Nachrichten Wirtschaft
Kreis Olpe, 01. April 2017

Arbeitsmarktbericht für März 2017

„Frühjahrs-Aufschwung“ lässt Arbeitslosenquote sinken

Carsten Tillmann, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Siegen.
Carsten Tillmann, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Siegen.
Foto: Sabrina Voß, sabrinity.com
Kreis Olpe/Siegen. Im März ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Siegen um 308 Personen gesunken. 11.647 Menschen waren arbeitslos. Im Arbeitsmarkt-Bericht für März ist von einem „Frühjahrs-Aufschwung“ die Rede, von dem junge Erwachsene und ältere Arbeitslose profitiert hätten. Die Arbeitslosenquote im Kreis Olpe ist auf 4,2 Prozent gesunken.

„In den vergangenen Wochen haben viele junge Menschen einen neuen Job gefunden“, sagt Carsten Tillmann, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Siegen. Im Januar seien einige junge Erwachsene arbeitslos geworden, da sie nach dem Ausbildungsende nicht übernommen worden seien. Aber: „Junge Fachkräfte sind gefragt. Darum ist es uns in fast allen Fällen gelungen, sie schnell in Arbeit zu vermitteln“, berichtet Tillmann.

Auch die Gruppe der Arbeitslosen über 50 Jahre profitiert laut Tillmann von der guten Arbeitsmarktlage. Im März waren 3822 Frauen und Männer dieser Altersgruppe arbeitslos. Das sind 106 weniger als im Februar. „Die Gruppe der über-50-Jährigen ist für uns eine sehr wichtige Kundengruppe, da durch den demografischen Wandel diese Altersgruppe in der Bevölkerung insgesamt ansteigt“, so Tillmann. Für den Arbeitsmarkt-Experten ist es wichtig, beim Blick auf die Arbeitslosigkeit der älteren Menschen immer auch die Beschäftigung zu betrachten. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, warum: Im Juni 2016 waren in Siegen-Wittgenstein und Olpe 56.000 Personen über 50 Jahren sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 4900 Menschen mehr als im Juni 2014 – ein Anstieg von fast 10 Prozent. Die Hauptursache liege im demografischen Wandel. Gesamt-Arbeitslosenquote sinkt „Wir wollen trotz steigender Bevölkerung die Zahl der Arbeitslosen in dieser Altersgruppe senken. Das ist uns in den letzten Wochen gelungen“, sagt Tillmann. Neben dem „großen Engagement bei der Vermittlung“ der arbeitslosen Menschen sieht Tillmann einen Hauptgrund in der guten Wirtschaftslage. Im März hat der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur 1.179 neue Stellen eingeworben. Der Bestand an freien Stellen steigt dadurch auf  3.314. „Die heimischen Betriebe brauchen Fachkräfte. Darum sind die Berufschancen für die älteren Menschen sehr gut“, sagt Tillmann.

Durch den Rückgang der Arbeitslosigkeit sinkt die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent. Vor einem Jahr im März betrug sie ebenfalls 5 Prozent. Damals waren 27 Menschen weniger arbeitslos. Die Arbeitslosigkeit im Zuständigkeitsbereich der beiden Jobcenter Kreis Siegen-Wittgenstein und Kreis Olpe (SGB II) ist leicht gestiegen. Mit 7.201 Männern und Frauen waren die Jobcenter für 87 Arbeitslose mehr zuständig als im Februar. Im Rechtskreis der Agentur für Arbeit Siegen (SGB III) sinkt die Zahl arbeitsloser Menschen im Vergleich zum Vormonat um 395 auf 4.446 Personen. Tillmann betont Wichtigkeit der Weiterbildung Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Olpe im März um 169 Personen auf 3.293 Menschen gesunken. Die Arbeitslosenquote sinkt dadurch um 0,2 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent. Im März 2016 lag die Quote bei 4,3 Prozent. Das Jobcenter Kreis Olpe betreute im März 1.816 Arbeitslose. Das sind 36 Personen mehr als im Februar.

Trotz der guten Arbeitsmarktsituation gilt Tillmann zufolge, dass sich solche Menschen bei der Arbeitssuche besonders schwer täten, die keine Berufsausbildung haben oder seit vielen Jahren nicht in ihrem erlernten Beruf gearbeitet haben. Grund: Drei Viertel der freien Stellen sind für Fachkräfte. Darum setzt die Agentur für Arbeit auf die Weiterbildung und Qualifizierung von Arbeitslosen. So haben im März 926 Menschen an einer beruflichen Weiterbildung teilgenommen. „Die Weiterbildung und Qualifizierung von Arbeitnehmern und Arbeitslosen für neue berufliche Aufgaben gewinnt in unserer Arbeit zunehmend an Bedeutung. So können wir unseren Auftrag erfüllen, Menschen in Arbeit zu bringen“, erläutert Tillmann.
(LP)

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