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Lennestadt, Oedingen, 17. Mai 2015

Lintloe-Markt: "Dorf mit Geschichte(n) stellt sich vor"

Vergangenheit und Gegenwart direkt nebeneinander

Das Theaterstück
Das Theaterstück "Gerichtsverhandlung Anno 1726" sorgte für Heiterkeit.
Foto: Gräbener
Bierbrauer, Wasch- und Butterfrauen und ein Richter der Inquisition: Rund um den Lintloe-Brunnen in Oedingen war die Historie am Wochenende zum Greifen nah. Und doch kam auch die Gegenwart nicht zu kurz.

Vor 15 Jahren hatte der Ort sein 1000-jähriges Bestehen gefeiert. Daran soll nun im Fünf-Jahres-Rhythmus unter dem Motto "Oedingen - Ein Dorf mit Geschichte(n) stellt sich vor" erinnert werden.

In traditionelle Trachten gekleidet, zeigten Butterfrauen und Bierbrauer, wie viele Handgriffe damals nötig waren, um Butter und Bier herzustellen.
Zu Besuch bei traditionell gekleideten Butterfrauen.
Sie setzten damit einen Kontrapunkt zur Moderne, in der technische Innovationen, Schnelllebigkeit und Supermärkte an der Tagesordnung sind, und brachten insbesondere die jüngeren Besucher des Lintloe-Markts zum Staunen.
Kinder schlagen unter Anleitung von Dachdeckermeister Michael Krause Herzen aus Schieferplatten.
Einblicke in ihr Handwerk gaben darüber hinaus Dachdeckermeister Michael Krause und Bäcker Jörg Tröster. Letzterer demonstrierte den Besuchern, wie das Oedinger Backhausbrot hergestellt wird, während Kinder bei Krause selbst zum Hammer griffen und unter fachmännischer Anleitung Herzen aus Schieferplatten schlagen durften.

Außerdem wurde am Samstag und Sonntag ein historisches Schützenfest gefeiert. Dabei wurde der Vogel abgeworfen statt abgeschossen. Außerdem gab es eine historische Feuerwehrübung.

Einblicke in eines der dunkelsten Kapitel des Christentums, die Inquisition, lieferte die "Gerichtsversammlung anno 1726". In dem Theaterstück urteilte ein Richter über Angeklagte, deren Vergehen an den Haaren herbeigezogen waren. Die Inszenierung setzte auf Übertreibung und augenzwinkernde Momente und erntete damit Lacher und Applaus.
Das inszenierte Inquisitionsgericht verurteilte Verbrecher.
Für weitere Unterhaltung war in dem großen Zelt gesorgt, das in der Dorfmitte aufgebaut worden war und Platz bot für ein abwechslungsreiches musikalisches und schauspielerisches Programm.

Am Samstagabend ging es dann zünftig zur Sache: Das "Riedberg-Quintett" hatte sich aus Österreich auf den Weg nach Oedingen gemacht. Die Gäste aus den Alpen erwiesen sich als echte Entertainer, die nicht nur Meister der Oberkrainer-Musik sind, sondern bewiesen, dass sie auch vor Hardrock nicht zurückscheuen. Der Auftritt des "Riedberg-Quintetts" war Bestandteil der "Oenetaler Partynacht", die in die Feierlichkeiten rund um den Brunnen eingebunden waren. (LP)
Bürgermeister Stefan Hundt eröffnete das dreitägige Fest um den Lintloe-Brunnen mit dem Fassanstich.

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