei Jahren noch in den Kinderschuhen“, erklärt Löher. „Also haben wir gesagt: Wenn es das nicht gibt, bauen wir es eben selbst.“ Die beiden Lennestädter entwickelten die erste Version ihres „Localino“, damals noch als Entwickler-Kit, das sie über ihre Website mit Online-Shop verkauften. „Der Gedanke war, dass das ja vielleicht jemand brauchen könnte. Und plötzlich brauchte es gefühlt die ganze Welt“, sagt Löher rückblickend.
Egal, wie groß Lagerhalle, Klinik oder Geschäft sind: Mit "Localino" sollen Personen, Werkstücke und Fahrzeuge jederzeit auffind- und auswertbar sein.
Bei den Lennestädtern sind seitdem unter anderem Anfragen aus Europa, den USA, Chile und Indien eingegangen. Für den Kauf des „Localino“-Prototypen, aber auch Fragen nach speziellen Anwendungen. Für das „Tracking“ (deutsch: die Verfolgung bewegter Objekte) von Minenarbeitern, Senioren, Haustieren, Gabelstaplern, Hallenkränen und vielem mehr, um am Computer deren Verhalten analysieren und Prozesse und Sicherheit optimieren zu können.

Auch in Krankenhäusern soll das System eingesetzt werden. Löher erzählt von einer Studie, wonach bis zu 20 Prozent der Arbeitszeit für die Suche nach Ärzten und Equipment verloren gingen. Aus Bastel-Set wird Komplettlösung „Das Telefon stand nicht mehr still. Wir mussten feststellen, dass es für unser Produkt einen großen und breit gefächerten Markt gibt“, sagt Löher. Und so brachte er mit Steffen Heuel noch Ende 2016 eine optimierte „Localino“-Version heraus, diesmal als Entwickler-Kit. Und wiederum klingelte das Telefon nahezu ununterbrochen. Wieder konnten sich die Lennestädter vor Anfragen aus aller Welt kaum retten.
Handliches Format: Sender (rechts) und Empfänger.
Ende 2017 brachten sie die Version „Localino 3.0“heraus – als fertiges Hardware-System. Das besteht aus mehreren Empfängern, die an festen Punkten in einem Raum angebracht werden, und mobilen Sendern, die an beweglichen Objekten befestigt werden. Stark vereinfacht erklärt werden über Funksignale die Bewegungen und Aufenthaltsorte des Senders an die Empfänger weitergegeben, sodass ein Bewegungsmuster in einem Raum entsteht. Genau, einfach und erfolgreich Diese Daten werden direkt auf einen Computer übertragen und als Koordinaten angezeigt. Die Bewegungsmuster lassen sich dort auch „abspielen“. David Löher und Steffen Heuel bieten zwei- und dreidimensionale „Indoor-Lokalisierungen“ für beliebig große Räume an. Und versprechen ein System, das nicht nur zentimetergenaue Angaben liefert, sondern auch einfach zu bedienen ist.

Das System liefert exakte Daten – und damit konkrete Antworten bzw. Hilfe bei der Antwort auf Fragen wie diese:
  • Wie können Ärzte in einem Krankenhaus lokalisiert werden?
  • Wie können Werkstücke und Güter in Industriehallen effizient verfolgt werden?
  • Wie können Flurförderfahrzeuge einfach gesteuert werden?
  • Wie können Mitarbeiter davor geschützt werden, von einem Gabelstapler oder einer Baumaschine überfahren zu werden?
Kürzlich haben die beiden Entwickler eine neue Software gelauncht. Zudem ergänzen weitere Technologien, Beratung, Programmierung und Entwicklungsdienstleistungen das Portfolio des Unternehmens.
Über die "Localino"-Software lassen sich sämtliche Daten bis ins kleinste Detail erfassen und auswerten.
In mehr als 40 Länder haben die beiden Lennestädter ihr System zur Lokalisierung bislang verkauft. Beim „Medical Valley Digital Health Challenge DHC“ in Erlangen, einem Wettbewerb für effizientere Lösungen in der Gesundheitsversorgung, setzten zwei der zehn Gewinner-Teams 2017 auf das „Localino“-System. Professionell betriebenes Hobby „Porsche fahren wir nicht, aber die Testphase haben wir mehr als erfolgreich gemeistert“, sagt David Löher. Mittelfristig wollen die beiden „Localino“ wachsen lassen. Behutsam, aber mit einer klaren Ausrichtung: „Wir wollen zielgerichtete Produkte, Systeme und Beratung für die Indoor-Lokalisierung anbieten. Wir haben in den letzten Jahren eine gute technische Plattform geschaffen, mit der sich nun unterschiedlichste Kundenanforderungen umsetzen lassen“, sagt David Löher. Der 34-jährige Wirtschaftsingenieur wirkt dabei gelassen und pragmatisch. Und klingt gleichzeitig selbstbewusst und zuversichtlich.
Die nächsten Herausforderungen für den endgültigen Schritt aus der Start-up-Phase: Zum einen wollen die beiden Lennestädter jetzt Kooperationspartner aus Südwestfalen finden, am liebsten mittelständische Firmen, die „Localino“ nutzen. Sie suchen Firmen, die ihr System zu Testzwecken im größeren Stil nutzen und mit denen sich das Lokalisierungs-System weiterentwickeln lässt. Außerdem suchen David Löher und Steffen Heuel Elektronikentwickler und Programmierer, damit das Lennestädter Start-up-Unternehmen weiterwachsen kann.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

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