Schauerte Präzisionsdrehtechnik

Zerspanungsmechaniker – ein gefragter Beruf mit Zukunft

Zerspanungsmechaniker bei Schauerte: ein gefragter Beruf
Foto: Wilhelm Schauerte GmbH & Co. KG
Lennestadt. Die Firma Schauerte Präzisionsdrehtechnik ist ein in vierter Generation familiengeführtes Unternehmen mitten in Grevenbrück. 175 Mitdenkarbeiterinnen und Mitdenkarbeiter fertigen auf einem hochmodernen Maschinenpark anspruchsvolle Präzisionsdrehteile für unterschiedliche Kundenbranchen.

Der Bedarf an Facharbeitern ist bei Schauerte sehr hoch, daher wird auch das Thema Ausbildung groß geschrieben. Es gibt 17 Auszubildende über die in der Regel 3,5 Lehrjahre. Der Erfolg der Ausbildungsbemühungen zeigt sich in guten Ausbildungsergebnissen, einer Übernahmequote von 100 % und zahlreichen Auszeichnungen wie z.B. sechs Azubi-Siegeln seit 2013 und dem Gütesiegel Ausbildung der IHK.
Kürzlich fiel dem Autoren dieser Zeilen ein Flyer in die Hand, der ihn mit Schauerte ins Gespräch brachte. 

Sie haben vor einigen Wochen einen Flyer entwickelt zum Thema Ausbildungsangebot bei Schauerte und ihn flächendeckend verteilt. Was war die Intention für diese Aktion?

Wir sind seit Jahrzehnten ein sehr anerkannter und engagierter Ausbildungsbetrieb. Aus verschiedenen Gründen wird es immer schwieriger, junge Leute für eine Ausbildung im gewerblich-technischen Bereich zu interessieren oder gar zu begeistern. Einer der Gründe ist sicher auch der Bedarf an Information über viele Berufsbilder und deren Zukunftsaussichten. 

Da mittlerweile viele Unternehmen Ihre Bemühungen und Werbemaßnahmen in Richtung Azubi-Gewinnung intensiviert haben, sind die Sonderbeilagen zum Thema Ausbildung mittlerweile so dick und voll mit Anzeigen, dass man vor lauter Bäumen oft den Wald nicht sieht.
Wir haben daher gedacht, wir gehen zusätzlich zu den Online-Aktivitäten, zur Teilnahme an der Ausbildungsmesse in Olpe und zu direkten Schulkontakten mal einen anderen und neuen Weg. 

Wir haben einen plakativen Flyer als Einleger weiträumig mit dem SauerlandKurier verteilen lassen und wollten mal testen, ob dieser Flyer eher wahrgenommen wird als die Anzeige, wenn er lose mit der Supermarkt- und Möbelwerbung auf den Küchentisch flattert. Das war offenbar sehr PR-wirksam und durchaus spannend, was die Rückläufer und das Feedback angeht.

Was erwarten Sie von den Bewerbern?

Wir bilden verschiedene Berufe aus, vorwiegend im gewerblich-technischen Bereich und da hauptsächlich den Zerspanungsmechaniker, Fachrichtung Automatendrehtechnik. In dieser Ausbildung lernt man sehr viel über Metalltechnik, die Zerspanung und ihre Einflussfaktoren und auch über immer komplexer werdende Maschinen mit allen Elementen von Mechanik über Hydraulik, Pneumatik, Elektrik, Elektronik bis hin zur Robotik, usw. 

Ein solcher Beruf wird gerade in unserer Region immer gefragt bleiben, denn auch eine zunehmend digitalisierte Arbeitswelt („Industrie 4.0“) braucht qualifizierte und erfahrene Fachleute, die die Abläufe planen, kontrollieren, optimieren, korrigieren und neu entwickeln.
Wir erwarten von unseren Bewerbern daher neben technischem Interesse und Verständnis sowie besseren Leistungen in Mathe, Physik und Deutsch (ja, auch eine präzise Verständigung ist Grundlage für präzise Arbeit und gute Präzisionsdrehteile) eine gewisse Begeisterungsfähigkeit und Neugierde, Offenheit für technischen und organisatorischen Fortschritt. 

