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Finnentrop, 08. Oktober 2017

Mitarbeiter sehen Fusion mit indischem Konzern gelassen

Thyssenkrupp in Finnentrop feiert 150-jähriges Jubiläum

Das Betriebsgelände der Firma Thyssenkrupp in Finnentrop.
Das Betriebsgelände der Firma Thyssenkrupp in Finnentrop.
Foto: privat
Finnentrop. Schon bevor sich um 11 Uhr das Werkstor der Firma Thyssenkrupp am Standort Finnentrop öffnete, warteten Besucher davor und hofften auf Einlass. Das Interesse, einmal hinter die Kulissen der Firma zu schauen, war groß und den ganzen Tag über ungebrochen, denn das Unternehmen hatte zum 150-jährigen Jubiläum geladen.

Rund 240 Mitarbeiter sind am Standort Finnentrop beschäftigt. Und während viele der circa 27.600 Mitarbeiter in der Stahlsparte von Thyssenkrupp um ihre Jobs nach der Fusion mit dem indischen Konzert Tata fürchten, sieht man der Lage in Finnentrop gelassen entgegen. Schon 1964, als in Finnentrop die erste Feuerbeschichtungsanlage an den Start ging, wurde damit Pionierarbeit geleistet und ermöglicht, Stahl mit Zink zu überziehen.Rundgang durch die Prdouktion Wie genau in Finnentrop gearbeitet und produziert wird, davon konnte sich die Besucher überzeugen.  Ausgestattet mit einem Schutzhelm, wurde ein vorgegebener Produktionsweg erkundet und die Besucher sahen, wie das Feinblech bearbeitet wird.

„Wir machen aber kein Blech für die Dosen von Mettenwürstchen“, erklärte ein Mitarbeiter. Das oberflächenbeschichtete Feinblech kommt hauptsächlich in der Automobilindustrie zum Einsatz. Schwerpunkt sind hier „Warmumformstähle für B- und C-Säulen“. Weiteres Einsatzgebiet ist die sogenannte „Weiße Ware“ wie für Seitenteile von Spülmaschinen oder Rückwänden von Waschmaschinen. Material „Made in Finnentrop“ findet sich aber auch in den bekannten Weber-Grills.  Im Rahmen einer Großinvestition mit Wechselkesselsystem und dem auf 48 Meter verlängerten Kühlturm, der fast schon ein Wahrzeichen von Finnentrop ist, können an dieser Anlage seit 2008 feueraluminierte Coils hergestellt werden. Im Zuge der Erneuerungen in den vergangenen Jahren wurde zudem die alte Rollennahtschweißmaschine gegen eine hochmoderne Laserschweißmaschine ersetzt, um den Kundenanforderungen noch besser gerecht zu werden.

Aber nicht nur die Produktion galt es in Augenschein zu nehmen. Das Programm wurde abgerundet mit  diversen Informationsständen, dem Merchandising-Truck von Thyssenkrupp, Catering und Musik, Besichtigung von Fahrzeugen der Werksfeuerwehr, einem Bobbycar-Parcours für Kinder und Kinderschminken.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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