Nachrichten Wirtschaft
Kreis Olpe, 10. Januar 2019

Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden

Bilanzsumme überschreitet erstmalig die Milliardengrenze

(von links): Sparkassendirektor Wilhelm Rücker (Vorstandsmitglied), Sparkassendirektor Dieter Kohlmeier (Vorstandsvorsitzender), Leiter Vorstandssekretariat und Personal Peter Schauerte, Leiter Marketing Mario Grunau
(von links): Sparkassendirektor Wilhelm Rücker (Vorstandsmitglied), Sparkassendirektor Dieter Kohlmeier (Vorstandsvorsitzender), Leiter Vorstandssekretariat und Personal Peter Schauerte, Leiter Marketing Mario Grunau
Foto: privat
Olpe. Trotz unruhiger politischer Zeiten und einer Nullzinsphase überschreitet die Bilanzsumme der Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden (ODW) erstmals die Milliardengrenze. Das konnten die Sparkassendirektoren Dieter Kohlmeier und Wilhelm Rücker zusammen mit Peter Schauerte, Leiter Vorstandssekretariat und Mario Grunau, Leiter Marketing, bei der jährlichen Bilanzpressekonferenz stolz verkünden.

„Wir sind den anspruchsvollen Rahmenbedingungen gut gewachsen“, so Kohlmeier, „Veränderungen im Bankgeschäft kosten Kraft, aber sie lohnen sich auch.“ Zumindest für die Sparkasse ODW. Ein Plus von 30 Millionen Euro bei den Kundeneinlagen und einen Zuwachs von 20 Millionen Euro bei den Krediten lassen die Sparkasse erstmals die magische Milliardengrenze überspringen.

Gute Konjunkturdaten und niedrige Arbeitslosigkeit sorgen für Geld in den Taschen der Kunden. Doch die Anlegemöglichkeiten waren im vergangenen Jahr nicht zufriedenstellend. „Zu den Nullzinsen gesellten sich noch fallende Aktienkurse“, so Kohlmeier, „Noch nie war es so schwierig Geld anzulegen.“ Langfristige Anlagen Trotz dieser ernüchternden Entwicklung führt aus Sicht der Sparkasse an Aktienanlagen mangels Alternativen und auf langfristige Sicht kein Weg vorbei. Voraussetzungen sind dabei ein langer Anlagehorizont, die Bereitschaft, auf kurze Sicht Schwankungen zu tolerieren und eine breite Streuung. „So erzielte der DAX trotz des Kursrückgangs in 2018 auf Sicht von zehn Jahren eine durchschnittliche Rendite von 8,2 Prozent“, legt Peter Schauerte nach.

Die Nachfrage nach Krediten sei ungebrochen. Etwas mehr als die Hälfte der knapp 100 Millionen Euro neu zugesagter Kredite wurde von der heimischen Wirtschaft nachgefragt. Die andere Hälfte floss in den privaten Wohnungsbau. Hier wird der Löwenanteil für Modernisierungen und Sanierungen des Altbestandes eingesetzt. Immobilien sind gefragt Bei der Frage nach dem Erwerb einer Immobilie gilt derzeit: begrenztes Angebot, hohe Nachfrage. Die Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen - auch als Kapitalanlage - haben dementsprechend weiter angezogen. Die Sparkasse ODW hat daher ihre Immobilienvermittlung neu aufgestellt und das Team erweitert.

Mit dem „Immobilienpreisfinder“ auf der Sparkassen-Internetseite kann man zukünftig schnell und aussagefähig anhand von Vergleichswerten oder Kriterien wie Lage, Haustyp, Bauqualität, Ausstattung und Alter den Wert einer Immobilie ermitteln. „Auch hier setzen wir auf Digitalisierung“, so Mario Grunau. Digitalisierung Die Digitalisierung schreitet innerhalb der Sparkasse immer weiter voran. War im vergangen Jahr noch das kontaktlose Bezahlen mit dem Smartphone die Neuerung, zeigte Mario Grunau live, wie Voice Banking funktioniert.

Verstärkt in den Fokus rücken die Kunden-Service-Center. Immer weniger Bankgeschäfte werden in den Filialen gemacht. Neue und zusätzliche Kommunikationswege sind das Internet oder Telefon, um gezielt bei den Wünschen der Kunden zu helfen oder zu vermiteln. Persönliche Beratungsgespräche mit den jeweiligen qualifizierten Mitarbeitern sorgen, laut Vorstand, für „durchweg positive Resonanz“.

Dieter Kohlmeier: „Die Auslastung des Kunden-Service-Centers zeigt, dass das neue Dienstleistungsangebot gut angenommen wird. Bereits nach einem halben Jahr wurden die Servicezeiten verlängert und die Mitarbeiterkapazität aufgestockt.“ "Die Tür Richtung Finnentrop ist beweglich" „Die strukturellen Anpassungen sind für die Zukunftsfähigkeit eines leistungs- und wettbewerbsfähigen Finanzdienstleisters wie die Sparkasse wesentlich“, ist sich der Vorstand einig.

Vor dem Hintergrund der Nullzinswelt und zunehmender regulatorischer Anforderungen, kam es auch im Kreis Olpe, ausgelöst durch die Fusionsbereitschaft der Sparkasse Finnentrop, zu entsprechenden Überlegungen. Ein Zusammengehen der beiden größeren Sparkassen im Kreis Olpe wurde diskutiert, nachdem die Sparkasse Finnentrop sich eher in den Märkischen Kreis orientiert hatte.

Dieses nahm die Sparkasse ODW zum Anlass für eine strategische Positionsbestimmung: „Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Fortführen als selbstständiges Unternehmen auf mittlere Sicht kein Problem ist.“

Allerdings weist der Vorstandsvorsitzende Dieter Kohlmeier darauf hin, dass die letzte Entscheidung natürlich in den Händen der Träger der Sparkasse, der Städte Olpe und Drolshagen sowie der Gemeinde Wenden liege und der Vorstand dabei nur fachlich beraten könne. „Auch für die Sparkasse Finnentrop gilt nach den gescheiterten Fusionsplänen, die Tür ist noch nicht zu, sondern beweglich.“
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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