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Lennestadt, Lennestadt-Elspe, 23. Juni 2016

Elspe-Festival: „Im Tal des Todes“ feiert am Samstag Premiere

Vulkanausbruch und Jagd auf Banditen

Fotos: Prillwitz
Winnetou und Old Shatterhand vollbringen auf der Naturbühne des Elspe-Festivals in Kürze wieder Heldentaten: Am Samstagnachmittag, 25. Juni, feiert das Stück „Im Tal des Todes" Premiere und läutet damit die diesjährigen Karl-May-Festspiele auf der Freilichtbühne ein, bei dem über 60 Darsteller und 40 Pferde mitwirken. Explosionen und ein Vulkanausbruch liefern ohrenbetäubende Effekte und lassen den Action-Pegel auf der Bühne zusätzlich steigen.

Zur Handlung: „Im Tal des Todes“ an der Grenze zu Mexiko treibt eine Verbrecherbande ihr Unwesen. Weiße und Indianer, darunter auch Frauen und Kinder, werden von ihnen überfallen und in ein Quecksilberbergwerk verschleppt. Als Winnetou und Old Shatterhand von den Gaunereien Wind kriegen, schreiten die beiden Blutsbrüder zur Tat und sagen den Banditen den Kampf an, der in einem explosiven Ende sein Finale findet - Vulkanausbruch inklusive.
Kai Noll (links) und Jean-Marc Birkholz sind wieder als Old Shatterhand und Winnetou zu sehen.
Der Vulkan ist eine Besonderheit der diesjährigen Karl-May-Festspiele. Mit Rauchmaschinen, Lycopodium (Blütenstaub aus China, mit dem sich Feuerbälle erzeugen lassen) und einer aus Wasser und Farbmitteln hergestellten roten Lavamasse sowie ausgefeilter Tontechnik soll das nächste Western-Epos realistisch und dramatisch in Szene gesetzt werden. Ein kostspieliges Unterfangen, erklärt Geschäftsführer und Regisseur Jochen Bludau: „Das teuerste dabei ist nicht etwa das verwendete Schwarzpulver, oder die Lava, sondern die 20 Kilogramm Lycopodium, die pro Vorstellung für den Vulkanausbruch verwendet wird. Dabei handelt es sich um einen Blütenstaub, den es nur in China gibt. Auch in Las Vegas verwendet man dieses teure Material. Pro Kilogramm bezahlt man 35 bis 40 Euro.“ Hinzu kommen die Kosten von rund 200.000 Euro, die der Bau des Vulkans und die Installation der Technik mit sich gebracht hätten.
Die Regisseure Benjamin Armbruster (links) und Jochen Bludau freuen sich auf die Premiere.
Der Vulkan bedeutet aber auch für zwei Darsteller eine besondere Herausforderung: Sowohl Rolf Schauerte, der Oberfiesling Leflor spielt, als auch Jean-Marc Birkholz als Winnetou müssen das meterhohe Gebilde in jeder Vorstellung hochkraxeln. „Den Vulkan jedes Mal zu erklimmen, kostet schon Kraft, macht aber auch genauso viel Spaß“, erzählt der Winnetou-Darsteller. Und verrät, dass an zwei kritischen Stellen Hilfsgriffe angebracht seien.

Birkholz ist bereits seit 2008 auf der Elsper Naturbühne zu sehen. In diesem Jahr reitet er seine fünfte Saison als Winnetou. Kai Noll, der Winnetous Blutsbruder Old Shatterhand spielt, und Birkholz stehen nun zum zweiten Mal in dieser Besetzung auf der Bühne. „Wir sind vor jeder Vorstellung nervös“, erzählen sie. Ein festes Ritual, bevor es raus auf die Bühne und vor das Publikum geht, gebe es nicht. „Es gibt es noch eine Umarmung, ein ,toi, toi, toi!´und los geht‘s“, erklärt Noll. Hoher logistischer Aufwand Neben den Pferden kommen auch diverse Fahrzeuge im „Tal des Todes" zum Einsatz. Neben der bekannten kohlebetriebenen Eisenbahn und der Postkutsche ist in diesem Jahr auch ein Schiff dabei. Insgesamt werde während der Aufführung sowohl auf als auch hinter der Bühne ein immenser Aufwand für die Logistik und den Ablauf betrieben, erklärt Regisseur Jochen Bludau. 21 Personen sorgten hinter der Bühne dafür, dass alle Pferde und Gerätschaften zur richtigen Zeit am richtigen Ort zum Einsatz kommen. Und dann ist da noch der Vulkan, der laut Bludau spätestens eine halbe Stunde nach dem Ausbruch mit Wasser abgespritzt und gesäubert werden muss, damit die künstliche rote Lavamasse sich nicht auf der grauen Oberfläche festsetzt.

Nachdem sich die Macher im vergangenen Jahr erstmals dazu entschieden hatten, keinen Promi als Stargast zu verpflichten, finden die Karl-May-Festspiele auch in diesem Jahr ohne Star statt. „Wir haben gemerkt, dass es unglaublich schwierig ist, jemanden zu finden, der mehreren Generationen richtig bekannt ist“, begründet Bludau diese Entscheidung. „Daher konzentrieren wir uns lieber komplett auf das Stück."

Die Proben für das Stück „Im Tal des Todes“ seien soweit reibungslos abgelaufen. „Manchmal gab es die eine oder andere Verletzung, bei den Reitern zum Beispiel. Wir haben aber zum Glück eine gute Verbindung zum St. Josefs-Hospital in Altenhundem, das unsere Darsteller schnell wieder fit macht“, verrät Bludau mit einem Augenzwinkern. Ab 10 Uhr geht es am Samstag mit dem Rahmenprogramm beim Elspe-Festival los, das bis zur finalen Vorstellung am 11. September zu sehen ist. Die Stunt- und Pyrotechnik-Show „Nachts im Saloon“ ist ein Programmpunkt. Bei der Pferde-Show „Horsepower“ werden Kämpfe zu Pferde dargestellt. Außerdem zeigen Cascadeure und Pyrotechnikspezialisten, wie die sensiblen Fluchttiere für ihre Tricks trainiert werden. Mit der Musikshow „Dreams and Memories“ wird eine musikalische Entdeckungsreise an oft besungene Orte auf der ganzen Welt geboten. Bei der „Street Party“ sorgen die tschechische Profi-Band „Tyrkys“ und weitere Straßenkünstler, die sich als Indianer, Sheriffs oder „lebende Skulpturen“ verkleiden, für Überraschungen und Spaß.
Ein Artikel von Michelle Kalaz

Bildergalerie: Vulkanausbruch und Jagd auf Banditen