Nachrichten Dies und das
Olpe, 20. Oktober 2017

„Großer Schub für bessere Wohnverhältnisse“

Lebenshilfe NRW feiert Richtfest für neues Wohnheim in Olpe

Lebenshilfe NRW feiert Richtfest für neues Wohnheim in Olpe
Foto: Sven Prillwitz
Olpe. Der Rohbau ist fertig, der Dachstuhl errichtet – und das ganze Neubau-Projekt trotz einiger Schwierigkeiten voll im Zeitplan: Die Lebenshilfe NRW hat am Freitagvormittag, 20. Oktober, das Richtfest für die neue Wohnstätte für Menschen mit Behinderung gefeiert, die an der Schingerskuhle in Olpe entsteht.

Das neue Gebäude bedeute für die Lebenshilfe in Olpe und die Bewohner einen „großen Schub für bessere Wohnverhältnisse“, sagte Herbert Frings, Geschäftsführer des NRW-Landesverbands der Lebenshilfe. Mit Blick auf die neuen Möglichkeiten in Sachen Versorgung, Betreuung und Barrierefreiheit verspreche die neue Immobilie einen „hohen Standard“ für die Wohnqualität. Was Frings ebenfalls freute: Der Bauzeitplan sei „bislang gut eingehalten“ worden, obwohl die Hanglage des Grundstücks zu „diversen Schwierigkeiten“ und erhöhten Kosten geführt habe, unter anderem aufgrund von Sicherungsarbeiten am Hang. Rund 3,9 Millionen Euro kostet der Neubau. Kosten, die die Lebenshilfe nur dank der Unterstützung durch diverse Spender und Stiftungen, allen voran die NRW-Stiftung Wohlfahrtspflege und die „Aktion Mensch“, stemmen könne, betonte Frings. Er bedankte sich im Namen der Lebenshilfe und der Bewohner nicht nur bei den Geldgebern, sondern auch bei der bauausführenden Kirchhundemer Firma Behle, dem Ingenieursbüro BFT Planung (Aachen) und der Stadt Olpe, die beim Erwerb des Grundstücks geholfen hatte. Im Idealfall könnte der Umzug in den Neubau im September 2018 erfolgen, so Frings. Platz für 23 Bewohner Der Neubau an der Schingerskuhle, der aus vier Etagen besteht, soll Platz bieten für 19 Personen, die stationär betreut werden, sowie für eine Wohngemeinschaft, in der vier Menschen miteinander leben können. Außerdem werden zwei sogenannte „Kurzzeitplätze“ eingerichtet für eine tage- oder wochenweise stationäre Betreuung von Menschen mit Behinderung.

Das neue Wohnheim versteht sich als Ergänzung zu den drei bereits bestehenden Lebenshilfe-Einrichtungen in der Kreisstadt, der Villa Müller sowie den Außenwohngruppen an der Grubenstraße und am Silberweg. Insgesamt betreut die Lebenshilfe in Olpe derzeit 39 Personen. Die beiden Außengruppen sollen nach Fertigstellung des Neubaus für die ambulante Betreuung genutzt werden
Herbert Frings von der Lebenshilfe NRW (hinten rechts) und Olpes Bürgermeister Peter Weber (hinten, 2. von rechts) hielten beim Richtfest kurze Ansprachen.
.„Was hier gebaut wird, ist sowohl ein Bauwerk als auch Zukunft“, sagte Olpes Bürgermeister Peter Weber. Und betonte die besondere Rolle, die die Lebenshilfe für die Integration von Menschen mit Behinderung auch in der Kreisstadt seit jeher spiele: „Die hier betreuten Menschen sind auch hier gesellschaftlichen Leben ein fester Bestandteil geworden.“ Weber bedankte sich bei allen, „die es möglich gemacht haben, dass wir hier heute das Richtfest feiern können“.
Herbert Frings stieß mit Zimmerer Christian Wiesen (links) und Frank Lissel, Bewohner der Lebenshilfe-Einrichtung an der Grubenstraße, auf den fertigen Rohbau und den errichteten Dachstuhl an.
Anschließend lasen drei Vertreterinnen des Wohnheimbeirates ein Gedicht vor, das Bewohner eigens für das Richtfest verfasst hatten. Das hatte – ganz traditionsgemäß – mit der Ansprache des Zimmermanns begonnen, die Christian Wiesen von der Zimmerei Hinck (Hellenthal/Kreis Euskirchen) in Gedichtform gehalten hatte. Nach dem offiziellen Teil wurde auf der Baustelle der aus einem kleinen Büffet bestehende „Richtschmaus“ serviert.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

Bildergalerie: Lebenshilfe NRW feiert Richtfest für neues Wohnheim in Olpe