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Olpe, 09. Februar 2018

„Ein Stück Inventar verlässt unser Haus“

Chefarzt-Urgestein Dr. Braganza in den Ruhestand verabschiedet

Gute Stimmung bei der Verabschiedung: (von links) Dr. Gerd Reichenbach, Verwaltungsratsvorsitzender Wilhelm Rücker, Dr. Everard Braganza mit Gattin Angela, der frühere Chefarzt Dr. Hans-Joachim Meyer, Uta Esapathi, Chefarzt Dr. Anand Esapathi, Geschäftsführer Johannes Schmitz und der Ärztliche Direktor Dr. Reinhard Hunold.
Gute Stimmung bei der Verabschiedung: (von links) Dr. Gerd Reichenbach, Verwaltungsratsvorsitzender Wilhelm Rücker, Dr. Everard Braganza mit Gattin Angela, der frühere Chefarzt Dr. Hans-Joachim Meyer, Uta Esapathi, Chefarzt Dr. Anand Esapathi, Geschäftsführer Johannes Schmitz und der Ärztliche Direktor Dr. Reinhard Hunold.
Foto: privat
Olpe. Beim Blick in das proppenvolle Café Zeppenfeld im St.-Martinus-Hospital in Olpe war am Mittwoch, 7. Februar, schnell zu erkennen, dass eine herausragende Persönlichkeit verabschiedet wurde: Der langjährige Chefarzt der Gefäßchirurgie und stellvertretende Ärztliche Direktor, Dr. Everard Braganza, wurde offiziell in den Ruhestand verabschiedet.

Verwaltungsratsvorsitzender, Ärztlicher Direktor und langjährige Weggefährten zollten übereinstimmend ihren Respekt und brachten ihre hohe Wertschätzung über den herausragenden Mediziner zum Ausdruck. Gleichzeitig wurde auch der langjährige leitende Oberarzt von Dr. Braganza, Dr. Anand Esapathi, offiziell zum neuen Chefarzt der Gefäßchirurgie ernannt und in sein Amt eingeführt. Empathisch, nahbar, freundlich und menschlich Die Begrüßung der Ehrengäste, zahlreichen Mitarbeiter, aber auch insbesondere der vielen anwesenden niedergelassenen Ärzte übernahm der Verwaltungsratsvorsitzende der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen, Wilhelm Rücker. Er würdigte Dr. Braganza als herausragenden Mediziner, der sich im Umgang mit den Patienten empathisch, nahbar, immer freundlich und vor allen Dingen menschlich gezeigt habe. „Sie werden von den Patienten geschätzt und erfahren eine enorme Beliebtheit“, so Rücker.

1979 kam Dr. Braganza als Assistent an das Olper St.-Martinus-Hospital. Der damalige Chefarzt Dr. Meyer erkannte bereits früh das Potential des jungen Briten und förderte ihn. Nach Ablegen der Facharztprüfungen in der Chirurgie, Gefäßchirurgie und Visceralchirurgie sowie dem Erlangen der Zusatzbezeichnung Phlebologie wurde Dr. Braganza 1992 Leiter der Gefäßchirurgie. 2000 mündete die Gefäßchirurgie in einer eigenen gefäßchirurgischen Klinik, deren Chefarzt er dann wurde. Insgesamt verbrachte Dr. Braganza 36 seiner 43 Berufsjahre am Olper Krankenhaus. Kernkompetenz mit überregionaler Strahlkraft Wilhelm Rücker dankte dem scheidenden Chefarzt für die Weiterentwicklung zu einer echten Kernkompetenz des St.-Martinus-Hospitals: „Sie haben dafür gesorgt, dass sich die Gefäßchirurgie zu einer absoluten Kernkompetenz und einem Aushängeschild unseres Krankenhauses mit überregionaler Strahlkraft entwickelt hat. Wegen Ihnen und Ihrem gesamten Team kommen Patienten auch von weit außerhalb NRWs zu uns. Für den Aufbau dieser bedeutsamen Kompetenz und die positive Beeinflussung des Rufs unseres Hauses möchte ich Ihnen recht herzlich danken.“

