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Olpe, Olpe, 5. Dezember 2015

Rundgang durch das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar am Tag der offenen Tür

"Transparenz ist wichtig"

An diesem Stand konnten sich die Besucher über das Hospiz informieren. Und es gab noch viel mehr beim Tag der offenen Tür zu entdecken.
An diesem Stand konnten sich die Besucher über das Hospiz informieren. Und es gab noch viel mehr beim Tag der offenen Tür zu entdecken.
Fotos: Katja Fünfsinn
Das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe veranstaltete erneut einen Tag der offenen Tür. Viele Besucher kamen in die Einrichtung, in der sterbenskranke Kinder und Jugendliche mit ihren Familien betreut werden. Auch LokalPlus hat sich in den Räumlichkeiten umgesehen.

Es ist ein wichtiger Tag für die Mitarbeiter und Patienten, die im Kinder- und Jugendhospiz Balthasar Gäste heißen: Mit dem Tag der offenen Tür wollen sie sich der Öffentlichkeit präsentieren. Sie wollen zeigen, wofür die Spenden genutzt werden, ohne die das Balthasar nicht existieren könnte. Große Resonanz Jährlich müssen etwa 70 Prozent der Kosten mit Spenden abgedeckt werden - das sind rund 1,2 Millionen Euro. "An viele Institutionen überweist man einfach das Geld und weiß gar nicht, wohin genau es fließt. Uns ist da Transparenz sehr wichtig", erklärt Nicole Binnewitt, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit. Und die Resonanz ist groß: Wenn das Balthasar seine Türen öffnet, kommen 600 bis 800 Besucher. Informieren und aufklären "Wir wollen über unsere Arbeit aufklären, viele wissen gar nicht, was ein Kinderhospiz genau ist." (siehe Infokasten) "Das ist einfach ein Thema, mit dem man nichts zu tun haben will. Wenn man selbst betroffen ist, sieht das natürlich anders aus. Aber wer es nicht braucht, beschäftigt sich nicht damit", verdeutlichte Nicole Binnewitt. Deswegen soll der Tag der offenen Tür informieren und aufklären. Mitarbeiter beantworten viele Fragen Vom Snoezelraum über das Musik- und Spielzimmer bis zum Lese- und Entspannungsraum - die meisten Türen stehen an diesem Tag offen. Nur der Abschiedsbereich war verschlossen, weil dort ein Kind aufgebahrt war. Obwohl die Themen Tod und Sterben im Hospiz allgegenwärtig sind, fühlt man sich beim Besuch im Balthasar nicht unwohl. Die Mitarbeiter sind freundlich, beantworten zahlreiche Fragen und nehmen ihren Besuchern schnell das anfängliche flaue Gefühl im Bauch. Sie zeigen Zimmer von jugendlichen Gästen oder machen eine Führung durch den Garten. Vorträge und Verkaufsstände Vorträge über die Arbeit des Hospizteams und die Trauerarbeit mit Kindern und Jugendlichen werden mit einem zehnminütigen Film über die Einrichtung ergänzt. In den Wohnbereichen sind verschiedene Verkaufsstände aufgebaut, an denen kreative und dekorative Stücke verkauft werden. Viele der Stände spenden ihren Erlös an das Hospiz. Auch die Einnahmen des Waffel- und Pastaverkaufs werden gespendet. Am Waffelstand arbeiten Schüler des St.-Ursula-Gymnasiums aus Attendorn ehrenamtlich.
Das Kinder- und Jugendhospiz Balhasar
Die Mitarbeiter des Kinder- und Jugendhospiz Balthasar kümmern sich ab dem Tag der Diagnose "sterbenskrank" um die Patienten und ihre Familien. Unter dem Motto "Leben und Lachen, Sterben und Trauern" können die Gäste bis zu vier Wochen im Jahr ins Hospiz kommen. Während die Kinder und Jugendlichen Musik machen, im Garten spielen, schwimmen gehen oder Besuch von den Klinikclowns bekommen, werden die Eltern im Balthasar in der Pflege ihrer Kinder entlastet. Sie sollen auftanken und auch mal ihre eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund stellen dürfen. Im Abschiedsbereich werden Familien in den letzten Tagen ihres Besuches betreut.
Ein Artikel von Katja Fünfsinn

Bildergalerie: "Transparenz ist wichtig"