Nachrichten Wirtschaft
Finnentrop, 20. Januar 2018

Neuausrichtung

Sparkasse Finnentrop schließt drei Geschäftsstellen

Marktbereichsleiter Josef Wurm, der Vorstandsvorsitzende Frank Nennstiel und Vorstandsmitglied Dirk Atteln (hinten von links) haben die Gründe und die konkreten Pläne für die Neuausrichtung erläutert.
Marktbereichsleiter Josef Wurm, der Vorstandsvorsitzende Frank Nennstiel und Vorstandsmitglied Dirk Atteln (hinten von links) haben die Gründe und die konkreten Pläne für die Neuausrichtung erläutert.
Archivfoto: Barbara Sander-Graetz
Finnentrop. Die Sparkassen-Geschäftsstellen in Lenhausen, Rönkhausen und am Rathaus in Finnentrop werden im Laufe dieses Jahres geschlossen. Außerdem werden die Filialen in Fretter und Heggen künftig nur noch halbtags von Beratern betreut. Mit diesen Maßnahmen reagiert die Sparkasse Finnentrop nach eigenen Angaben auf einen „deutlichen Wandel im Kundenverhalten“, heißt es in einer am Freitag, 19. Januar, veröffentlichten Pressemitteilung des Kreditinstituts.
„Durch die immer stärkere Nutzung digitaler Kommunikationswege hat sich auch die Nachfrage nach den traditionellen Finanzdienstleistungen  in den letzten Jahren deutlich verändert",  wird Frank Nennstiel, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Finnentrop, zitiert. „Die klassische Nutzung der Geschäftsstelle zur Bargeldversorgung und Abwicklung des Zahlungsverkehrs nimmt immer mehr ab. Einfache Beratungsleistungen werden häufig über das Internet abgerufen. Umfangreichere Anfragen münden in Terminen mit Spezialisten aus den Bereichen Finanzierung, Wertpapier oder Versicherungen.“

Alle Geschäftsstellen im Gemeindegebiet seien daher in einem mehrstufigen Analyse-Verfahren geprüft worden, unter anderem in den Bereichen Nutzungsintensität, Entfernungen und Gebäudezustand. Auf der Basis der Ergebnisse habe der Vorstand dann einen Vorschlag zur Neustrukturierung des Privatkundenmarkts gemacht, den der Verwaltungsrat im Vorjahr nicht nur mitgetragen, sondern schließlich auch abgesegnet habe. „Beratungskompetenzen bündeln“ Der Plan: An den Geschäftsstellen in Fretter und Heggen soll ein festes Berater-Team Kunden zukünftig „wechselseitig halbtags“ zur Verfügung stehen. Die Filialen in Lenhausen, Rönkhausen und am Rathaus in Finnentrop werden hingegen dichtgemacht und sollen mit den großen Standorten in Bamenohl und Finnentrop verschmelzen. Die auch aus betriebswirtschaftlichen Gründen notwendige Neustrukturierung soll zum Jahresende abgeschlossen sein, erklärt Vorstandsmitglied Dirk Atteln.

Dass die Sparkasse Finnentrop im Gemeindegebiet damit bald nur noch an vier Standorten vertreten sein wird, ermögliche „modernere und effizientere Standorte“: Hier sollen die „Beratungskompetenzen gebündelt“, mehr Berater vor Ort sein und Beratungszeiten flexibler und ausgeweitet werden. Das heißt laut Sparkasse auch: Die Reduzierung der Geschäftsstellen ist nicht mit Entlassungen verbunden. Im Gegenteil, die Anzahl der Kundenberater soll sogar erhöht werden. Das Sparkassen-„Herzstück“ sollen auch weiter die Filialen und der persönliche Kundenkontakt sein, sagt Frank Nennstiel. Bargeld-Bring-Service und Beratung zu Hause Den Plan des Kreditinstituts für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen, die weniger mobil sind, erläutert Vorstandsmitglied Dirk Atteln: „Wir gehen davon aus, dass viele unserer älteren Kunden unser vielfältiges Angebot zur Bargeldversorgung in ihre regelmäßigen Versorgungswege integrieren können. Wo das nicht möglich oder gewünscht ist, stellen wir diesen Kunden auf Wunsch einen Bargeld-Bring-Service zur Verfügung. Darüber hinaus beraten unsere Mitarbeiter ihre Kunden aber auch vor Ort beim Kunden zu Hause."

Darüber hinaus kündigt die Sparkasse Finnentrop, das „KundenServiceCenter“ ausbauen zu wollen, das telefonisch und per E-Mail erreichbar ist. Auch die medialen Vertriebs-, Informations- und Service-Kanäle sollen erweitert werden. Am Förderengagement des Kreditinstituts in Form von Spenden und Zuschüssen soll sich durch die Neuausrichtung nichts ändern.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

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