Nachrichten Wirtschaft
Lennestadt, 15. September 2016

Schnelleres Internet für 3700 Haushalte verfügbar

„Zukunftsfähig bleiben“

Armin Judas zeigt das Innenleben eines Glasfaserkabels.
Armin Judas zeigt das Innenleben eines Glasfaserkabels.
Fotos: Nils Dinkel
Lennestadt/Attendorn. Im Mai hatten Lennestadts Bürgermeister Stefan Hundt sowie Ralf Engstfeld und Armin Judas als Vertreter der Telekom den symbolischen Spatenstich für schnelleres Internet gesetzt. Am Donnerstag, 15. September, und damit knapp vier Monate später sind die Arbeiten des Telekommunikationsunternehmens abgeschlossen – und das vier Wochen schneller als geplant. Etwa 3700 Haushalte sollen im Vorwahlbereich 02721 künftig mit bis zu 100 Megabyte pro Sekunde (Mbit/s) im Down- und bis zu 40 Mbit/s im Upload surfen können.

Eine schnellere Datenrate soll den Kunden bereits ab Montag, 19. September, zur Verfügung stehen. Die Bewohner der Ortschaften Elspe, Grevenbrück, Hespecke, Sporke und Trockenbrück in Lennestadt und der Attendorner Ortsteile Borghausen, Dünschede, Niederhelden, Röllecken, Silbecke und St. Claas sollen nach dem Ausbau gleichzeitig telefonieren, surfen und fernsehen können.  
Gut gelaunte Gesichter: (von links) Wolfgang Schröder und Karsten Schürheck von der Stadt Lennestadt sowie Ralf Engstfeld und Armin Judas von der Deutschen Telekom an einem Telekom-Schaltkasten in Grevenbrück.
 Ralf Engstfeld, Regionalmanager Deutsche Telekom, dankte der Stadt Lennestadt für die Unterstützung unter anderem bei Wege- und Standortsicherung. Sofern es möglich sei, beziehe die Telekom hiesige Unternehmen beim Breitbandausbau mit ein. „Die kennen die Straßen und eventuelle Probleme, sodass dadurch Zeit gespart werden konnte.“ Mit der Firma Franz Berg beispieslweise habe ein hiesiges Straßen- und Tiefbauunternehmen an den Arbeiten in Elspe mitgewirkt. Kunde muss Wechsel auf schnelleres Netz beauftragenEngstfeld sagte, dass keine automatische Aktivierung des schnelleren Internets bei den Kunden erfolge. „Viele Kunden nutzen Technik, die nicht kompatibel ist. Wenn wir jetzt einfach alle Kunden mit dem neuen System koppeln, legen wir viele Haushalte lahm“, erläuterte Engstfeld. Interessierte hätten die Möglichkeit, online, telefonisch oder im Handel tätig werden. Außerdem würden Direktvermarkter direkt auf Kunden zugehen. In Lennestadt können (Neu-)Kunden unter anderem in den Telekom-Partner-Shops „Knosch.net“ oder bei „KM Multimedia“ zur schnellen Datenrate gelangen.
Armin Judas zeigt das Innere eines Telekom-Schaltkastens.
 Judas öffnete einen Schaltkasten in der Twiene in Grevenbrück. „Hier laufen Kupfer- und Glaskabel zusammen“, erklärte er. „Immer mehr werden die Kupferkabel, welche nicht so leistungsfähig sind, ersetzt“. Der Kunde müsse nur noch von Kupfer- auf Glasfaser umgesteckt werden. „Kapazitätsprobleme, auch bekannt als Portmangel, wird es nicht mehr geben“, sagte Judas. Die Glasfaserkabel würden mindestens 60 Zentimeter tief aber teilweise auch bis zu 120 Zentimeter unter der Erde verlegt. Lennestadt gut aufgestelltTheoretisch sei der Ausbau auch überirdisch möglich. Engstfeld sagte, dass mehr als 85 Prozent der Internetnutzer in Lennestadt mit einer Leistung von mehr als 16 Mbit/s surfen könnten. „In Verhältnis zu anderen Kommunen im Kreis ist Lennestadt sehr gut aufgestellt.“ Schürheck sagte dazu: „Lennestadt bleibt zukunftsfähig“.
Ralf Engstfeld (links) und Karsten Schürheck beim Pressetermin der Telekom.
 Auch das „Datenloch“ in Saalhausen thematisierten die Telekom-Vertreter zusammen mit Karsten Schürheck, Beigeordneter der Stadt Lennestadt, und Wolfgang Schröder (Stadt Lennestadt, Fachbereich Organisation und IT). „Saalhausen ist der Hauptschwerpunkt, der ausgebaut werden müsste. Die Ausschreibung läuft“, sagte Schröder. Der Zuschlag solle im ersten Quartal 2017 gegeben werden. (LP)

Den Ausbau und die schnellere Datenrate erklärt die Telekom wie folgt:
„1. Auf der Strecke zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und dem Multifunktionsgehäuse wird das Kupferkabel durch Glasfaserkabel ersetzt. Glasfaser ist das schnellste Übertragungsmedium. Das hohe Tempo hat allerdings seinen Preis: Das Verlegen von Glasfaser kostet rund 70.000 Euro pro Kilometer.

2. Die grauen Kästen am Straßenrand werden intelligent. Sie werden mit modernster Technik ausgestattet und zu einer Art Mini-Vermittlungsstelle. Hier werden unter anderem die Datenpakete vom Kupferkabel auf die Glasfaser übergeben. Diese sogenannten Multifunktionsgehäuse (MFG) werden über das Ausbaugebiet verteilt. Die Entfernung zwischen Kunde und MFG soll möglichst gering sein. Es gilt die Faustformel: Je näher der Kunde am MFG wohnt, desto höher ist seine Geschwindigkeit. 

3. Die Kupferleitung, die vom MFG zum Kunden führt, wird mit der Vectoring-Technik schneller. Die neue Technik beseitigt die elektromagnetischen Störungen, die auf der Kupferleitung auftreten. Dadurch ist mehr Tempo beim Herauf- und Herunterladen möglich.“
Ein Artikel von Nils Dinkel

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