Nachrichten Wirtschaft
Attendorn, 27. Januar 2018

Von den Werthmann-Werkstätten zum regulären Beschäftigungsverhältnis

Inklusion im Arbeitsleben: Andre Völker beginnt neuen Job

Freuen sich über den beruflichen Fortschirtt für Andre Völker (von links): Günter Rotthoff, Andre Völker, Juliane Strunk, Reiner Hesmert und Michael Lütticke.
Freuen sich über den beruflichen Fortschirtt für Andre Völker (von links): Günter Rotthoff, Andre Völker, Juliane Strunk, Reiner Hesmert und Michael Lütticke.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Attendorn. Für Andre Völker ist ein Traum in Erfüllung gegangen: Seit Anfang Dezember vergangenen Jahres arbeitet er bei der Firma Gewiss in Ottfingen in einem sozialversicherten Beschäftigungsverhältnis. Zuvor war er in den Werthmann-Werkstätten tätig.

Die Firma Gewiss gehört zur internationalen Gewiss Group mit Sitz in Italien. Sie entwickelt, fertigt und vertreibt Komponenten der Elektroinstallation für Handwerk und Industrie.

Zuvor hatte der 25-Jährige seit März 2011 im Betrieb, im Rahmen eines betriebsintegrierten Arbeitsplatzes (Außenarbeitsplatz), der Werthmann-Werkstätten gearbeitet. „Das war jetzt der nächste und logische Schritt“, freut sich auch Günter Rotthoff, sein Integrationsassistent von den Werthmann-Werkstätten, der ihn die vergangenen Jahre begleitet hat. Praktikum bei der Firma Gewiss Andre Völker ist eine echte Erfolgsgeschichte. Im September 2010 kam er nach seiner Schullaufbahn in die Werthmann-Werkstätten und absolvierte zunächst den Berufsbildungsbereich. Nach einem Praktikum bei der Firma Gewiss führte er hier seine berufliche Bildung fort. „Als Andre den Wunsch äußerte, in ein sozialversicherten Beschäftigungsverhältnis  zu wechseln, haben wir nicht lange gezögert und ihm diesen Arbeitsplatz angeboten“, so Betriebsleiter Reiner Hesmert. „Sonst drohte die Gefahr, dass wir einen guten Mann verlieren.“

Möglich war das, weil viele positive Faktoren zusammen kamen. Zum einen Andre Völker selber. Er ist begeistert von seiner Arbeit als Lagerhelfer. Zahlen sind seine Welt und damit kann er sich Artikelnummern gut merken. „Außerdem habe ich auch den Staplerführerschein gemacht.“ Zum anderen aber auch seine Kollegen. Sie wissen um seine Schwächen und Stärken. „Wir benötigten im Lager Unterstützung und starteten den Versuch, hier einen betriebsintegrierten Arbeitsplatz als Lagerhelfer zu errichten“, erklärt Reiner Hesmert. Inklusion im Arbeitsleben Dank der fachlichen Anleitung und kollegialen Begleitung durch den „Paten“ Michael Lütticke im Betrieb gelang die Inklusion im Arbeitsleben vorbildlich. Michael Lütticke ist für Andre Völker erster Ansprechpartner, wenn es Fragen oder Probleme gibt.

Ansonsten stand ihm Günter Rotthoff zur Seite. Doch da heißt es jetzt Abschied nehmen. Denn das Beschäftigungsverhältnis mit den Werthmann Werkstätten ist nun zu Ende. „Natürlich bin ich sehr stolz auf seinen beruflichen Werdegang – die Vermittlungen auf einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz sind für uns besondere Erfolgsmomente“, betonte der Integrationsassistent. Die helfende Hand an Andres Seite ist in Zukunft Juliane Strunk vom Integrationsfachdienst. Der Integrationsfachdienst (IFD) Siegen, Olpe, Wittgenstein und die Werthmann Werkstätten kooperieren hier eng miteinander. Unterstützung beim Führerschein Wie gut deren Hilfe ist, konnte Andre Völker schon gleich erfahren. „Als nächstes möchte ich meinen Führerschein machen.“ Dafür gibt es finanzielle Unterstützung vom Integrationsfachdienst. Das begrüßt auch Betriebsleiter Reiner Hesmert. „So könnten wir sein Aufgabenspektrum auch um Kurierfahrten erweitern.“ Das eigene Auto ist dann ein weiteres Ziel. Andre Völker wird das schaffen. Da sind sich alle einig. Nun verdient er zum ersten Mal seinen eigenen Lohn von dem er für sein Auto sparen will. 

Auch für die Firma Gewiss gab es Unterstützungsleistungen. Sowohl bei dem betriebsintegrierten Arbeitsplatz als auch beim Übergang von den Werkstätten für Menschen mit Behinderungen in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis kann der Beschäftigungsgeber finanzielle Zuschüssen anfordern. Acht neue Lebensabschnitte Andre Völker hatte einen der derzeit 33 betriebsintegrierten Arbeitsplätze der Werthmann-Werkstätten. Sie sind in unterschiedlichsten Bereichen wie Industriebetrieben, öffentlichen Verwaltungen und sozialen Einrichtungen angesiedelt - Tendenz steigend. Nun gehört er zu den acht Mitarbeitern, die es in ein sozialversichertes Beschäftigungsverhältnis in den letzten Jahren geschafft haben.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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