Nachrichten Wirtschaft
Kirchhundem, 27. März 2017

Betriebrat: Keine Kündigungen ohne Sozialplan

DURA will zügig 250 Stellen streichen

Die DURA-Mitarbeiter haben sich vergeblich gegen Stellenkürzungen gewehrt. Das Foto stammt von einer Demonstration, die im April 2016 stattfand.
Die DURA-Mitarbeiter haben sich vergeblich gegen Stellenkürzungen gewehrt. Das Foto stammt von einer Demonstration, die im April 2016 stattfand.
Foto: Kahlke
Selbecke/Plettenberg. Jetzt ist es raus: Der Autozulieferer DURA mit Standorten in Selbecke und Plettenberg will noch in diesem Jahr 250 Stellen streichen. Das haben die Mitarbeiter des Unternehmens am Montag, 27. März, bei einer Betriebsversammlung erfahren.

Bis Ende April will der Arbeitgeber ein Verfahren zum Interessenausgleich und Sozialplan abschließen. DURA-Geschäftsführer David Pettyes sei am Montag ohne Vorankündigung zur Betriebsversammlung erschienen, um diese Botschaft zu übermitteln, so die IG Metall. Den Abbau von Arbeitsplätzen habe der Arbeitgeber mit dem Auftragsrückgang für den Bereich Leisten und Blenden begründet. Hängepartie seit mehr als 15 Monaten Hierzu erklärt Torsten Kasubke, 2. Bevollmächtigter der IG Metall: „Nach Monaten der Stille stellt der Arbeitgeber seine Beschäftigten erneut vor vollendete Tatsachen. Der Auftragsrückgang war lange bekannt. Seit Jahren hat sich die amerikanische Geschäftsführung nicht um neue Aufträge für Plettenberg bemüht. Anstatt fair mit den Beschäftigten umzugehen und vielleicht sogar nach alternativen Aufträgen zu suchen, hat der Arbeitgeber in der Vergangenheit nichts gemacht. Die Zeit wäre dafür da gewesen.“
Torsten Kasubke von der IG Metall erhebt schwere Vorwürfe gegen die US-amerikanische Geschäftsführung von DURA.
Bereits Ende November 2015 hatte die Unternehmensleitung angekündigt, rund 850 Arbeitsplätze abbauen zu wollen. Details wurden nicht genannt. Schon damals hatte die IG Metall Gespräche zum sozialverträglichen Stellenabbau und zur Standortsicherung gefordert. Geschehen ist bisher nichts. IG Metall rügt Umgangsformen Jetzt soll innerhalb von vier Wochen über einen Sozialplan beraten werden. Dass auch die Osterferien in diese Zeit fallen, in denen viele DURA-Mitarbeiter auch Urlaub nehmen, stößt bei den Beteiligten sauer auf. „In der Zeit mit den Beschäftigten auch im Einzelgespräch über ihre persönliche Zukunft zu beraten, erscheint fast unmöglich. So kann man nicht miteinander umgehen“, ärgert sich Torsten Kasubke.

Der 2. Bevollmächtigte der IG Metall geht davon aus, dass es sich bei den 250 Stellen um Vollzeitarbeitsplätze handelt. Detaillierte Informationen vermisst er ebenso wie der Betriebsrat. In nächster Zeit laufen 86 befristete Verträge aus. Ob die in den 250 Stellen enthalten sind, konnte Kasubke nicht sagen. Unterschiedliche Kündigungsfristen Mit der Ankündigung sei klar, dass es sich um eine Betriebsänderung handelt, so Faruk Ikinci, Vorsitzender des DURA-Betriebsrates. Damit sei klar, dass ein Sozialplan verhandelt werden müsse. Für ihn ist auch klar, dass es ohne Sozialplan keine Kündigungen geben kann. Wann Interessenausgleich und Sozialplan unterschriftsreif sind, sei nicht absehbar. Der Betriebsrat werde sich nicht unter Druck setzen lassen, sagte Ikinci.

Kündigungsfristen hängen vom Alter der Beschäftigten und der Dauer der Betriebszugehörigkeit ab. Sie können bei älteren Mitarbeitern, die schon lange Betrieb sind, bis zu einem Jahr betragen.
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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