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Lennestadt, Lennestadt-Altenhundem, 16. Juni 2015

Vertrag mit Imkern nicht verlängert

Vertrag mit Imkern nicht verlängert
Fotos: Barbara Sander-Graetz
Was wird aus dem Lehrbienenstand in Altenhundem? Der Vertrag, den der Imkerverein mit den Investoren Prein und Behle geschlossen hat, läuft zum Ende des Jahres aus.

„Wir hatten einen Nutzungsvertrag, der immer stillschweigend um ein Jahr verlängert wurde“, erklärt Edgar Neuhaus, Schriftführer des Imkervereins. „Das ist jetzt nicht passiert.“ Das gesamte Gelände wurde 1997 an Egon Behle und Franz Prein verkauft. Sie wollten hier Bauland erschließen. Doch im Gegensatz zum Baugebiet Vogelwarte I, erwies sich dieser Bereich als äußerst schwierig. Ob Haselmaus oder Schlingnatter oder zwei Anwohner, die alle Mittel gegen die Bebauung einsetzen, bis jetzt ist dort noch kein Spatenstich erfolgt.
Doch die Investoren erlaubten dem Imkerverein, hier ihren Lehrbienenstand wieder zu errichten. Der hat an diesem Ort eine lange Geschichte vorzuweisen (siehe Info-Kasten).
„Wir haben die ganzen Jahren keinen Pfennig vom Imkerverein genommen, aber ihnen zur Auflage gemacht, das Gelände und das Haus zu pflegen“, erklärt Investor Franz Prein auf Nachfrage. „In den ersten Jahren ist das auch geschehen, doch in den vergangenen Jahren ist ein Pflege- und Renovierungsstau entstanden.“ Daher haben sich beide Parteien vor kurzem zusammengesetzt. „Wir haben dem Imkerverein das Angebot gemacht, das Gelände, rund 1000 Quadratmeter mitsamt dem Gebäude, für 150 bis 180 Euro im Monat zu mieten.“ Imker können sich Miete nicht leisten Das wiederum ist für den Imkerverein nicht tragbar. „Wir haben durch die Beiträge unserer 90 Mitgliedern nur rund 1000 Euro Einnahmen im Jahr“, so Edgar Neuhaus. „Außerdem müssten wir auch sämtliche Nebenkosten tragen. Hinzu kommt, dass wir keine intakte Wasserversorgung haben. Auch das ist eine Investition, die wir nicht stemmen können.“ Daher ist der Imkerverein auf der Suche nach einem neues Gelände für seinen Lehrbienenstand. „Kurzfristig benötigen wir aber auch eine Lagermöglichkeit für unser Material“, so Edgar Neuhaus. „Wir schulen Jung-Imker und bringen vielen Menschen, von Schulklassen angefangen, die Wichtigkeit der Bienen und der Imkerei nah. Es wäre schade, wenn wir das in Zukunft aufgeben müssten.“
Für die Investoren ist zurzeit kein Ende ihrer Schwierigkeiten in Sicht. „Wir haben das Gebiet damals vom Land gekauft und jetzt kommt der Paragraph 47a noch mit ins Spiel. Danach sind alle mit öffentlichen Mitteln geförderten Anpflanzungen außerhalb des Waldes und im baulichen Außenbereich gesetzlich geschützte Landschaftsbestandteile und dürfen nicht beschädigt oder beseitigt werden“, so Franz Prein. „Beim ersten Teil der Erschließung und Bebauung spielte das keine Rolle, aber jetzt kommt das auch noch in die Diskussion.“

Immerhin: Das Thema Haselmaus und Schlingnatter dürfte sich erledigt haben. Prein zufolge hat ein Gutachten ergeben, dass beide Tierarten auf dem Gelände nicht ihren natürlichen Lebensraum hätten.
Lehrbienenstand hat lange Tradition
Schon 1930 wurde dort ein Gärtnerhaus erbaut, in dem der Bienenmeister und Gärtner Karl Sery wohnte. Die Vogelschutzstation in Altenhundem, in der auch ein Lehrbienenstand errichtet wurde, stand zunächst unter der ehrenamtlichen Leitung von Studienassessor Schirmer. Der Lehrbienenstand blieb schließlich bis zu Ausscheiden von Imkermeisters Karl Sery 1969 in Betrieb. Danach wurde er nicht mehr als Bienenstand genutzt. Karl Sery wurde auch eine private Bienenhaltung auf diesem Gelände untersagt.

Als das gesamte Gelände vom Land verkauft werden sollte, hat der Imkerverein Altenhundem von der Stadt, Kreis, Bezirksregierung bis zur Landesregierung direkt und über die Parteien gebeten, man möge den Lehrbienenstand beim Verkauf ausklammern und ihn zum Nutzen der Imkerei bestehen lassen. Doch die Anträge fanden kein Gehör. Aber die neuen Besitzer Behle und Prein boten dem Imkerverein Altenhundem den Lehrbienenstand zur Pacht an.

Nach einer Renovierung durch tatkräftige Unterstützung der Imker und großzügige Geldspenden konnte der Lehrbienenstand im Juni 1997 wieder eröffnet werden.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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