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Geschichten aus der Region, 14. September 2018

Hidden Champion aus Grevenbrück

GREMAKO: Weltmeister im „Stiftemachen“

GREMAKO: Weltmeister im „Stiftemachen“
Lennestadt. Kennen Sie die „Hidden Champions“? Das sind Unternehmen, die mit ihrer Produktpalette, die sich kreativ und innovativ am Markt behauptet, mitunter seit Jahrzehnten bereits weltweit Spitzenpositionen einnehmen. Allerdings mit dem „kleinen“ Unterschied, dass sie der breiten Öffentlichkeit bisher weitestgehend unbekannt sind. Eines davon ist GREMAKO. Die Firma mit Sitz in Grevenbrück trägt den inoffiziellen Titel Weltmeister im „Stiftemachen“.

Allein in unserer Region Südwestfalen sind es über 150 „Hidden Champions“, deren Bestleistungen in Innovation und Produktion dazu gehören. Gerade ist die aktuellste Broschüre dieser „Erfolgsgeschichten“ erschienen, um den Menschen einen Überblick der in ihrem nachbarlichen Umfeld existierenden mittelständischen Industrieunternehmen zu verschaffen.
Die Firma GREMAKO hat ihren Sitz in Lennestadt-Grevenbrück.
Was man früher als natürliches Understatement bezeichnete, musste sich aufgrund des elektronischen, technischen und globalen Wandels im neuen Jahrtausend den damit einhergehenden Herausforderungen (Challenges) und Möglichkeiten (Chances) des Weltmarktes stellen.
Viele Firmen haben schnell begriffen, dass der Weg ohne Selbstwertgefühl und Vertrauen in die eigene Kraft, Vision und Empathie nicht das Ziel sein würde. Einfach anfangen, hieß die Devise, die den mutigen Inhabern ein neues Selbstbewusstsein bescherte. Die klugen unter ihnen erzeugten damit die Funken, die das Feuer auf ihre Mitarbeiter überspringen ließen für das gemeinsame Ziel und damit auch für den gemeinsamen Erfolg.
Lehrling Daniel Steinhoff mit den beiden GREMAKO-Geschäftsführern Sonja und Andreas Vollmert im größten Lager für Zylinder- und Kegelstifte weltweit.
Das Unternehmen GREMAKO aus Grevenbrück ist ein solcher „Hidden Champion“, den man getrost als Weltmeister im „Stiftemachen“ bezeichnen kann. Wer kann schon von sich behaupten, das größte Lager an Zylinder- und Kegelstiften weltweit zu haben? Und wer mit Andreas Vollmert, Geschäftsführer bei GREMAKO, über das Thema „Stifte“ spricht, merkt sofort, dass dieser Mann ein Profi in Sachen „Stifte“ ist.

„Den besten haben wir hier“ meint er und zeigt auf Daniel Steinhoff, Azubi – oder früher „Stift“ – im 3. Lehrjahr als Zerspanungsmechaniker. Was das heißt, will ich von ihm selber wissen. Und Daniel legt los: „Zerspanungsmechaniker fertigen Präzisionsbauteile. Dabei werden verschiedene Verfahren wie Drehen, Fräsen, Schleifen oder Bohren eingesetzt.“
"GREMAKO-Stift" Daniel Steinhoff an "seiner" Maschine mit einem Zylinderstift DIN 7979D.
Wie er zu dieser Berufswahl gekommen ist, will ich wissen. „Meine Eltern haben mich darauf aufmerksam gemacht. Dann habe ich ein dreiwöchiges Praktikum hier absolviert und anschließend den Ausbildungsplatz bekommen.“
Daniel Steinhoff im Stahlstangen-Lager.
Sein „Lehrherr“ ergänzt spontan: „Alle hier waren schon während seines Praktikums von Daniel begeistert und meinten: Den müssen wir unbedingt haben.“ Das war die Eintrittskarte in die GREMAKO Familie. Beide nicken einvernehmlich, so als wäre das ganz normal, und Daniel fügt hinzu: Nach der Lehre kann ich mich weiterbilden zum Meister, Techniker, Fachwirt oder ein Studium aufnehmen.“ 

Das heißt, du könntest dir vorstellen, bei GREMAKO zu bleiben? – „Wenn weiterhin alles gut verläuft, dann ja.“ Wieder nicken beide einvernehmlich.
Daniel, nenn´ mir drei Gründe, warum. – „Die Struktur hier ist sehr familiär. Ich kann gut mit seinem Ausbilder zusammen arbeiten, und die Arbeit ist unglaublich abwechslungsreich.“ 

Vom Chef Andreas Vollmert, der das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau Sonja führt, möchte ich noch ein paar Fakten wissen, die uns schlauer machen, wenn es um unsere unmittelbaren Nachbarn aus der mittelständischen Industrie geht. Die drei großen Gs „GREMAKO bedeutet die Kombination aus den Namen GREgory und MAacKens, zwei Männer, die vor 58 Jahren die Firma gründeten. Wir beide sind seit dem 01.01. 2015 die Nachfolger in der vierten Generation. Lassen Sie mich unsere Ziele, Leitsätze an dem ersten Buchstaben unseres Firmennamens festmachen: 

G wie „Gemeinsam“, denn wir sind eine überzeugte Mitarbeiterfamilie, der solche Begriffe wie Vertrauen, Offenheit, Ehrlichkeit und Treue in der Verbindung von Mensch zu Mensch viel bedeuten. 

G wie „Großartig“, denn wir schaffen großartige Verbindungen für die Zukunft mit über 600 Kunden weltweit. 100 % Made by GREMAKO = 100 % Made in Germany. 

G wie „Genauigkeit“, denn wir haben den richtigen Dreh raus für Getriebe und Bremssystem in Pkws, für Regalböden, Türschlösser, Bohrmaschinen, Industriewerkzeuge, Waschmaschinen, Bohrkräne,  Skibindungen etc.“
Auch Pausen gehören zur Arbeit dazu: Sonja und Andreas Vollmert auf der GREMAKO-Pausenbank.
Und alle diese Produkte tragen Ihre Stifte in und an sich? 

Vollmert: „Genau. Der Stahlverbrauch pro Jahr für die Produktion unserer Stifte liegt bei ca. 1100 t. Als Beispiel: In 2017 haben wir damit 220 Millionen Stifte produziert.“ 

Ihr Lager muss riesengroß sein oder? 

Vollmert: „Wir halten 4000 verschiedene Artikel zur Auslieferung nach Kundenwunsch bereit. Zurzeit haben wir ca. 52 Millionen Stifte auf Lager.“ 

Wie groß ist der Maschinenpark? 

Vollmert: „In der Produktionshalle stehen 90 Drehmaschinen, 25 Schleifmaschinen und 8 Aussuchmaschinen für die 100-Prozent-Qualitätskontrolle. Und dabei geht es äußerst genau zu. Die Präzision beim Schleifen geht bis 5/1000 Millimeter. Das sind 5 My!“
Ich denke, wir sind für die Zukunft gut gerüstet, obwohl wir uns trotzdem natürlich Tag für Tag immer wieder verbessern müssen. Aber wer ein solches Team an Bord hat, braucht keine Angst vor der Zukunft zu haben.“ 

G wie GREMAKO, G wie gemeinsam in die Zukunft.

„Wir freuen uns darauf!“ fügt Andreas Vollmert noch hinzu.
Ein Artikel von Wolfgang Klein

Bildergalerie: GREMAKO: Weltmeister im „Stiftemachen“