Nachrichten Wirtschaft
Kreis Olpe, 16. April 2017

Aktuelle Entwicklungen am Immobilienmarkt

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Olpe hat den Grundstücksmarktbericht 2017 veröffentlicht.
Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Olpe hat den Grundstücksmarktbericht 2017 veröffentlicht.
Foto: Kreis Olpe
Kreis Olpe. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Olpe hat den Grundstücksmarktbericht 2017 veröffentlicht. Die aktuelle Zusammenstellung, die auf den Auswertungen des Grundstücksmarktes in 2016 beruht, gibt einen umfassenden Überblick über die Verkäufe von Grundstücken und Immobilien und informiert über die Preisentwicklung innerhalb des Kreises Olpe. Der Bericht enthält folgende wesentliche Aussagen:

Im Jahr 2016 wurden im Kreisgebiet insgesamt 1353 Kaufverträge für Immobilien abgeschlossen. Das waren 132 mehr als im Vorjahr. Nach dem Rückgang des Marktgeschehens in 2015 infolge der Erhöhung der Grunderwerbssteuer pendeln sich die Verkäufe nun wieder auf ein mittleres Niveau ein. Vergleicht man die Ergebnisse der zurückliegenden zehn Jahre, so schwankte die jährliche Zahl der Kaufverträge zwischen rund 1000 und 1500.

Ihren Anteil daran hat auch die Zahl der verkauften Baugrundstücke mit 140 gegenüber dem Vorjahr mit 132 Verträgen. Die Zahlen lagen hier zwischen 130 Verkaufsfällen in 2009 und 195 in 2014. Maßgebend hierfür mögen die in diesem Zeitraum differenziert ausgewiesenen Wohnbau­flächen durch die Städte und Gemeinden sein. Die Anzahl der Verkäufe von Ein- und Zweifamilienhäusern blieb mit 395 Verträgen gegenüber 380 in 2015 nahezu konstant. Dagegen stieg die Zahl der verkauften Eigentumswohnungen von 176 in 2015 nun auf 237 Verträge.  Gleich­mäßigere Verteilung auf das gesamte Kreisgebiet 

Die in den vergangenen Jahren zu beobachtende Konzentration des Marktgeschehens auf den Süd- beziehungsweise Westkreis mit Olpe-Wenden-Drolshagen und Attendorn ist im Immobilienmarkt des Jahres 2016 nicht mehr so deutlich zu erkennen. Aktuell zeigt sich hier eine tendenziell gleich­mäßigere Verteilung der Verträge auf das gesamte Kreisgebiet (44 Prozent der Verträge in Olpe, Wenden, Drolshagen und 63 Prozent zusätzlich mit Attendorn). Der Anstieg der Anzahl der Kauffälle war im Bereich Olpe, Wenden und Kirchhundem deutlicher als in den übrigen Regionen. In Drolshagen ist die Anzahl der Kauffälle sogar gesunken. Beim Geldumsatz ist das Übergewicht von Süd-/Westkreis zur übrigen Region nach wie vor stark ausgeprägt.

Gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser wurden im Kreisdurchschnitt für 190.000 Euro (Vorjahr 168.000 Euro) verkauft. Dieser Wert war seit 2008 mit durchschnittlich 152.000 Euro relativ konstant und ist in den drei Vorjahren vor dem Berichtsjahr wieder leicht angestiegen. Der Anstieg in 2016 ist dagegen sehr deutlich ausgefallen. Der überwiegende Teil der verkauften Ein- und Zweifamilien­häuser lag in der Preiskategorie zwischen 150.000 und 200.000 Euro. Preise für Eigentumswohnungen gleichbleibendEine gebrauchte Eigentumswohnung kostete im Jahr 2016 mit durchschnittlich 113.000 Euro gleich viel wie im Vorjahr. Der durchschnittliche Preis für den Quadratmeter Wohnfläche lag bei 1.267 Euro für durchschnittlich 90 Quadratmeter große Wohnungen (Vorjahr 1.266 Euro für 93 Quadratmeter-Wohnungen).

