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Lennestadt, Lennestadt-Grevenbrück, 15. Februar 2016

Lessing-Realschule verschickt 30 Ablehnungsbescheide / Eltern hoffen auf Ausnahmeregelung

Wochen der Ungewissheit

Lessing-Realschule: Ablehnungen oder neue Ausnahme?
Symbolfoto: © Syda Productions / Fotolia
Die Lessing-Realschule in Grevenbrück erfreut sie sich weiter steigender Beliebtheit – und das führt jetzt in einigen Fällen zu Ungewissheit: 30 Ablehnungsbescheide hat die weiterführende Schule in der vergangenen Woche an die Eltern von Viertklässlern verschickt. Die müssen sich nun nach einer Alternative umsehen und hoffen gleichzeitig auf eine erneute Ausnahmeregelung aus Arnsberg.

Insgesamt 92 Anmeldungen waren bei der Realschule eingegangen. Angesichts der für Grevenbrück vorgesehenen Zweizügigkeit 30 zu viel, sodass der Schulleitung nichts anderes übrigblieb, als knapp ein Drittel der angemeldeten Viertklässler auszusortieren. Mittlerweile hat sich nach Informationen von LokalPlus eine Elterninitiative gegründet, die sich für eine Dreizügigkeit einsetzen will.

Für die Bildung einer zusätzlichen Eingangsklasse notwendig wäre eine Ausnahmegenehmigung, die die Bezirksregierung gewähren müsste. Den ersten Schritt allerdings müsse die Stadt Lennestadt als Schulträger machen und einen entsprechenden Antrag in Arnsberg einreichen, betont Christian Chmel-Menges aus der Presseabteilung der Bezirksregierung. Auswirkungen auf die Schullandschaft entscheidend Zeit dafür habe die Stadt Lennestadt bis zum 10. März. An diesem Tag nämlich enden die Anmeldeverfahren an den umliegenden weiterführenden Schulen. Erst wenn alle Anmeldezahlen vorliegen, könne die Bezirksregierung über eine Ausnahmegenehmigung entscheiden. „Das richtet sich nach den Auswirkungen, die eine solche Regelung auf die umliegenden Schulen haben kann“, so Chmel-Menges.

Das Thema birgt Brisanz – auch über die Stadtgrenzen hinaus. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Bezirksregierung der Lessing-Realschule gestattet, drei fünfte Klassen zu bilden, nachdem 76 hier Viertklässler angemeldet worden waren. Die Lennestädter Grünen sprachen von einer unnötigen Konkurrenz für die neue Sekundarschule Hundem-Lenne. Gleichzeitig verzeichnete die Gesamtschule in Finnentrop damals einen deutlichen Rückgang bei den Neuanmeldungen, weshalb aus der hier vorgesehenen Vier- kurzerhand eine Dreizügigkeit wurde. Sonderregelung sorgt in Finnentrop für Verärgerung Finnentrops Bürgermeister Dietmar Heß sprach von einem Zustand, der auf Dauer nicht hinnehmbar sei. Er fühlte sich von der Nachbarkommune nicht nur übergangen, sondern fürchtete angesichts von vier weiterführenden Schulen in Lennestadt, darunter die Realschule als echter Konkurrent zur Gesamtschule in Finnentrop, auch einen Standortnachteil für seine Gemeinde. Die Bezirksregierung sprach von einer absoluten Ausnahmeregelung. Für die Schullandschaft sei die vorgesehene Einteilung – Zweizügigkeit in Grevenbrück, Vierzügigkeit in Finnentrop – sinnvoll, hieß es damals aus Arnsberg.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

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