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Olpe, 21. September 2017

Aktionstag im Olper Krankenhaus: Mitarbeiter fordern mehr Entlastung

Ärzte und Pflegepersonal des Olper Krankenhauses zeigten sich solidarisch.
Ärzte und Pflegepersonal des Olper Krankenhauses zeigten sich solidarisch.
Foto: privat
Olpe. Die Mitarbeiter der Krankenhäuser der Hospitalgesellschaft solidarisierten sich am Mittwoch, 20. September, mit den in Schieflage geratenen Krankenhäusern in Deutschland. Textilaufkleber mit der Aufschrift „Mehr von uns ist besser für alle“ prangten auf der Dienstkleidung. Damit machten sie deutlich, was viele sich im Gesundheitswesen wünschen: Eine ausreichende medizinische Versorgung und Pflege in einer behandlungsbedürftigen Situation sollte für jedermann sichergestellt sein.

Initiiert hat die Aktion Michael Wosnitza, Vorsitzender der Mitarbeitsvertretung. Er verteilte die Aufkleber an das Personal im gesamten Haus.

„Wir haben in der Hospitalgesellschaft eine solide Personalausstattung, weshalb die Kollegen im Bereich der Pflege in die Lage versetzt werden, den täglichen Spagat zwischen steigenden Leistungs-, Versorgungs-, Dokumentations- und Qualitätsanforderungen sowie die Einhaltung unserer Arbeitsverträge zu bewältigen. Das ist bei weitem nicht in jedem Krankenhaus in Deutschland so“, erklärt der MAV-Vorsitzende. Außergewöhnliches Engagement der MitarbeiterDennoch sei es im alltäglichen Patientenkontakt häufig schwierig, neben der unmittelbaren Sicherstellung von medizinischen und pflegerischen Maßnahmen auf die darüber hinausgehenden Sorgen und Fragen der Patienten einzugehen. „Diesem berechtigten Anspruch der Patienten und auch dem Anspruch des Unternehmens werden wir häufig nur dank des außergewöhnlichen Engagements der Kollegen gerecht. Dafür muss man auch mal Danke sagen“, äußerte Wosnitza.

Zusammen mit der Gewerkschaft ver.di bemängeln er und seine Kollegen die politisch gewollte Ökonomisierung des Gesundheitswesens. Zahlreiche Kliniken bundesweit könnten diesem Ökonomisierungsdruck nicht Stand halten und müssten schließen. Als Konsequenz des Drucks sind viele Beschäftigte in den Kliniken massiv überlastet, dokumentieren dies in einer Flut von Gefährdungsanzeigen und fallen wegen Überlastung aus. Der Arbeitsplatz Krankenhaus werde für Pflegekräfte und Ärzte immer unattraktiver. Letzten Endes sei die vollumfängliche Versorgung des Patienten gefährdet. Krankenhaussektor als wichtige Daseinsfunktion„Für eine adäquate Versorgung der Patienten und für eine Entlastung der Beschäftigten benötigen wir Personaluntergrenzen. Wir erachten das als wichtigen Schritt“, sagte Wosnitza. Wesentlich sei dabei, dass eine regulierte Personalbemessung auch angemessen finanziert würde und die Krankenhausträger nicht, wie bei der Finanzierung von Investitionen in den vergangenen Jahren, allein gelassen würden. Wosnitza fordert daher die Politik auf, den Krankenhaussektor als wichtige Säule der Daseinsvorsorge nicht aus den Augen zu verlieren.
(LP)

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