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Lennestadt, Lennestadt-Maumke, 19. November 2015

50 Zuhörer verfolgen Podiumsdiskussion der CDU

Überdurchschnittlich gute Angebote zur Sterbebegleitung

Die Diskussiontseilnehmer um die CDU-Bundestagsabgeordnete des Märkischen Kreises, Christel Voßbeck-Kayser (Mitte).
Die Diskussiontseilnehmer um die CDU-Bundestagsabgeordnete des Märkischen Kreises, Christel Voßbeck-Kayser (Mitte).
„Es ist nicht die Angst vor dem Tod, sondern die Angst vor dem Sterben, die Menschen fürchten.“ Mit diesen Worten läutete die CDU-Bundestagsabgeordnete des Märkischen Kreises, Christel Voßbeck-Kayser, die Podiumsdiskussion zum Thema der Sterbebegleitung ein. Zur gemeinsamen Veranstaltung des CDU-Stadtverbandes, der Frauen Union und der Senioren Union Lennestadt waren Vertreter aus Politik, Medizin, Kirche und Vereinen in der Schützenhalle Maumke zusammengekommen.

Nachdem der Bundestag entschieden hatte, assistierte Sterbehilfe zu verbieten, hätten die Organisatoren „einen Schritt in Richtung Sicherheit und Aufklärung machen“ wollen, sagte Kerstin Brauer, Vorsitzende des CDU-Stadtverbands. Sie diskutierte mit Voßbeck-Kayser sowie Pfarrer Heinrich Schmidt (Vorsitzender des St. Elisabeth-Hospizvereins), Pfarrer Martin Behrensmeyer (Ev. Kirchengemeinde Lennestadt-Kirchhundem), Dr. med. Reinhard Hunold und Jutta Voss (Camino Hospizdienst) vor rund 50 Zuhörern. Dabei ging es auch um die neuen Perspektiven durch Palliativ- und Hospizangebote.

Einig waren sich die Gesprächsteilnehmer darüber, dass der Kreis Olpe überdurchschnittlich gut aufgestellt sei, was die Versorgung Sterbenskranker angeht: Sowohl die Betreuungsangebote wie auch die personellen Ressourcen und wichtigen Netzwerkstrukturen funktionieren sehr gut. Dr. Hunold: Keine Bitte um Sterbehilfe Voßbeck-Kayser erläuterte die neue Ausgangslage, die durch den Beschluss des Bundestages entstanden sei und die Notwendigkeit des Ausbaus von Palliativ- und Hospizangeboten mit sich bringe. Die beiden Pfarrer berichteten vor allem über ihre seelsorgerische Arbeit mit den Menschen vor Ort. Dr. Reinhard Hunold stellte als Vorsitzender des Palliativnetzwerks Olpe dar, wie sein Berufsstand mit dem Thema Sterben und Sterbebegleitung umgeht. Den Wunsch nach gezielter Hilfe zur Selbsttötung habe ihm gegenüber in seiner dreißigjährigen beruflichen Tätigkeit nie jemand geäußert. Allerdings begleiteten er und die Palliativmediziner im Kreis Olpe Sterbende und Patienten jeden Alters intensiv und richteten sich stets gezielt nach ihren Wünschen. 80 Prozent wollen zu Hause sterben Die Gäste wollten sich an diesem Abend vor allem ein Bild über den genauen rechtlichen Rahmen zum Lebensende machen. „Wie hilft eine Patientenverfügung und wie sieht die Begleitung durch die Palliativ- und Hospizdienste vor Ort im Kreis Olpe aus?“, wurde etwa gefragt. „80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger haben den Wunsch, zu Hause zu sterben. Diesen Wunsch tragen wir mit dem Gesetz zum Auf- und Ausbau der Palliativ- und Hospizstrukturen, auch für den häuslichen Bereich, Rechnung“, erklärte Christel Voßbeck-Kayser.

Das vom Bundestag beschlossene Verbot der geschäftsmäßigen, organisierten Sterbehilfe begrüßten sowohl die fünf Experten als auch die anwesenden Gäste an diesem Abend. (LP)

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