Für eine neue Eigentumswohnung gaben die Käufer im Durchschnitt 231.000 Euro (Vorjahr 253.000 Euro) aus. Trotzdem ist darin kein Rückgang des Preisniveaus zu erkennen, weil sich die Durch­schnitts­preise aktuell aus einem flächendeckenden Angebot im Kreisgebiet ableiten und nicht wie im Vorjahr aus Verkäufen nur aus den hochpreisigen Regionen von Olpe und Attendorn. Das Angebot von nunmehr 87 Neubauwohnungen geht deutlich über die Vorjahresanzahl von 28 Kaufällen hinaus. 

Die hohe Nachfrage nach Wohnungseigentum, vor allem in den Innenstadt­lagen, führt besonders in Olpe und Attendorn  zu einem fortgesetzten Preisanstieg, wobei der Abstand zu den übrigen Städten und Gemeinden zum Teil gravierend ausfällt. Die durchschnitt­liche Wohnfläche ist mit kreisweit 84 Quadratmeter um 9 Quadratmeter niedriger als im Vorjahr. Der Kaufpreis pro Quadratmeter Wohnfläche für neue Wohnungen ist mit kreisweit rund 2729 Euro nahezu auf dem Vorjahresniveau geblieben (2344 Euro, 2300 Euro beziehungsweise 2050 Euro in 2014, 2013 und 2012). Werte in Attendorn und Olpe stark angestiegenDie Werte in Attendorn und Olpe sind nochmals stark angestiegen und erreichen Mittelwerte von über 3000 Euro/Quadratmeter in Olpe und nahezu 2.900 Euro/Quadratmeter in Attendorn. In Einzelfällen werden diese Durchschnittswerte deutlich überschritten. Dagegen liegt der Vergleichswert in Finnentrop bei 2133 Euro/Quadratmeter Wohnfläche.

Wohnbauland wurde in 2016 mit durchschnittlich 83 Euro/Quadratmeter unter dem Wert der Vorjahre von 90 Euro/Quadratmeter beziehungsweise 95 Euro/Quadratmeter gehandelt, wobei die Preise zwischen den einzelnen Kommunen deutlich voneinan­der abweichen. Attendorn und Olpe nehmen hier mit 120 Euro und 130 Euro/Quadratmeter mit Abstand die Spitzen­stellung ein. Die Baulandpreise liegen in Attendorn bei 120 Euro/Quadratmeter, Olpe 130 Euro/Quadratmeter, Wenden 83 Euro/Quadratmeter, Lennestadt 70 Euro/Quadratmeter, Drolshagen 84 Euro/Quadratmeter, Finnentrop 69 Euro/Quadratmeter und Kirchhundem 58 Euro/Quadratmeter. Schwankungen bei land- und forstwirtschaftlichen GrundstückenDie Anzahl der Verkäufe von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken ist von Jahr zu Jahr großen Schwankungen unterworfen. Der Durchschnittspreis für land- und forstwirtschaftlich genutzte Grundstücke war in den Vorjahren vergleichsweise konstant, liegt aber nun für Acker-/Grünland (mit lokalen Unterschieden) aktuell bei 2,27 Euro/Quadratmeter, im Vorjahr bei 1,82 Euro/Quadratmeter und bei 0,60 Euro/Quadratmeter für Wald ohne Aufwuchs.

Waldflächen einschließlich Aufwuchs wurden im Durchschnitt für 0,91 Euro/Quadratmeter (im Vorjahr 1,02 Euro/Quadratmeter) verkauft. Eine Untersuchung der Vergleichspreise aus den Jahren 2008 – 2013 hatte zuvor den langjährigen Durchschnitt von 0,50 Euro/Quadratmeter für Flächen ohne Bewuchs ergeben. Der Bodenrichtwert für Waldflächen ohne Bewuchs wird unverändert aus dem Vorjahr mit 0,60 Euro/Quadratmeter übernommen.

Die vereinzelt moderat erhöhten Bodenrichtwerte für landwirtschaftliche Flächen liegen in Kirch­hun­dem und Olpe bei 1,70 Euro/Quadratmeter, in Attendorn bei 2 Euro/Quadratmeter und im Übrigen bei 1,80 Euro/Quadratmeter.
(LP)

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