Von langanhaltendem Applaus begleitet übergab der Verwaltungsratsvorsitzende das Wort an den Ärztlichen Direktor, Dr. Reinhard Hunold. Dr. Hunold hob weniger als Kollege, sondern mehr als Freund die persönliche Seite von Dr. Braganza hervor. Aus der Sicht eines Freundes Besonders zeichne ihn seine Bescheidenheit aus. Er sei Teamplayer, spiele sich nie in den Vordergrund und stelle immer das Team in den Mittelpunkt. Unisono mit dem Verwaltungsratsvorsitzenden hob er die fachliche Kompetenz, aber auch die Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern hervor, die durch die vollen Weiterbildungsbefugnisse in Olpe zu Gefäßchirurgen ausgebildet werden könnten. „Das langjährige gefäßchirurgische Team ist Zeugnis für die Kontinuität aber auch die qualitative, menschliche Führung.“ Bescheidener Chefarzt Bevor Dr. Braganza selbst das Wort ergriff, sprach Dr. Gerd Reichenbach als Vertreter der niedergelassenen Ärzte zu den Gästen. Auch er hob als Freund und Wegbegleiter die menschliche und bescheidene Seite von Dr. Braganza hervor und wusste von einigen Anekdoten zu berichten. So habe er gefühlt 95 Prozent aller regelmäßigen Tennisbegegnungen gegen ihn verloren. Bei aller Verbissenheit und dem absoluten Siegeswillen habe sich Dr. Braganza auf dem Platz als absolut fairer Sportsmann gezeigt.

Für ihn sei beruflich besonders herausragend gewesen, dass ein Großteil seiner Patienten nur lobende Worte über ihn finden würden. „Ich habe ständig gehört: Dr. Braganza hat sich richtig viel Zeit für mich genommen und mir alles genau erklärt. Das ist in der heutigen Zeit einfach außergewöhnlich.“ Tief bewegt Dr. Braganza zeigte sich selbst tief bewegt und dankte allen seinen langjährigen Wegbegleitern sowie Kollegen, mit denen er zusammen gearbeitet habe. Besonders dankte er aber seiner Frau Angela, die ihn begleitete. Während er ständig im Dienst gewesen sei, habe sie ihre drei Kinder groß gezogen. Und das bei teilweise anstrengenden Rahmenbedingungen. So seien sie in den ersten sieben Jahren seiner Berufstätigkeit sechs Mal umgezogen.

„Es heißt häufig, man ginge mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich gehe mit zwei lachenden Augen. Zum einen, weil ich meiner Frau nun endlich mehr im Haushalt helfen kann. Zum anderen, weil ich die Gefäßchirurgie in guten Händen weiß.“ Dr. Anand Esapathi zum Chefarzt ernannt Das sah auch Verwaltungsratsvorsitzender Wilhelm Rücker in der offiziellen Ernennung von Herrn Dr. Anand Esapathi zum Chefarzt so. „In der Art, wie Sie Patienten begegnen, stehen Sie Ihrem Vorgänger in nichts nach. Die Patienten begeben sich gerne in Ihre Hände, kennen Sie teilweise schon jahrelang und haben Sie schätzen gelernt. Sie sind nicht nur bei den Patienten angesehen, sondern werden auch von Ihren Mitarbeitern geschätzt. Aus Sicht der Hospitalgesellschaft ist die Besetzung der Chefarztposition mit Ihnen ideal.“ Die Hospitalgesellschaft sei stolz, dass sie die Chefarztnachfolge derart kompetent und qualitativ aus den eigenen Reihen besetzen könne.  

Dr. Esapathi bedankte sich für die offizielle Ernennung und insbesondere bei seinem Mentor Dr. Braganza, aber auch bei seinem ersten Chefarzt Dr. Meyer für die Ausbildung und Förderung. Er wisse um die Verantwortung in der Führung der Gefäßchirurgie und gehe die Aufgabe mit Demut an. Er könne sich aber auf die Gemeinschaft und den Zusammenhalt im St.-Martinus-Hospital verlassen. Er habe vom ersten Tag an gespürt, was es bedeute, in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Diesen Geist wolle er aufrechterhalten.

Nach dem offiziellen Teil klang die Veranstaltung bei einem Imbiss im Café Zeppenfeld noch gemütlich aus.
(LP)

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