Nachrichten Wirtschaft
Finnentrop, 10. Mai 2017

Verändertes Kundenverhalten und starker Digitalisierungstrend

Volksbank-Filiale in Schönholthausen schließt zum Jahresende

Zum Jahresende schließt die Volksbank-Filiale in Schönholthausen nach 135 Jahren.
Zum Jahresende schließt die Volksbank-Filiale in Schönholthausen nach 135 Jahren.
Foto: Volksbank Bigge-Lenne
Schönholthausen. Im Filialnetz der Volksbank kam es in den vergangenen Jahren bereits zu mehreren Umstrukturierungen. Jetzt steht die nächste an: Die Geschäftsstelle in Schönholthausen wird zum Jahresende geschlossen.

Nur wenige Einzahlungen pro Tag, eine sehr geringe Auslastung des Geldausgabeautomaten sowie eine steigende Anzahl der Online- und Mobile-Banking Kunden aus Schönholthausen seien die Beweggründe für diesen „nicht einfachen Schritt“ gewesen, erklärt Privatkundenvorstand Bernd Griese von der Volksbank Bigge-Lenne. Über 40 Prozent der Schönholthauser Kunden nutzten bereits heute Geldautomaten an anderen Standorten. „Dort, wo die Menschen arbeiten oder wo der tägliche Bedarf gedeckt wird und Kaufkraft hinfließt“, so Griese.

Generell stelle die Genossenschaftsbank eine „deutlich rückläufige Kundenfrequenz in Filialen“ und die Fortsetzung des Digitalisierungstrends; beide Entwicklungen führten dazu, dass die Auslastung von Geldautomaten nicht mehr wirtschaftlich sei. Dennoch betont Griese, dass die persönliche Beratung vor Ort auch im Online-Zeitalter nach wie vor von großer Bedeutung sei. Dienstleistungen werden in Fretter gebündelt „Wir werden die Bankdienstleistungen für unsere Mitglieder und Kunden aus Fretter und Schönholthausen in der Filiale Fretter bündeln“, kündigt Griese an. Die Mitgliedervertreter aus Fretter und Schönholthausen seien über diesen Schritt in einem persönlichen Gespräch Ende April informiert worden. „Dabei haben wir Bestätigung in der betriebswirtschaftlichen Sichtweise erhalten.“ Die Entscheidung wurde laut Griese von den Gremien mitgetragen. „Wir müssen den Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und kreditwirtschaftlicher Grundversorgung in der Fläche hinbekommen und sind davon überzeugt, dass uns dies gelingen wird.“
Das neue Berater-Team für das Frettertal: Birgit Müller, Christopher Hennes und Bernhard von Plettenberg.
Außerdem will der Vorstand alle Hebel in Bewegung setzen, um die Bargeldversorgung in Schönholthausen zu sichern. Griese: „Wir haben bereits in Lenhausen eine Lösung mit dem Einzelhandel gefunden. Auch in Schönholthausen laufen derzeit noch Gespräche dazu.“ Darüber hinaus bietet die Volksbank für ältere und weniger mobile Kunden einen Bargeldliefer-Service an. Umbau der Filiale in Fretter Die Bargeldversorgung in der Fläche im Kreis Olpe und im Hochsauerlandkreis kostet die Volksbank laut Griese jährlich 1,6 Millionen Euro. „Eine wichtige Service-Leistung für unsere Kunden, die wir weiterhin bieten möchten“, erklärt Griese aber. Neben den Service-Leistungen steige der Bedarf nach individueller Finanzberatung je nach Lebenssituation. „Dafür benötigen wir Spezialisten, die sich Zeit für unsere Kunden nehmen. Diesem veränderten Kundenverhalten müssen wir Rechnung tragen“, so Griese.

Die Filiale Fretter soll im November 2017 umgebaut werden, um den Anforderungen an Beratungsraum und –zeit gerecht zu werden. Vom Halbtagsbetrieb werden dann die täglichen Öffnungszeiten auf 9 bis 12 und 14 bis 17 Uhr ausgeweitet. Mittwochs nachmittags bleibt die Filiale Fretter geschlossen, allerdings sind Beratungstermine auch außerhalb der Öffnungszeiten täglich von 8 bis 19 Uhr möglich.

Neben Online-Banking werden nach Angaben der Volksbank immer mehr Bankgeschäfte auch telefonisch abgewickelt. Dafür stehen wochentags von 8 bis 19 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr die Mitarbeiterinnen des Kundenservice-Centers unter 02721/1330 zur Verfügung.
(LP)

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