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Olpe, Olpe, 14. Juli 2015

LokalPlus zu Gast bei den Olper Majestäten

Einmal König sein – ein Kindertraum

König sein - ein Kindertraum
Fotos: Volker Lübke
Der Countdown läuft. Die Olper St.-Sebastianus-Schützen bereiten sich auf die tollen vier Tage vor. Das amtierende Königspaar Michael Burghaus und Julia Reither fiebern mit. Wir wollten wissen, was Michael Burghaus im vergangenen Jahr unter die Vogelstange getrieben hat und was man eigentlich braucht, um Schützenkönig zu werden. LokalPlus zu Besuch beim König von Olpe.

Als Michael Burghaus vor einem Jahr den Vogel von der Stange geholt hatte, gab es kein Halten mehr. Der Finanzbeamte brach immer wieder in Jubelrufe aus, nachdem er in einem nervenaufreibenden Wettstreit mit dem 79. Schuss die Königswürde errungen hatte. Die Freude steht ihm noch heute ins Gesicht geschrieben – und sie wächst stetig, je näher das Festwochenende rückt.

Das Foto des Königspaares hat einen Ehrenplatz in Burghaus‘ Wohnung – aus jeder Ecke des Wohnzimmers sichtbar lachen der König und seine Königin Julia Reither den Besucher an. Wie gerne die beiden die Königswürde tragen, wird in jedem Satz spürbar. Michael Burghaus sprach über das Jahr als König, einen Kindheitstraum und das große Schützenfest am Wochenende.
Die Majestäten
Michael Burghaus ist 47 Jahre alt, ledig, Finanzbeamter in Olpe. In seiner Freizeit geht er seinem Hobby Fußball als Trainer der 1. Mannschaft der SG Grün-Weiß Elben-Kleusheim nach.

Julia Reither ist 29 Jahre alt, ebenfalls ledig. Die Krankenschwester wandert gerne und spielt Golf im Repetal.
Zuerst einmal die Frage: wie war Ihr Königsjahr?
Um es mit einem Wort auszudrücken – unvergesslich! Wir haben viele tolle Momente erleben dürfen, zahlreiche Bekanntschaften gemacht und neue Freunde gewonnen.
Wann sind Sie Mitglied des Vereins geworden?
Eigentlich wird man ja in den Schützenverein hineingeboren. Zwar bin ich in Rüblinghausen aufgewachsen und erst mit 16 Jahren Mitglied der St. Sebastianus Schützen geworden, trotzdem immer aktiv dabei gewesen.
Wann haben Sie sich mit dem Gedanken auseinandergesetzt mal König von Olpe zu werden?
Der Gedanke kam mir schon in frühster Kindheit, denn schon als kleiner Junge habe ich immer gespannt unter der Vogelstange zugeschaut und davon geträumt einmal König von Olpe zu werden. Diesen Traum wollte ich mir bereits 2013 erfüllen. Nach ein paar Schuss auf den Aar und dem Gefühl mit unter den Königsaspiranten zu sein, hatte mich das Fieber dann gepackt, jedoch musste ich da weg, sonst hätte ich schon noch weitergemacht.
Das haben Sie ja im vergangenen Jahr dann auch getan...
Ja, 2014 habe ich dann ernsthaft mitgemacht. Wir hatten alle Vorbereitungen getroffen, jetzt musste ich den Vogel nur noch aus dem Kugelfang befreien. Aber wie jeder weiß, ist das nicht mal eben so getan, da gehört viel Glück zu – Leute, Leute, Leute... scheinbar sollte es mein Jahr werden.
Das Foto vom Montagabend 2014 hat einen Ehrenplatz.
Vorbereitungen? Was gehört denn dazu?
Als ,Solist’ musste ich mir ja eine Königin suchen! 2013 in lockerer Bierlaune hatten Julia und ich bereits darüber gesprochen. Als ich mich dann schlussendlich 2014 dazu entschlossen hatte, habe ich sie auf der Hochzeit meines besten Freundes noch einmal gefragt, ob sie sich das vorstellen könnte. Und sie konnte...
Einige Wochen vorher haben wir dann unsere Gästeliste geschrieben, der Anzug wurde auf Vordermann gebracht, ja und das war es auch eigentlich schon.
Und wenn es nicht geklappt hätte?
Eigentlich haben wir uns gesagt, entweder jetzt oder nie. Wobei, es hätte mich wahrscheinlich nicht losgelassen und ich hätte es auch ein zweites Mal versucht.
Die Gästeliste hatten Sie ja schon fertig, wie groß ist denn der Hofstaat?
Die maximale Anzahl der Gäste darf 182 Personen nicht überschreiten. Da wir nicht aus einem Hause stammen, also außerhalb des Festes, kein Paar sind, haben wir beide, neben unseren Familien und gemeinsamen Freunden noch verschiedene Vereine und Grüppchen. Da kommen schon einige Leute zusammen.
In ein paar Tagen steigt Ihr Fest. Freuen Sie sich schon oder es eher stressig?
Wir sind beide schrecklich aufgeregt. Stressig ist es – aber es ist positiver Stress.
Am Schützenfest Montag ist Ihr Jahr vorbei. Was raten Sie Ihrem Nachfolger? Was muss ein Schützenkönig mitbringen?
Zuallererst braucht er Freude am Fest. Natürlich sollte er sein, locker und aufgeschlossen, er sollte sich mit dem Fest identifizieren können, dann stehen ihm die Tore offen für ein unvergessliches Jahr. Denn das sollte eine echte Herzensangelegenheit sein.
(LP)

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