Nachrichten Wirtschaft
Lennestadt, 13. August 2019

„Ich will keine Schlammschlacht“

Dalibor Divkovic äußert sich erstmals zu Vorwürfen

Ehemaliger Pächter der Hohen Bracht äußert sich erstmals zu Vorwürfen
Symbolfoto: Nils Dinkel
Lennestadt. Erstmals hat sich am Dienstag, 13. August, der ehemalige Pächter der Hohen Bracht, Dalibor Divkovic, zu den Vorwürfen rund um die Privatinsolvenz geäußert. Er hatte zu einer Pressekonferenz eingeladen, an der neben Medienvertretern auch zwei ehemalige Mitarbeiter teilnahmen. Divkovic fühlt sich nach eigenen Angaben ungerecht behandelt und möchte nun seine Unschuld beweisen.

Nach Bekanntgabe der Privatinsolvenz habe er sich zunächst aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen und deshalb nicht zu dem Thema geäußert, so Divkovic. Er betonte, wie schwierig es gewesen sei, die Hohe Bracht gut zu führen. „Das größte Problem ist, dass man kein Personal hat“, sagte der Gastronom. Den Fachkräftemangel habe er deutlich gespürt.

Dass seinKonzept nicht aufgegangen sei, sei auch der besonderen Lage des Wahrzeichens geschuldet. Denn Servicekräfte hätten es nicht so einfach, dorthin zu gelangen. Schüler zum Beispiel müssten von ihren Eltern gefahren werden. Außerdem sei der Restaurantbetrieb immer vom Wetter abhängig gewesen. Sechsstellige Summe investiert„Die Hohe Bracht ist ein riesiger Kostenapparat“, sagte Divkovic beim Pressegespräch. Er habe eine sechsstellige Summe investiert. „Ich habe schon zwei Unternehmen vor die Wand gefahren, weil ich alles in die Hohe Bracht investiert habe“, erklärte der Gastronom. Gemeint sind die Attendorner Restaurants „Mediterran“ und das Hotel Rauch (Anm. d. Red.).

Er selbst habe an das Konzept und die Idee geglaubt, aber „ich habe alles verloren“. Doch jetzt sei er froh, dass es vorbei sei, auch wenn es ihm für die Gäste leid tue. Gleichzeitig dankte er seinem Team für die Unterstützung: „Die Mitarbeiter haben mir immer den Rücken gestärkt.“ Immer Gehalt für alle Mitarbeiter Das gute Verhältnis lobten auch die anwesenden ehemaligen Mitarbeiter. Sie hätten es bei Dalibor Divkovic immer gut gehabt. Damit widersprachen sie ihren Ex-Kollegen, die sich bei LokalPlus gemeldet und angegeben hatten, dass sie weder Lohn bekommen hätten noch bei der Sozialversicherung angemeldet gewesen seien.

Das ließ Divkovic beim Pressetermin so nicht stehen. Zwar sei die Miete zuletzt nicht mehr an den Kreis Olpe geflossen, aber die Angestellten hätten immer ihren Lohn bekommen.

Dies bestätigten die Ehemaligen. Sie hätten, so wie alle anderen auch, ihre Kündigung sowie Arbeitsbescheinigung erhalten. Nur drei Damen des Teams hätten diese nicht annehmen wollen. Dem Vorwurf, dass einige der Mitarbeiter nicht angemeldet gewesen seien, widersprach Divkovic. Es werde derzeit gegen ihn geschossen und „einige Kollegen versuchen, mich durch den Dreck zu ziehen“. Einbruch in die Hohe Bracht Momentan habe er aber keinen Zugriff auf seine Unterlagen, so der Ex-Pächter, da sich diese beim Steuerberater sowie beim vorläufigen Insolvenzverwalter befänden.

Außerdem habe sich Ende Juli jemand Zugang zu den Büroräumen an der Hohen Bracht verschafft und die Unterlagen durchwühlt, sagte Divkovic im Pressegespräch. Nach seinen Angaben fehlt dadurch einiges an Daten. Esther Schöttke, Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde Olpe, erklärte auf Anfrage, dass dazu keine Anzeige erstattet worden sei, allerdings habe es an zwei Tagen einen Einsatz gegeben. „Hoffe, dass der Sandsturm bald vorbei ist“ Die zwei ehemaligen Angestellten sind zuversichtlich, dass sie neue Jobs in der Gastronomie finden. Jetzt warten sie erst einmal auf ihr Insolvenzgeld.     

Dalibor Divkovic ist dankbar, dass das Ehepaar Knoche die Bewirtschaftung der Hohen Bracht vorläufig übernimmt. „Jeder hat die Chance, sich zu realisieren und es besser zu machen als ich“, so der Attendorner. „Ich habe es gelebt und werde auch weiterhin Gastronom bleiben.“ Er wolle dem Sauerland weiter treu bleiben und hoffe, dass der „Sandsturm bald vorbei ist“.
Ein Artikel von Christine Schmidt

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