Nachrichten Wirtschaft
Kreis Olpe, 17. Oktober 2017

ver.di ehrt im Bezirk Olpe/Siegen rund 500 Jubilare

Viele Mitglieder wurden wieder persönlich in der Bismarckhalle geehrt. Vorne von links: Dieter Weber, Freudenberg (60 Jahre), Horst Päsler, Siegen (65 J.), Rolf Diehl, Hilchenbach (60 Jahre), Artur Gründer, Attendorn (65 Jahre), Friedhelm Lotz, Wenden (60 Jahre), Vorsitzende des Bezirksvorstands Elke Fleßner. Hinten von links: ver.di-Geschäftsführer Jürgen Weiskirch, Hans-Josef Schulte, Lennestadt (60 Jahre), Manfred Beuter, Bad Berleburg (60 Jahre), Heinrich Killet, Siegen (60 Jahre), Horst Ebbinghaus, Kreuztal (65 Jahre), Festredner Uli Dettmann.
Viele Mitglieder wurden wieder persönlich in der Bismarckhalle geehrt. Vorne von links: Dieter Weber, Freudenberg (60 Jahre), Horst Päsler, Siegen (65 J.), Rolf Diehl, Hilchenbach (60 Jahre), Artur Gründer, Attendorn (65 Jahre), Friedhelm Lotz, Wenden (60 Jahre), Vorsitzende des Bezirksvorstands Elke Fleßner. Hinten von links: ver.di-Geschäftsführer Jürgen Weiskirch, Hans-Josef Schulte, Lennestadt (60 Jahre), Manfred Beuter, Bad Berleburg (60 Jahre), Heinrich Killet, Siegen (60 Jahre), Horst Ebbinghaus, Kreuztal (65 Jahre), Festredner Uli Dettmann.
Foto: privat
Kreis Olpe/Siegen. Verdiente Mitglieder der Organisation zu ehren, ist ein fester Veranstaltungstermin im Gewerkschaftsjahr von ver.di. Und so war die festlich geschmückte Bismarckhalle am Donnerstagabend, 12. Oktober, gut besucht, denn die Gewerkschaft ver.di hatte zur großen Jubilarehrung für ihre Mitglieder aus dem Bezirk Siegen-Olpe eingeladen. Begleitet wurde die Veranstaltung von Gitarren- und Saxophonklängen des Duos Manfred Pohlmann und Dirko Jochum, die die Zuhörer unterhielten.

Rund 500 Jubilare im ver.di-Bezirk Siegen-Olpe, die in den Jahren 1947, 1952, 1957, 1967 und 1992 in die Gewerkschaft eingetreten waren, konnten insgesamt in diesem Jahr wieder auf ihre langjährige Mitgliedschaft zurückblicken. Zum Festakt hatte die Vorsitzende des ver.di-Bezirksvorstands Elke Fleßner den ehemaligen stellvertretenden Leiter des ver.di-Landesbezirks NRW Uli Dettmann eingeladen. In seiner Festrede ließ er die Chronik der Eintrittsjahre der Jubilare Revue passieren und zollte ihnen Respekt.

„Ihr habt Gewerkschaftsgeschichte mitgeschrieben. Ihr habt gemeinsam gestritten für menschenwürdige Arbeit, für Teilhabe an wirtschaftlichen Erfolgen und für ein Stück Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft. Ihr seid das, was Gewerkschaft ausmacht!“ Gemeinsam mit der Bezirksvorsitzenden Fleßner und dem Geschäftsführer des ver.di-Bezirks Siegen-Olpe Jürgen Weiskirch nahm er die Ehrungen vor und überreichte den Jubilaren eine Ehrennadel und ein Präsent als Anerkennung. Bundestagswahl auch ThemaAuch der Geschäftsführer der DGB-Region Südwestfalen Ingo Degenhardt ließ es sich nicht nehmen, ein Grußwort an die Gäste zu richten. Er ging auf die herben Verluste für die beiden großen Volksparteien und den Stimmenzuwachs der AfD bei der Bundestagswahl ein. „Die Ergebnisse sind für uns alle mehr als erschütternd. Mit dem Sachverhalt, dass auch Gewerkschaftsmitglieder die Rechtspopulisten gewählt haben, werden wir uns auseinanderzusetzen haben.“

Die „Schockstarre“ halte in Teilen immer noch an. „Demokratie ist kein Zuschauersport!“, rief er den Gewerkschaftskollegen zu. Gerade Gewerkschaftsmitglieder hätten eine Art Gespür für die Fragestellungen von sozialer Gerechtigkeit. „Für die Menschen, die sich um die Zukunft und um den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft Sorgen machen, sind wir das Sprachrohr.“ "Südwestfalen droht Altersarmut"In Südwestfalen seien viele Menschen von Altersarmut bedroht, warnte Degenhardt eindringlich weiter. In den drei Kreisen Siegen-Wittgenstein, Olpe und dem HSK hätten 47.000 Vollzeitbeschäftigte Ende letzten Jahres einen monatlichen Bruttoverdienst von weniger als 2.500 Euro zum Leben gehabt. Ein Bruttoeinkommen oberhalb dieser Grenze sei aber nötig, um nach 40 Beitragsjahren nicht in die Grundsicherung zu fallen.

Die Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus lag der Bezirksvorstandsvorsitzenden Fleßner besonders am Herzen. „Wir brauchen ein Rentenniveau auf dem heutigen Stand von 48 Prozent und eine weitere Anhebung auf 50 Prozent. Ohne einen Kurswechsel sinkt das Rentenniveau im Jahr 2030 auf bis zu 43 Prozent ab. Hier gibt es dringenden Handlungsbedarf und zudem auch bei der Finanzierung der Krankenversicherung. Die Kosten müssen wieder paritätisch, das heißt, zu gleichen Teilen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen werden.“

Beim Wiedersehen mit Kollegen, bei Essen und Getränken fand der Abend seinen Ausklang und bot Zeit für Austausch und Gespräche.
(LP)

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