Nachrichten Wirtschaft
Kreis Olpe, 01. November 2016

Landesregierung soll zur umstrittenen Wochenend-Arbeit Stellung nehmen

Dura-Methoden beschäftigen Landtag

Michael Scheffler, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im NRW-Landtag.
Michael Scheffler, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im NRW-Landtag.
Foto: http://www.m-scheffler.de/
Selbecke/Plettenberg. Der angekündigte Arbeitsplatz-Abbau bei Dura beschäftigt jetzt auch den Landtag. Die Fraktionen von SPD und Grünen haben für Mittwoch, 2. November, im Ausschuss für Arbeit und Soziales in Düsseldorf einen Bericht beantragt. Darin soll die Landesregierung zum Wochenendeinsatz von Beschäftigten bei Dura Stellung nehmen.

Michael Scheffler, der auch sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion ist, erläuterte: „In dem Bericht soll insbesondere dargestellt werden, welche gesetzlichen Möglichkeiten bestehen, um zu verhindern, dass die betrieblichen Beteiligungs- und Mitbestimmungsrechte bei Werksverträgen umgangen werden.“ IG Metall: Dura verweigert Gespräche über Zukunft Vor fast einem Jahr hatte der amerikanische Mutterkonzern den Abbau von zwei Dritteln der Belegschaft angekündigt. 900 Beschäftigte in den Werken in Plettenberg und Selbecke sollten danach ihren Job verlieren. Seither weigert sich der Arbeitgeber, über die Zukunft der Beschäftigten sowie ihrer Familien und des Standorts zu reden, so die IG Metall. Gleichzeitig verlangt der Arbeitgeber aber die Ableistung von Überstunden – ohne Versprechen oder Perspektive für die Beschäftigten, wie es weitergehen kann.

Inzwischen setzt der Konzern portugiesische Werkvertragsarbeitnehmer ein, damit am Wochenende gearbeitet wird. Dies hat das Landesarbeitsgericht gebilligt, weil die betriebliche Mitbestimmung beim Werkvertragseinsatz eingeschränkt bleibt. „Damit kann jeder überregional agierende Konzern die geltenden Gepflogenheiten der gesetzlichen Mitbestimmung brechen“, beklagt die Gewerkschaft. Kundgebung am 5. November Die IG Metall ruft für Samstag, 5. November, zur Kundgebung für den Erhalt der Dura-Werke im Sauerland auf. Neben Plettenberg ist Selbecke betroffen. Ab 13.30 Uhr treffen sich die Demonstranten am Werkstor an der Königstraße in Plettenberg. Für 14 Uhr ist eine zentrale Kundgebung unter dem Stephansdach am Alten Markt in der Plettenberger Innenstadt geplant. „Die Krise bei Dura betrifft nicht nur die dort arbeitenden Menschen, ihre Familien und Angehörigen. Als einer der größten Arbeitgeber der Region strahlt Dura auch auf die Kaufkraft der Region aus. Dura bezieht Material zahlreicher Zulieferer aus der Nachbarschaft im Sauerland. Darüber hinaus geht es auch um ein klares Zeichen für die Stärkung der betrieblichen Mitbestimmung“, so die IG Metall.

SPD-Sozialpolitiker Michael Scheffler unterstützt das Anliegen: „Wir werden nicht zusehen, wie Arbeitnehmerrechte quasi durch die Hintertür ausgehöhlt werden.“
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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