Nachrichten Wirtschaft
Kreis Olpe, 24. Februar 2018

Chancen im Handwerk nutzen

Zweites Speed-Dating mit geflüchteten Jugendlichen

40 junge Menschen und elf Arbeitgeber hatten beim Speed-Dating die Chance, sich kennenzulernen.
40 junge Menschen und elf Arbeitgeber hatten beim Speed-Dating die Chance, sich kennenzulernen.
Foto: Agentur für Arbeit Siegen
Kreis Olpe/Siegen. Ausbildungsstellen im Handwerk können immer schwieriger besetzt werden. Das spüren auch die Handwerksbetriebe in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe deutlich. Aus diesem Grund hatte der Integration Point Siegen kürzlich das zweite Speed-Dating zwischen Arbeitgebern im Handwerk und Jugendlichen mit Fluchthintergrund veranstaltet.

In Kooperation mit dem Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung und der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd wurden 40 junge Menschen mit Fluchthintergrund und elf Arbeitgeber beider Kreise zu einem persönlichen Kennenlernen in das Berufskolleg geladen.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Karl-Heinz Bremer, Schulleiter des Berufskollegs, Jürgen Hassler, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd und Frank Schmidt, Leiter der Siegener Arbeitsagentur. „Viele der Teilnehmer besuchen unsere Schule. Sie haben gute Deutschkenntnisse erworben und sind jetzt sehr motiviert eine Ausbildung in Deutschland zu beginnen“, so Bremer. Wenige Arbeitgeber nutzen Möglichkeit Jürgen Hassler ergänzte: „Integration gelingt am besten durch ein Beschäftigungsverhältnis. Im Handwerk ist ein Fachkräftemangel bereits heute spürbar und die Handwerksbetriebe wollen andere Wege gehen um ihre Ausbildungsstellen zu besetzen. Das ist ein guter Auftakt heute.“

Von den angemeldeten elf Arbeitgebern sind tatsächlich sieben erschienen. „Ich frage mich, ob der Mangel wirklich schon bei den Arbeitgebern angekommen ist. Sie bekommen hier eine sehr gute Chance Nachwuchs zu rekrutieren und manche nutzen diese Chance nicht. Wir haben hier zum Bespiel einige Jugendliche, die sich für eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker, Sanitär,- Heizungs- und Klimatechnik interessieren. Diese Ausbildungsplätze können wir schon seit Jahren nur sehr schwer besetzen. Aber der Arbeitgeber ist nicht erschienen“, berichtete Frank Schmidt.
Für die anwesenden Arbeitgeber und Teilnehmer war die Veranstaltung sehr erfolgsversprechend. Zu einer konkreten Vertragsunterzeichnung vor Ort ist es zwar nicht gekommen, jedoch haben einige Arbeitgeber Praktika vereinbart oder sich zu einem nächsten Gespräch mit den Teilnehmern verabredet.
(LP)

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