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Kreis Olpe, Kreis Olpe, 2. September 2016

Wenig Veränderung auf dem Arbeitsmarkt im Sommer

Arbeitslosenquote stagniert bei 4,3 Prozent

Dr. Bettina Wolf, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Siegen.
Dr. Bettina Wolf, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Siegen.
„Nach dem Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli haben wir einen typischen Sommermonat August erlebt. Die Betriebe haben sich bei der Einstellung neuer Mitarbeiter zurück gehalten. So gab es bei der Arbeitslosigkeitnur wenige Veränderungen.“, berichtet Dr. Bettina Wolf, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Siegen.

Die Zahl der Arbeitslosen liegt im Kreis Olpe im August bei 3.380 Personen, 23 weniger als im Juli. Die Arbeitslosenquote liegt wie im Vormonat und im Vorjahr bei 4,3 Prozent. Das Jobcenter Kreis Olpe betreute im August 1.820 Arbeitslose. Das sind drei Personen weniger als im Juli und 143 weniger als im letzten Jahr. Die Jugendarbeitslosigkeit steigt leicht von 441 auf 457 junge Menschen unter 25 Jahre.

Die Jugendarbeitslosigkeit ist im August noch einmal leicht um 75 junge Menschen gestiegen. Damit sind 1.666 junge Menschen unter 25 Jahre in der Region arbeitslos. Hauptursache für die hohe Jugendarbeitslosigkeit ist wie jeden Sommer das Ende des dritten Ausbildungsjahres. Viele Jugendliche wurden trotz erfolgreicher Abschlussprüfung von ihrem Ausbildungsbetrieb nicht übernommen. Oft seien es kleine mittelständische Betriebe und Handwerker, die nicht jeden Auszubildenden übernehmen können, erläutert Dr. Wolf. Zusammensetzung der Arbeitslosen verändert sich „In der Ferien- und Urlaubszeit halten sich die Betriebe mit Neueinstellungen zurück. Außerdem dauern die Einstellungsverfahren erfahrungsgemäß etwas länger, da auch die Personaler in den Sommerurlaub fahren“, weiß die Agentur-Chefin aus Erfahrung. Sie hat aber keine Bedenken, dass die jungen Fachkräfte lange arbeitslos sein werden: „Die Nachfrage nach Fachkräften in der Region hat trotz vermeintlichem Sommerloch nicht nachgelassen. Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden sie schnell in Arbeit vermitteln.“ Das dies erfolgreich gelingen werde, zeige ein Blick auf den Stellenbestand, veranschaulicht die Agentur-Chefin. Im August hat der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur 1.037 neue Arbeitsstellen eingeworben. Damit sind 3.076 Stellen in den beiden Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe unbesetzt. Das sind 828 freie Stellen mehr als letztes Jahr im August.

Für die gestiegene Jugendarbeitslosigkeit ist auch der Zuzug der geflüchteten Menschen verantwortlich. Fast 30 Prozent der Geflüchteten, die bereits bei der Arbeitsagentur und den Jobcentern als arbeitssuchend gemeldet sind, sind unter 25 Jahre alt. Drei von vier Geflüchteten sind männlich. „Die meisten geflüchteten Menschen sind jung und männlich, das führt automatisch dazu, dass sich die demografische Zusammensetzung der Arbeitslosen verändert“, erläutert Dr. Wolf und ergänzt: „Grade für diese jungen Menschen ist die Arbeitslosigkeit in Wirklichkeit der Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt. Denn erst wenn sie sich bei uns arbeitssuchend gemeldet haben, können wir ihnen Sprachkurse und Bildungsmaßnahmen anbieten, um sie fit zu machen für einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz.“ (LP)

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