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Kreis Olpe, 03. Januar 2017

Bilanz für 2016 fällt zufriedenstellend aus

IHK: Zahl der Lehrlinge geht um 1,3 Prozent zurück

IHK: Zahl der Lehrlinge geht um 1,3 Prozent zurück
Symbolfoto: IHK Siegen
Kreis Olpe. Im Jahr 2016 haben die Industrie- und Handelsunternehmen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe insgesamt 2181 Lehrverträge mit jungen Menschen abgeschlossen. Dies entspricht einem Rückgang von 1,3 Prozent. „Angesichts der ungebrochenen Studierneigung hatten wir deutlichere Rückgänge befürchtet. Das Ergebnis ist zufriedenstellend“, kommentierte IHK-Vizepräsident Jost Schneider die Lehrstellenbilanz 2016.

Die Unternehmen erhielten bereits deutlich weniger Bewerbungen als in den Vorjahren. Dieser Trend werde sich fortsetzen und das Fachkräfteproblem verstärken. „Wir müssen bei jungen Menschen noch intensiver für einen Karriereeinstieg über eine Lehre werben, insgesamt noch mehr Mittel in die schulische und die betriebliche Bildung investieren und zugleich die berufliche Integration junger Flüchtlinge weiter vorantreiben. Es gibt schließlich keine wirkungsvollere Integration als diejenige über Arbeit und Ausbildung“, so Schneider. 

Abermals registrierte die IHK deutliche Unterschiede zwischen den beiden Kreisen. „Während es konjunkturell im Kreis Olpe derzeit deutlich besser aussieht als im Siegener Kernraum, verhielt es sich auf dem Lehrstellenmarkt im vergangenen Jahr genau anders herum. Die Rückgänge konzentrierten sich auf den Kreis Olpe, in Siegen-Wittgenstein blieb das Ausbildungsvolumen stabil. Damit hatten wir nicht gerechnet“, ergänzte IHK-Geschäftsführer Klaus Fenster. Kreis Olpe: 30 Lehrverträge weniger Mit 734 Lehrverträgen stellten die Unternehmen im Kreis Olpe 30 junge Menschen weniger ein als im Jahre 2015 (minus 3,9 Prozent). Klaus Fenster: „Während im gewerblich-technischen Bereich eine Steigerung von 1,1 Prozent zu verzeichnen ist, musste in den kaufmännischen Berufen ein Rückgang von immerhin 8,5 Prozent hingenommen werden. Das ist schon erheblich.“ Deutlich weniger Lehrverträge wurden im Kreis Olpe in den Berufen des Handels (minus 21,9 Prozent), bei den Bankkaufleuten (minus 20,7 Prozent), im Hotel- und Gaststättengewerbe (minus 16 Prozent) und bei den Industriekaufleuten (minus 6,2 Prozent) abgeschlossen. Freuen konnten sich die Auszubildenden in den Lagerberufen (plus 22,2 Prozent). Hier weiteten die Unternehmen ihr Angebot deutlich aus. Mehr Ausbildungsplätze stellten die Unternehmen in Kirchhundem (plus 11,4 Prozent), Lennestadt (plus 5,9 Prozent) und Attendorn (plus 4,9 Prozent) zur Verfügung. In allen anderen Kommunen des Kreises Olpe sind Rückgänge zu verzeichnen. Siegen-Wittgenstein: Ausbildungsvolumen stabil Im Kreis Siegen-Wittgenstein schlossen die Unternehmen 1447 Verträge ab, zwei Verträge mehr als im Vorjahr. Im gewerblich-technischen Bereich wurden 649 Verträge (plus 0,2 Prozent), im kaufmännischen Bereich 798 Verträge (plus 0,1 Prozent) registriert. Die Entwicklung in einzelnen Berufsgruppen verlief unterschiedlich. Zuwächse gab es im Hotel- und Gaststättengewerbe (plus 33,3 Prozent), in den Elektroberufen (plus 11,3 Prozent) sowie bei den Kaufleuten für Büromanagement (plus 8,3 Prozent). Demgegenüber mussten Rückgänge bei den Bankkaufleuten (minus 26,8 Prozent) und den Kaufleuten für Versicherungen und Finanzen (minus 9,5 Prozent) hingenommen werden.

Leichte Rückgänge gab es zudem bei den Industriekaufleuten (minus 2,2 Prozent) und im Handel (minus 1,0 Prozent). Teilweise erhebliche Unterschiede verzeichnete die Kammer zwischen den einzelnen Kommunen im Kreis Siegen-Wittgenstein. Deutlich weniger Lehrlinge stellten die Unternehmen in Netphen (minus 17,8 Prozent), Neunkirchen (minus 11,8 Prozent), Erndtebrück (minus 11,8 Prozent) und Wilnsdorf (minus 10,2 Prozent) ein. Geringe Rückgänge gab es in Hilchenbach, Bad Laasphe und Siegen. Die in Burbach (plus 26,9 Prozent), Freudenberg (plus 10,3 Prozent), Kreuztal (plus 10,1 Prozent) und Bad Berleburg (plus 1,6 Prozent) tätigen Unternehmen steigerten ihre Ausbildungsleistung. 

Demgegenüber ist aus Sicht von IHK-Vizepräsident Jost Schneider erfreulich, dass das Ausbildungsverhalten in Wittgenstein so gut wie stabil blieb: „Die dort von den Unternehmen geschlossenen 198 Verträge tragen zur dauerhaften Sicherung des Berufsschulstandortes Berleburg bei. Dies ist für die weitere Entwicklung Wittgensteins von großer Bedeutung.“
(LP)

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