Die Persönlichkeit eines/einer zukünftigen Auszubildenden und die sogenannten Sekundärtugenden, also Charaktereigenschaften wie Fleiß, Pflichtbewusstsein und Pünktlichkeit, sind natürlich auch wichtig. 

Der Beruf des Zerspanungsmechanikers ist sicher auch für weibliche Auszubildende interessant. Wie sehen Sie das, haben diese die gleichen Chancen? 

In diesem Beruf gibt es traditionell – wie in vielen technischen Berufen – einen Männer-Überhang. Das Bild hat sich jedoch in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Die schwere körperliche Arbeit gibt es schon lange nicht mehr, dafür sorgen moderne Hilfsmittel.
Wir haben einige Zerspanungsmechanikerinnen bei uns beschäftigt, aktuell auch eine weibliche Auszubildende, im nächsten Jahr werden wird eine Schülerin die Ausbildung zur Industriemechanikerin bei uns beginnen. Da ist also alles möglich. 

Welche besonderen Leistungen bieten Sie bei der Ausbildung in Ihren Unternehmen?

Neben den unterschiedlichen Stationen und Tätigkeiten im Unternehmen, der Grundausbildung bei der LEWA und der Berufsschule gibt es regelmäßigen Werksunterricht für alle sowie individuellen Förderunterricht. Es gibt interne wie externe Seminare und Messebesuche. Wir machen gemeinsame Ausflüge und Feiern, erfüllen soziale Aufgaben.
Es gibt eine jährliche Azubi-Befragung (Azubi-Siegel), deren Ergebnisse anschließend in einem Workshop diskutiert werden. Und die Auszubildenden als Gruppe haben eigene verantwortliche Aufgaben und Projekte im Unternehmen.

Welche Tipps würden Sie Schulabgängern zur Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch geben? 

Wir haben einige Empfehlungen auf unserer Website zusammengefasst. Der Ausbildungsteil der Website ist übrigens im vergangenen Jahr mit dem Preis „Ausbildungs-Frieder“ ausgezeichnet worden – als nach Schüler/innen-Meinung beste Website im IHK-Bezirk.
Auf ein Bewerbungsgespräch sollten sich die jungen Leute natürlich vorbereiten mit ein paar Kenntnissen über und konkreten Fragen zum Beruf, zur Ausbildung und zum Unternehmen. 

Für den ersten Eindruck zählen ein fester Händedruck und Blick in die Augen bei der Begrüßung. Ein Gespräch entwickelt sich am besten mit Authentizität, Ehrlichkeit, Offenheit und eigenen Fragen. Es geht um ein wichtiges Thema in einem solchen Vorstellungsgespräch, es geht um mich selbst, daher sollte ich keine Scheu haben.
Für Fragen zu den Berufen, der Ausbildung oder der Bewerbung stehen auch die Ausbildungsbotschafter zur Verfügung. Allgemeine Infos gibt es auch unter hashtag-ausbildung.de. 

Apropos wichtige Entscheidung: Gerne und sehr regelmäßig bieten wir Praktika ein. Ein solches Praktikum, ob als Schulpraktikum oder privat organisiert, läuft bei uns sehr realitätsnah ab.
So gibt es dem/der interessierten Jugendlichen einen guten Einblick in das Berufsbild wie auch in das Unternehmen. Uns als Ausbildungsbetrieb wiederum ermöglicht es das Kennenlernen des Menschen und der Potentiale, die in diesem Menschen stecken. 

Ein Praktikum kann also dabei helfen, die Entscheidung für einen Beruf und/oder ein Unternehmen zu treffen bzw. sie zu untermauern. Oft haben sich aus solchen Praktika daher schon Ausbildungsverhältnisse und dauerhafte langfristige Beschäftigungen ergeben. 

Vielen Dank für das Gespräch. Dann sind wir nun mal gespannt auf ein paar bewegte Bilder aus der Firma Schauerte.
(LP)

Bildergalerie: Zerspanungsmechaniker – ein gefragter Beruf mit Zukunft