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Lennestadt, Lennestadt/Attendorn, 21. Juli 2015

Niederländischer Fanclub des „Heinkel Tourist"-Motorrollers macht Urlaub im Kreis Olpe

Unterwegs auf zweirädrigen Klassikern

Mit dem Heinkel Tourist durchs Sauerland
Foto: Sven Prillwitz
Gehen Holländer auf Reisen, sind sie mit einem Wohnwagen unterwegs, besagt eines der gängigsten deutschen Klischees über den Nachbarn. Der „Heinkel Club Nederland" macht es anders: 25 Mitglieder erkunden auf den als Klassikern geltenden Rollern derzeit den Kreis Olpe und das Sauerland.

In Altenhundem sorgte die niederländische Reisegruppe am frühen Dienstagnachmittag für erstaunte Blicke: Rund 15 „Heinkel Tourist"-Motorroller, die die Ernst Heinkel Flugzeugwerke von 1953 bis 1965 herstellten, befuhren die Hundemstraße und machten schließlich vor dem Postgebäude Halt. Während der Großteil der Gruppe in einem nahegelegenen Eiscafé eine Pause einlegte, behielten zwei Mitglieder die Roller im Blick, beantworteten Fragen interessierter Passanten und ließen sich mit den Fahrzeugen fotografieren.

„Jedes Jahr machen wir ein Treffen, bei dem wir eine Woche lang irgendwo in den Niederlanden, in Belgien oder in Deutschland unterwegs sind", sagte Karl Schellekens. Immer im Wechsel sei ein Mitglied dafür zuständig, ein Reiseziel und einzelne Etappen festzulegen. Schellekens und seine Mitstreiter - der jüngste ist 38, der älteste 80 Jahre alt - verbringen ihr einwöchiges Treffen in diesem Jahr auf dem Campingplatz an der Bigge in Attendorn - jedenfalls abends. Bis zu 150 Kilometer legten die Fans des klassischen Gefährts, einheitlich in rote Club-Polo-Shirts gekleidet, tagsüber im Kreis Olpe und im Sauerland zurück. Beliebtes Gefährt während des Wirtschaftsaufschwungs Auf bis zu 90 Stundenkilometern lassen sich die Motorroller mit 174 Kubikmetern Hubraum und Viergang-Klauengetriebe laut Schellekens beschleunigen. Der „Heinkel Tourist" galt zu Zeiten des deutschen Wirtschaftswunders als beliebtes Fortbewegungsmittel, das günstiger war als ein Auto und zudem eine Alternative zum Zweitakt-Roller, Moped oder Motorrad darstellte.

Wenn es zurück auf den Campingplatz geht, bewahrheitet sich das Klischee allerdings doch wieder: Dann wohnen Schellekens und Co. tatsächlich in Wohnwagen. Und treten natürlich auch mit diesen die Heimreise an.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

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