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Lennestadt, 02. Mai 2017

Unternehmer verschaffen sich Einblicke

Werthmann-Werkstätten in Meggen öffnen Türen für Kooperationspartner

Einige Unternehmen besichtigten kürzlich die Werthmann-Werkstätten in Meggen.
Einige Unternehmen besichtigten kürzlich die Werthmann-Werkstätten in Meggen.
Foto: privat
Meggen. Heimische Unternehmen unterstützen die Werthmann-Werkstätten mit ihrer Auftragsvergabe. Die Firmen sind somit Garanten dafür, dass das Motto der Werkstätten ("Arbeit möglich machen") umgesetzt werden kann. Mit welcher Hingabe und hoher Identifikation zu den Auftraggebern die behinderten und teilweise schwerst mehrfach behinderten Menschen ihre Aufgaben erledigen, davon überzeugten sich kürzlich Geschäftsführer und Firmeninhaber bei einem Rundgang durch die Abteilung Lennestadt.

Vor dem Gang durch die Räumlichkeiten erläuterte Andreas Mönig, Leiter der Werthmann-Werkstätten, die Vorteile für Unternehmer und Dienstleister: "Unternehmen mit über 20 Arbeitsplätzen sind verpflichtet, fünf Prozent der Arbeitsplätze mit Menschen mit einer Behinderung zu besetzen. Wird diese Quote nicht erfüllt, fordert der Staat eine Ausgleichsabgabe. Die Ausgleichsabgabe können Sie ganz oder teilweise sparen, wenn Sie Aufträge an die Werthmann-Werkstätten erteilen. Sie können dann bis zu 50 Prozent des Lohnanteils im Rechnungsbetrag auf die zu zahlende Ausgleichsabgabe anrechnen. Zusammenarbeit, die sich lohnt."

In den Werthmann-Werkstätten arbeiten kreisweit über 600 Menschen mit körperlichen, geistigen und psychischen Behinderungen, davon 115 in Meggen. Werkstattratsmitglied Marco Schultze und Abteilungsleiterin Susanne Rüenauver informierten über die Abteilung Lennestadt und erklärten den Anwesenden die Arbeit des Werkstattrates, der einem Betriebsrat in einem Unternehmen gleicht kommt. Montage, Verpackung und Kommissionierung als Stärken Die Stärken der Abteilung liegen laut der Verantwortlichen in der Montage, Verpackung und Kommissionierung. Mit der Aktenvernichtung "ExAkt" hat die Abteilung in Meggen ein Alleinstellungsmerkmal, unter den Werkstätten. Jährlich werden hier mehrere Tonnen ausgediente Akten nach dem Bundesdatenschutzgesetz geschreddert. Im Bereich der Aktenvernichtung sind auch noch Kapazitäten verfügbar.

Hinzu kommt die Abteilung "Extern". Die sieht vor, dass Beschäftigte außerhalb der Werkstätten in anderen Unternehmen auf sogenannten „betriebsintegrierten Arbeitsplätzen“ tätig sind. Langfristiges Ziel dabei ist die Übernahme in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Ein gutes Beispiel dafür sei die Firma Beulco, bei der seit einem Jahr eine betriebsintegrierte Arbeitsgruppe mit acht behinderten Menschen und einem Gruppenleiter beschäftigt sind, erklärte Mönig. Auf langjährige, gute Zusammenarbeit blickt auch Klaus Dieter Hüsch, Firma Hensel, zurück: „Wir wissen, dass wir Menschen mit Behinderungen eine Chance geben, und können gleichzeitig Spitzenzeiten in unserem Unternehmen im Vorfeld abdecken.“ Sowohl bei Aufträgen, wie auch bei betriebsintegrierten Arbeitsplätzen haben die Umsetzung der Kundenwünsche und die Qualität oberste Priorität.

„Zwei Mitarbeiter pro Jahr schaffen es auf einen sozialversicherungspflichtigen Job. Das ist, als fallen Weihnachten und Ostern auf einen Tag", freut sich Andreas Mönig. Winfried Baussmann, dessen Unternehmen betriebsintegrierte Arbeitsplätze zur Verfügung stellt, fügte hinzu, dass das Unternehmen gerne bereit sei, eine Chance zu geben und dahinter stehe, aber Integration nicht erzwinge. Sollte ein Mitarbeiter den Sprung auf den freien Arbeitsmarkt nicht schaffen, steht ihm der behutsame Weg zurück in die Werkstatt offen. Beim gemeinsamen Mittagessen wurden die neuen Erkenntnisse resümiert.
(LP)

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