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Attendorn, Attendorn, 31. August 2016

Stadt, Berufskolleg und Firmen nehmen an Projekt „Ökofit“ teil

Schonung der Umwelt und des Geldbeutels

Die Teilnehmer des neuen "Ökofit"-Projekts lernten sich im Rathaus kennen.
Die Teilnehmer des neuen "Ökofit"-Projekts lernten sich im Rathaus kennen.
Foto: Barbara Sander-Graetz
„Umwelt rechnet sich“, betonte Bürgermeister Christian Pospischil bei der Auftaktveranstaltung des Projektes „Ökoprofit Hansestadt Attendorn 2016/2017“ am Mittwoch. Zehn Unternehmen und die Stadt Attendorn werden im Rahmen des Projektes prüfen, wie und an welchen Stellen des Betriebs sich Energie sparen und der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO2) reduzieren lassen. Ein Vorhaben, das sowohl die Umwelt als auch den eigenen Geldbeutel schonen soll.

An dem Projekt nehmen die Firmen Tielke, Bruse, das Berufskolleg, Oberflächen Damm, Thorsten Gaul, Schwark aus Heggen, Unitech, Organisationsentwicklung Nöh, Gesenkschmiede Kröger und Kleinsorge sowie die Hansestadt Attendorn teil, die in diesem Rahmen das Rathaus in den Fokus stellt. Unterstützt werden die Teilnehmer von Fachberatern des Unternehmens Saller aus Wiehl. Die Umsetzung des Projekts erfolgt mit Hilfe von Workshops und durch Beratung vor Ort. Zum Ende des ersten Quartals 2017 sollen Ergebnisse vorgestellt werden können.

Ökoprofit ist ein in Deutschland bereits vielfach durchgeführtes Projekt, das von Kommunen initiiert wird, um gemeinsam mit den örtlichen Unternehmen das übergeordnete Ziel zu erreichen, Energie zu sparen, damit den CO²-Ausstoß zu verringern und so die Betriebskosten zu senken. Erreicht werden soll das zum einen durch die Verbesserung von verschiedenen Abläufen und Prozessen in den teilnehmenden Betrieben, zum anderen durch die Sensibilisierung und Motivation der Mitarbeiter. Und davon können sowohl kleine als auch große Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen profitieren. Am Ende des Projektes steht dann die Auszeichnung als sogenannter „Ökoprofit-Betrieb“. Stadt hat bereits Millionensumme investiert Ludger Gabriel, Leiter der Gebäudebewirtschaftung Attendorn (GEBA), stellte bei der Auftaktveranstaltung die vergangenen Bausteine für Energieeffizienz vor, die bei der Stadt schon umgesetzt wurden. „Wir haben im Rahmen des Konjunkturpaketes II in den Jahren 2009/2010 2,5 Millionen Euro in die städtischen Gebäude zur energetischen Sanierung investiert. Außerdem wurden für 53 große Gebäude Exposés für konkrete Maßnahmen erstellt. 1,2 Millionen Euro wurden nochmals in den Jahren 2011/2012 investiert“, zählte Gabriel auf. „Gleichzeitig wurden für weitere Sanierungen auch Rücklagen gebildet. Dabei kamen auch Fördermittel der EU zum Einsatz.“

Um den Energieeinsatz nachhaltig zu steuern, hat der Stadtrat zudem beschlossen, ein Controlling-Konzept für das Energiemanagement der öffentlichen Gebäude zu erarbeiten und zugleich umzusetzen. Ein Ergebnis: der erste Energiebericht der Hansestadt. Neben der Dokumentation des Verbrauchs und der Kosten der letzten sechs Kalenderjahre ergänzen diverse Auswertungen den Bericht. In den kommenden Jahren soll dieser Bericht laufend fortgeschrieben werden. Zudem sollen zukünftig die Erklärungen der Abweichungen immer mehr in den Fokus der Betrachtung gerückt werden. Hierzu sei die tägliche Auswertungsmöglichkeit des gesamten Energieverbrauchs sehr hilfreich. Öffentliche Gebäude beziehen erneuerbaren Energien Mit dem Einsatz von sogeannten „Smart-Metern“ soll diese Auswertungsmöglichkeit zukünftig deutlich verdichtet werden, sodass neben der weiteren Optimierung des Verbrauchs auch der Einkauf von Energie effizienter erfüllt werden kann. „Durch den Zukauf des Stroms aus erneuerbaren Energien, sprich Wasserkraft, konnte die CO²-Belastung mit einem Schlag um rund 1200 Tonnen auf 0 gesenkt werden. Der Stromverbrauch in den öffentlichen Gebäuden bei der Hansestadt Attendorn erfolgt somit seit Mitte 2013 CO²-neutral“, so Gabriel.

„In den kommenden Jahren werden zudem die Erkenntnisse aus dem Energiemanagement in die Öffentlichkeit getragen, um die Sensibilität für unsere Umwelt weiter zu stärken und die Nachhaltigkeitsbemühungen auf eine breite Basis in der Bevölkerung zu stellen“, erklärte Gabriel außerdem.
Ökoprofit ist die Abkürzung für "Ökologisches Projekt Für Integrierte Umwelt-Technik". Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt zwischen Kommunen und der Wirtschaft (Industrie, Handwerk, Dienstleistung) mit dem Ziel der Betriebskostensenkung unter gleichzeitiger Schonung der natürlichen Ressourcen (Energie, Wasser, Abfall) Energie).

Nähere Informationen unter http://www.oekoprofit-nrw.de.

Ökoprofit wird durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen finanziell gefördert. (bsg)
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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