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Olpe, Olpe, 24. Mai 2015

Berufsmesse mit 52 Ständen lockt zahlreiche Besucher

Firmen buhlen um Nachwuchs

Firmen buhlen um Nachwuchs
Fotos: Matthias Clever
Der Kampf um Nachwuchs beginnt: Die Schülerzahl nimmt ab, immer weniger Jugendliche wollen eine klassische Ausbildung absolvieren und stattdessen lieber studieren – dennoch bleibt der Bedarf an Nachwuchskräften bei den Unternehmen konstant oder ist sogar steigend. Eine gute Situation für junge Erwachsene, sagte Berufsberater Werner Heuel.

An 52 Ständen konnten sich die Schüler in dieser Woche in der Stadthalle Olpe mit potenziellen Arbeitgebern unterhalten oder sich einfach nur über die Betriebe und die Ausbildung informieren. „Da die Veranstaltung nicht mehr wie früher vormittags ist, sondern nun am Nachmittag, kommen wirklich nur noch interessierte Schüler und Eltern“, sagte Werner Heuel von der Agentur für Arbeit. Daher sei die Berufsmesse für die Firmen sehr interessant.
Berufsberater Werner Heuel.
Dadurch, dass es mehr Ausbildungsplätze als ausbildungswillige Schüler gäbe und sich diese Situation noch weiter zuspitze, könnten sich viele Jugendliche die Stelle aussuchen. „Ich hatte gerade einen Abiturienten hier, der Top-Noten in Mathe und Physik hat – dem könnte ich auf dem kurzen Dienstweg bestimmt drei Ausbildungsverträge besorgen. Aber nicht nur die Top-Schüler, sondern auch die eher schwächeren, haben durch den demografischen Wandel bessere Chancen auf dem Ausbildungsmarkt. Heuel: „Unternehmen entscheiden sich jetzt teilweise für Leute, die vor einigen Jahren niemals eine Chance gehabt hätten.“ 17 Lehrlinge beginnen in diesem Jahr ihre Ausbildung bei Mennekes Eine solche Situation gebe es beim Unternehmen Mennekes nicht. „Wir bilden insgesamt in zehn Berufen aus und tun viel dafür, dass wir unseren Nachwuchs bekommen“, sagte Stephan Herzig, Personalreferent für Ausbildung bei Mennekes. Unter anderem stelle ich das Unternehmen auf vielen Messen wie in Siegen, Soest und Meschede vor. Die Zahl der Bewerbungen spreche für den Erfolg: 400 bis 450 Mappen erhalte das Unternehmen. Alleine in diesem Jahr beginnen 17 Lehrlinge mit der Ausbildung bei dem Kirchhundener Unternehmen. Ziel des Unternehmens ist es, für den eigenen Bedarf auszubilden und nicht für den allgemeinen Arbeitsmarkt. Herzig: „Wir investieren viel Zeit, Geld und Mühe, daher haben wir natürlich das Ziel, die guten Leute bei uns zu halten.“ Schüler können an Ständen aktiv werden Während sich am Stand von Mennekes die Besucher Produkte wie Stecker anschauen konnten, demonstrierte Henrik Reißaus, was zu den Aufgaben eines Stuckateurs gehört. Schüler konnten den Vertreter von AWZ-Bau Fragen stellen oder einfach bei der Arbeit zusehen.
Henrik Reißaus zeigte die Aufgaben eines Stuckateurs.
Anpacken konnten sie hingegen am Jump-in-your-Job-Anhänger der Gesellschaft zur Förderung des westfälischen Dachdeckerhandwerks. Jugendliche konnten dort selbst Schiefer bearbeiten, Schweißbahnen zu ziehen und vieles mehr. „Wir wollen die Leute über den Dachdeckerberuf informieren und die Jugendlichen direkt ausprobieren lasen“, sagte Jan Dolnik, während sein Kollege Timo Kösters dem 16-jährigen Hendrik zeigte, wie Schiefer behauen wird.
Timo Kösters (links) zeigte dem 16-jährigen Hendrik, wie Schiefer behauen wird.
„Ich finde das zwar interessant, aber für mich ist das nichts. Ich möchte gerne eine Ausbildung im Bereich Informatik absolvieren.“ Im kommenden Jahr wird er Abitur machen, daher schaute er sich auf der Messe um. Während es im IT-Bereich in der Gegend laut der Aussteller noch keine großen Probleme gibt, Nachwuchs zu finden, sieht das beim Beruf des Dachdeckers anders aus: „Wir haben deutliche Probleme, Lehrlinge zu finden. Daher sind wir auch jährlich bei rund 35 Messen und an Schulen im HSK und den angrenzenden Kreisen, um für den Beruf zu werben“, erklärte Dolnik. Mit Erfolg, wie er betonte. Schwerer hätten es Unternehmen und Branchen, die noch nicht um die Kräfte von morgen buhlten.
Ein Artikel von Matthias Clever

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