Nachrichten Wirtschaft
Attendorn, 10. Dezember 2017

Kompaktmasten sollen Gesundheit der Menschen schützen

Informationsveranstaltung zu Stromtrasse in Attendorn

Informationsveranstaltung zu Stromtrasse in Attendorn
Symbolfoto: Sven Prillwitz
Attendorn. Auf viele interessierte Bürger hoffen Dorothe Rocksloh, Juliane Schulte und ihre Mitstreiter, wenn am Donnerstag, 14. Dezember, um 18.30 Uhr in der Stadthalle die Informationsveranstaltung zum Thema „Kompaktmasten als schonende Alternative für Attendorn“ stattfindet.

Die neuen 380 Kilovolt-Leitungen werden auch das Stadtgebiet Attendorn durchziehen, um den Strom von der Nordsee nach Bayern zu bringen. „Wir möchten erreichen, dass die gesundheitliche  Belastung durch die  elektrischen Magnetfelder so gering wie möglich ausfällt“, erklärt Dorothe Rocksloh. Eine Alternative wären sogenannte Kompaktmasten, anstelle der vorgesehenen Stahlgittermasten des Typs „Donau“.

Diese schonende Alternative bedeutete eine deutlich verringerte Trassenbreite, eine verringerte Geräuschentwicklung bei feuchtem Wetter und eine erheblich reduzierte elektromagnetische Strahlung. Gerade letzteres ist den Betroffenen ein ganz wichtiges Anliegen. Elektromagnetische Strahlung kann man nicht sehen, riechen oder schmecken. Auch bei den Grenzwerten gibt es innerhalb Europas große Unterschiede. Potenzielles Gesundheitsrisiko In der Schweiz liegt der gesetzliche Grenzwert elektromagnetischer Strahlung zum Beispiel bei nur rund 1µT (Mikrotesla), in den Niederlanden sogar nur bei 0,3 µT, in Deutschland jedoch bei 100 µT. Kritische Wissenschaftler empfehlen lediglich 0,2 µT bei einer Dauerbelastung, wie sie durch Stromleitungen entsteht. Einer Studie aus der Schweiz zufolge bedeutet eine Magnetfeldbelastung von 0,4 µT über einen längeren Zeitraum möglicherweise ein doppelt so hohes Risiko für Leukämie bei Kindern. Deutsche Grenzwerte würden weder bei Stahlgittermasten noch bei Kompaktmasten überschritten werden, „doch es ist gerade hier wichtig, die beste Alternative für den Schutz der Menschen zu wählen“, wünschen sich die Anlieger.  Eventuell höhere Kosten würde nicht der Betreiber Amprion tragen, sondern der Verbraucher, auf den die Kosten dieser Trasse durch Deutschland sowieso umgelegt würden.

Auf der Seite der betroffenen Bürger ist dabei die 26. Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes, kurz 26. BImSchv. Sie sieht vor, „dass bei Errichtung und wesentlichen Änderungen von Niedrigfrequenzanlagen sowie Gleichstromanlagen die Möglichkeiten auszuschöpfen sind, die von der jeweiligen Anlage ausgehenden elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern nach dem Stand der Technik im Einwirkungsbereich zu minimieren. Kompaktmasten sind entsprechend dem Minimierungsgebot eine hervorragende Alternative zu Stahlgittermasten.“ Präsenz zeigen „Wir alle zusammen, die Bürger, die Stadt und  die Verwaltung müssen uns gemeinsam für die schonende Variante stark machen und daher ist es wichtig, dass viele zu der Informationsveranstaltung kommen. Denn auch Vertreter von Amprion haben ihre Zusage gegeben und werden an diesem Abend da sein“, so Juliane Schulte. 

Die Stadt Attendorn selber hat sich einstimmig per Ratsbeschluss für die Kompaktmasten ausgesprochen. Da Amprion im Zuge des Planfeststellungsverfahrens im Frühjahr seine Pläne bei der Bezirksregierung Arnsberg für eine Baugenehmigung einreichen will, hat die Stadt jetzt die Möglichkeit, auch noch eine Eingabe mit ihren Wünschen zu machen. Sie entscheidet zwar letztlich nicht über den Verlauf der Trasse und die verwendeten Masten, kann aber ihre Vorstellungen einbringen. Und je mehr Menschen dies unterstützen, desto wahrscheinlicher ist eine Umsetzung im Sinne der Bürger.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

Bildergalerie: Informationsveranstaltung zu Stromtrasse in Attendorn