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Lennestadt, 09. August 2017

Cécile Grouard absolviert momentan ein Praktikum bei ontavio

Von Orléans nach Altenhundem: Eine französische Studentin im Sauerland

Cécile Grouard macht momentan ein Praktikum als Grafikdesignerin bei ontavio in Altenhundem.
Cécile Grouard macht momentan ein Praktikum als Grafikdesignerin bei ontavio in Altenhundem.
Foto: Christine Schmidt
Von Christine Schmidt
Redaktion
Lennestadt. Die Musikkultur hier findet sie toll und die Berge gefallen ihr - auch wenn sie davon anfangs etwas gestresst war. Cécile Grouard ist die erste internationale Praktikantin bei ontavio (siehe Infokasten). Im Herbst beginnt ihr Studium in Siegen. Im Gespräch mit LokalPlus hat sie erzählt, was sie ausgerechnet hierher verschlägt und wie sie ihre vorrübergehende Heimat findet.

Seitdem Cécile 13 Jahre ist, lernt sie Deutsch. Sie mag die Sprache. Ihre Großeltern können ebenfalls Deutsch sprechen, was für Cécile der größte Anreiz zum Lernen war. Allerdings gibt es in Frankreich nur wenige Schüler, die die deutsche Sprache lernen möchten, erzählt die 25-Jährige, „es ist schon sehr schwer.“ Aber wenn sie zwischendurch nicht weiter weiß, tippt sie die Wörter in eine Übersetzungs-App ein.

In Siegen will die 25-Jährige dann für zwei Semester europäische Wirtschaftskommunikation studieren und ihr Doppeldiplom in Deutsch und Französisch absolvieren. Dass sie ausgerechnet in Siegen gelandet ist, kam durch die Partnerbeziehung zwischen der Universität in Orléans und Siegen. „Mir gefällt die Stadt“, sagt Cécile mit ihrem französischen Akzent. „Dort ist immer viel los. Orléans ist tot“, lacht sie. Von Toiletten überrascht Die Französin ist vor allem von den vielen Festen in Siegen begeistert: „In Siegen gibt es so viel Musik, das finde ich schön.“ Dann erzählt sie, dass sie zuerst verwundert war, dass es bei deutschen Open-Air-Veranstaltungen so viele Toiletten gebe. „In Frankreich gibt es das nicht.“ Bei der Frage, wo die Menschen in Frankreich dann hingehen würden, lacht sie nur und zuckt mit den Schultern – „Tja“.

Dass es große Unterschiede zwischen Frankreich und Deutschland gibt, kann Cécile nicht bestätigen. Kleinigkeiten allerdings schon. „Ihr esst viel zu wenig Fisch“, lacht sie. „Ich wollte Sushi machen, aber es war sehr schwer, hier frischen Fisch zu finden.“ Auch die deutschen Begrüßungen fallen anscheinend sehr kalt aus. Cécile ist die typisch französische Begrüßung mit Küsschen links und rechts – auch „la bise“ genannt – gewohnt. „Die Deutschen begrüßen sich nur einmal per Hand, das ist komisch.“ Stressige Bergfahrt Von Siegen fährt sie momentan jeden Tag für ihr Praktikum nach Lennestadt. Viel gesehen hat sie hier allerdings noch nicht. Der Studentin gefällt es jedoch, dass auch eine Kleinstadt wie Altenhundem einen Bahnhof hat. „In französischen Städtchen ist das nur sehr selten“, somit sei es schwer von A nach B zu kommen.

„Die Landschaft mit den vielen Bergen und Wäldern gefällt mir sehr“, schwärmt Cécile. Orléans sei eher karg. „Aber das Fahren in den Bergen hat mich am Anfang sehr gestresst“, sagt sie schmunzelnd. Das sei anfangs nicht so einfach gewesen.
Cécile liebt das Zeichnen und porträtiert am liebsten Frauen.
In Frankreich hat Cécile bereits an einer Fachhochschule eine Ausbildung zur Grafikdesignerin absolviert. In diesem Bereich ist sie nun auch für ontavio tätig. Sie zeichnet neue Grafiken für das Unternehmen, und auch die blanken Büroräume verschönert sie zwischendurch mit ihren Kunstwerken.

Mit ihrem schon wirklich guten Deutsch versucht sie ihre Leidenschaft zu beschreiben: „Zeichnen gehört für mich zum Leben, wie Wasser trinken für andere Menschen. Ich zeichne schon, seitdem ich klein bin.“ Die 25-Jährige zeigt die von ihr gefertigten Bilder. Am liebsten malt sie Frauen und Unterwasserwesen wie Meerjungfrauen. „Mein Traumjob wäre es, als Tätowiererin zu arbeiten“, so Cécile. Sie kann sich sogar vorstellen, nach ihrem Studium in Deutschland zu bleiben und zu arbeiten. Aber erstmal will sie in den Semesterferien durch Deutschland reisen. „Ich will unbedingt nach Berlin. Ich liebe die Kunst und Statuen.“ Ob sie hinterher in Frankreich, Deutschland oder sogar im Sauerland bleibt, wird sich zeigen.
ontavio:
Die Marke LokalPlus und die LokalMedia GmbH gehören inzwischen zu ontavio. 

Das Lennestädter Unternehmen ontavio vereint noch weitere erfolgreiche, regionale Onlineportale unter seinem Dach. Dazu gehören etwa das beliebte Job- und Ausbildungsportal karriere-suedwestfalen.de sowie das Portal immobilien-suedwestfalen.de mit Fokus auf den regionalen Immobilienmarkt.
Ein Artikel von Christine Schmidt

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