Nachrichten Wirtschaft
Kreis Olpe, 16. November 2016

Verwaltungsrat schickt Schreiben an Mitarbeiter

Hospitalgesellschaft intensiviert Zusammenarbeit mit St. Marien-Krankenhaus gem. GmbH

Hospitalgesellschaft intensiviert Zusammenarbeit mit St. Marien-Krankenhaus
Symbolfoto: Nils Dinkel
Kreis Olpe. Nach dem überraschenden Tod von Wolfgang Nolte, langjähriger Geschäftsführer der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen gGmbH, hat der Verwaltungsrat ein Schreiben an die Mitarbeiter herausgegeben. Darin geht es um zukünftige Herausforderungen und Entwicklungen für die Hospitalgesellschaft, darunter die Suche nach einem neuen Geschäftsführer und eine verstärkte Zusammenarbeit mit der St. Marien-Krankenhaus gem. GmbH. Dr. Bettina Wolf, Vorsitzende des Verwaltungsrats, und ihr Stellvertreter Wilhelm Rücker haben das Schreiben unterzeichnet, das LokalPlus im Wortlaut vorliegt:

„Sehr geehrte Damen und Herren, 

liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen,

immer noch erschüttert über den Verlust unseres geschätzten Geschäftsführers Wolfgang Nolte möchten wir Sie im Namen des Verwaltungsrates mit dem Medium des Mitarbeiterbriefs an dieser Stelle kontinuierlich über die weiteren Entwicklungen und unser Vorgehen informieren.

Wie bereits im letzten Mitarbeiterbrief erwähnt, haben wir die Herren Prokuristen Hesse und Hübenthal gebeten, die Geschäfte zunächst weiter zu führen. Sie sind mit allen Vorgängen auf Geschäftsführungsebene bestens vertraut. Selbstverständlich gewährleisten beide Herren, unsere Pflegedienstleitungen, unsere Chefärztin Frau Dr. Menges und die Herren Chefärzte sowie Gesellschafter und Verwaltungsrat Kontinuität unserer gemeinsamen Arbeit.

Sie alle wissen, dass der Krankenhaus- und Gesundheitsbereich nicht nur ständig in der Diskussion, sondern auch wirtschaftlich unter Druck ist. Dies ist etwa ausgelöst durch das Fallpauschalen-System oder die rückläufige Investitionsförderung der Krankenhäuser. „Überdurchschnittliches Engagement“ der Mitarbeiter Die Katholische Hospitalgesellschaft Südwestfalen gGmbH hat sich durch das überdurchschnittliche Engagement ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und eine weitsichtige Geschäftsführung hier aber sehr gut behauptet. Dies spiegelt sich unter anderem in hervorragender medizinischer Ausstattung und guter Patientenversorgung, nachhaltig positiven Betriebsergebnissen und einer komfortablen Kapitalausstattung wider.

Der Verwaltungsrat hat mit der Findungsphase für eine Nachfolge in der Geschäftsführung bereits begonnen. Sie können sich vorstellen, dass uns die Suche nach einem passenden Geschäftsführer vor eine enorme Herausforderung stellt und einige Zeit in Anspruch nehmen wird. 

Gleichzeitig wollen und müssen wir uns vorausschauend auf die weiteren Herausforderungen der nächsten Jahre einstellen, um die hohe Qualität all unserer Leistungen weiterhin zu gewährleisten. So wurden verschiedene Maßnahmen zur Sicherung unserer Wettbewerbsposition, die Hebung von Effizienzreserven und die Bündelung der Investitionsfähigkeit diskutiert und vorgeplant.

Die Unternehmensführung war und ist aus der Situation der Stärke und Stabilität offen für Lösungsansätze zur Bewältigung von gegenwärtigen und zukünftigen Aufgaben in der Gesundheitsversorgung und Pflege. Ein möglicher Lösungsansatz ist die Schaffung von Unternehmensstrukturen, die als gemeinsam agierende, größere Einheiten am Gesundheitsmarkt auftreten. Gemeinsame Krankenhauslogistik mit einer Küche So gab es seit einiger Zeit einen Informationsaustausch zwischen der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen gem. GmbH und der St. Marien-Krankenhaus gem. GmbH auf unterschiedlichen Leitungsebenen. Unsere Unternehmen arbeiten bereits seit einigen Jahren enger zusammen und sind die beiden großen katholischen Gesundheitszentren in Südwestfalen. Beide Unternehmen haben vergleichbare Strukturen, sind wirtschaftlich solide aufgestellt und schreiben seit Jahren schwarze Zahlen. Gemeinsame Gespräche, in denen unsere beiden Unternehmen ausgelotet haben, wie Potenziale für die Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung genutzt werden könnten, waren daher eine logische Konsequenz. Die Gespräche waren und sind geprägt von gegenseitigem Respekt, kollegialem Miteinander und dem Wissen, dass sich zwei große Gesundheitszentren aus Südwestfalen auf Augenhöhe gegenüber treten.

Konkret in Planung ist etwa die Errichtung einer gemeinsamen Krankenhauslogistik mit einer Küche. Grundstücksverhandlungen für ein Gewerbegrundstück in Olpe wurden bereits begonnen. 

Darüber hinaus haben Gespräche mit der Überlegung begonnen, ob eine Zusammenführung weiterer Tätigkeitsfelder der beiden Gesellschaften zu einem katholischen Krankenhausverbund sinnvoll ist. Es wird auch die Aufgabe des neuen Geschäftsführers sein, dieses Projekt neben vielen anderen nach entsprechender Einarbeitung und in Abstimmung mit dem Verwaltungsrat und den Gesellschaftern weiter zu führen.

Getragen wurden all diese Überlegungen selbstverständlich von dem Leitgedanken, die Einrichtungen und insbesondere die beiden Krankenhäuser unserer Gesellschaft langfristig zu sichern und alle Arbeitsplätze zu erhalten und ggf. sogar weitere zu schaffen. 

Dieser Gedanke wird auch das Fundament aller künftigen Überlegungen bleiben.“
(LP)

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