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Olpe, Olpe, 27. April 2016

Stadt plant „moderate“ Anpassungen zur Entlastung des Haushalts

Höhere Preise für Musikschule und Kulturveranstaltungen?

Der Besuch der Musikschule in Olpe könnte bald teurer werden, vor allem für Erwachsene.
Der Besuch der Musikschule in Olpe könnte bald teurer werden, vor allem für Erwachsene.
Foto: Sven Prillwitz
Kultur in Olpe könnte bald teurer werden: In seiner Sitzung am Donnerstag, 28. April, entscheidet der Stadtrat darüber, ob die Gebühren für Musikschüler und die Eintrittspreise für städtische Kulturveranstaltungen erhöht werden. Die erwarteten Mehreinnahmen sollen zur Kostendeckung beitragen und den städtischen Haushalt entlasten. In beiden Fällen ist von einer „moderaten“ Erhöhung die Rede.

Kulturveranstaltungen Mit den Einnahmen aus Ticketverkäufen und Sponsoring habe die Kommune im vergangenen Jahr rund 39 Prozent der Kosten für die Mietreihen A, B und C sowie das Kinder- und Jugendprogramm decken können. Für 2016 rechnet die Stadt mit Einnahmen in Höhe von rund 44.000 Euro, denen im dritten Jahr in Folge ein Zuschuss von 122.000 Euro gegenübersteht. Weil die Kultur-Programmreihen laut Sitzungsvorlage „seit jeher defizitär“, aber nach wie vor qualitativ hochwertig seien, hält die Stadt nach drei Jahren eine neuerliche Preiserhöhung für angemessen.

Für die Mietreihen A und B (Musik- und Sprechtheater) sollen Einzelkarten in jeder Kategorie zur Spielzeit 2016/17 um jeweils 1 Euro teurer werden. Für Konzerte, Kleinkunst und „AbisZet“ – diese Veranstaltungen werden unter Mietreihe C zusammengefasst – müssten Besucher dann künftig 12 statt wie bisher 10 Euro Eintritt zahlen. Auch auf die Familienkarte für Veranstaltungen des Kinder- und Jugendtheaters sollen 2 Euro (von 12 auf 14) aufgeschlagen werden; Einzelkarten für Erwachsene sollen dann 7 (bislang 6) und für Kinder und Jugendliche 4 statt 3,50 Euro kosten.

Bei gleichbleibenden Besucherzahlen solle die Preisanpassung zu Mehreinnahmen von rund 5000 Euro führen. Der Grad der Kostendeckung könnte sich dadurch um vier bis fünf Prozent erhöhen. Die bislang geltenden Ermäßigungen für Abo-Inhaber sowie Schüler und Studenten bleiben bestehen. Musikschule Die Erhöhung der Musikschulgebühren dagegen begründet die Stadt mit gestiegenen Kosten – insbesondere durch die tariflich vorgesehenen Lohnerhöhungen für Musikschullehrer. Diese verdienen laut Sitzungsvorlage knapp 12,7 Prozent mehr als noch 2011, dem Jahr der bislang letzten Gebührenanpassung. Die Gebühren sollen allerdings nicht prozentual, sondern auf die einzelnen Bereiche abgestimmt angehoben und zum 1. August 2016 fällig werden.

Der Jahresbeitrag für die Musikalische Früherziehung/den Musikgarten soll um 24 Euro pro Jahr erhöht werden, wodurch die Kostendeckung in diesem Bereich wieder gewährleistet sei. Einzelunterricht für Schüler in 45 Minuten-Einheiten wird um jeweils 60 Euro teurer; besonders begabte Schüler sollen weiterhin durch eine reduzierte Jahresgebühr gefördert werden. Sparmöglichkeiten sieht die Kommune außerdem in neuen Modellen: So soll unter anderem Gruppenunterricht für fünf bis sechs Schüler künftig nicht mehr auf einige Instrumente beschränkt sein, sondern zu einem allgemeinen Unterricht für drei bis sechs Personen werden. Und: Wer Leihinstrumente der Musikschule nutzt, soll demnächst ab dem dritten Jahr zudem höhere Leihgebühren zahlen.

Erwachsene sollen deutlich mehr zahlen

Tief in die Tasche greifen sollen künftig erwachsene Musikschüler, um eine „deutlich bessere Kostendeckung in diesem Bereich zu erzielen“ und Zuschüsse für den Erwachsenenunterricht deutlich absenken zu können. Für Einzelunterricht von 45 Minuten pro Woche beispielsweise sollen künftig 1572 Euro pro Jahr (bislang: 1140) bzw. 131 Euro monatlich (bislang: 95) fällig werden.

Die Stadt rechnet mit Mehreinnahmen in Höhe von 14.000 Euro. Damit sollen die in den vergangenen Jahren gestiegenen Kosten teilweise ausgeglichen werden. Ausblick Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses haben sich am Montag, 25. April, einheitlich für die neue Gebührenordnung an der Musikschule ausgesprochen. Für die Erhöhung der Eintrittspreise für städtische Kulturveranstaltungen stimmten zwölf Mitglieder, demgegenüber standen vier Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

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