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Lennestadt, Lennestadt-Altenhundem, 19. Oktober 2015

Mitgliederversammlung des Aktionsrings Altenhundem / Diskussion um Öffnungszeiten und verkaufsoffene Sonntage

"Schnuckelige kleine Stadt, in der man gut einkaufen kann"

2. Vorsitzender Alexander Kremer (l.) und Vorsitzender Alfred Stuhlmann (r.) im Gespräch mit Marco Butz (Referent der IHK Siegen) und Christin Worbs (IHK Mittlerer Niederrhein Krefeld).
2. Vorsitzender Alexander Kremer (l.) und Vorsitzender Alfred Stuhlmann (r.) im Gespräch mit Marco Butz (Referent der IHK Siegen) und Christin Worbs (IHK Mittlerer Niederrhein Krefeld).
Fotos: Kerstin Sauer
"Ich kann einfach nicht verstehen, warum wir in Altenhundem nicht alle vier möglichen verkaufsoffenen Sonntage ausnutzen." Die Ungeduld war Ulrich Bartmann (Uli's Corner, Uli Fashion) anzumerken: Seit neun Jahren stellt er während der Mitgliederversammlung des Aktionsrings Altenhundem im "Ilot" diese Frage - und doch bleibt alles beim Alten. Doch es gibt Hoffnung: "Wir werden die Sache jetzt in den Stiel stoßen", versprach Alexander Kremer, 2. Vorsitzender des Aktionsrings.

Zur Erklärung: In Lennestadt dürfen die Geschäfte an vier Sonntagen im Jahr öffnen. Drei Termine stehen in Altenhundem fest: während des Frühlings-, des Herbst- und des Weihnachtsmarktes. Der vierte verkaufsoffene Sonntag hat seinen Platz im September, parallel zum Kartoffelmarkt in Grevenbrück. Und nicht alle Geschäftsleute in Altenhundem möchten an diesem Sonntag - kurz vor dem Herbstfest im Oktober - ihre Türen öffnen. Kontroverse Gespräche Alexander Kremer kennt das Problem. Seit Jahren wird in Altenhundem darüber diskutiert. Auch im Vorstand des Aktionsrings. "Sehr kontrovers", sagt er. Da gibt es die einen, die den vierten verkaufsoffenen Sonntag stark befürworten. Vor allem die Modehäuser. Und die anderen, die betonen: "Der September ist für uns ein toter Monat, da werden wir nicht öffnen."

Gastronom Andreas Cordes sprach Tacheles: "In der Gastronomie müssen wir auch immer öffnen, an guten wie an schlechten Tagen, bei Wind und Wetter." Einzig der Wunsch der Kunden zähle, betonte er - und schnitt gleich das nächste heikle Thema in der Altenhundemer Geschäftswelt an: Die Ladenöffnungszeiten. Kernöffnungszeiten Cordes: "Hier darf man nicht über einzelne Stunden sprechen, den Stundenlohn oder wann es sich lohnt zu öffnen. Es geht hier nur um eins: Wir sind eine schnuckelige kleine Stadt, in der man gut einkaufen kann." Kurz: Kernöffnungszeiten müssen her. Das betonte auch Michael Fischer (Modehaus Fischer): "Die Kunden müssen das Gefühl haben, dass es sich lohnt, nach Altenhundem zu fahren, um dort ihre Zeit gut nutzen und in Ruhe einkaufen zu können."

Alexander Kremer war sofort einverstanden: "Wir machen jetzt was fest und geben das dann als Empfehlung an die Mitglieder des Aktionsrings raus." Denn: Jeder Geschäftsmann, jede Geschäftsfrau darf natürlich selbst entscheiden, wann er öffnet und wann er schließt - die Empfehlung beruht letztlich nur auf der Hoffnung, dass sich möglichst viele Mitglieder anschließen. In der nächsten Vorstandssitzung werde man einen Vorschlag ausarbeiten und diesen den Mitgliedern zukommen lassen. Ebenso lautete der Vorschlag für den nächsten verkaufsoffenen Sonntag im September: In einer Gemeinschaftsaktion will man diesen bewerben - wer sich beteiligt, ist wiederum jedem selbst überlassen.

Mit Problemen dieser Art im Einzelhandel kennen sich Marco Butz, als Referent der IHK Siegen für Lennestadt zuständig, und Christin Worbs (IHK Mittlerer Niederrhein Krefeld) bestens aus. Letztere referierte während der Mitgliederversammlung daher über das Thema "Heimat Shoppen", einer Image-Kampagne der IHK unter Federführung der IHK Krefeld und des Landes NRW. Ziel: Umdenken beim Kunden Ziel, so Worbs, sei es, beim Kunden ein Umdenken zu erreichen: Sieh, wie wichtig deine Region ist und wie gut du hier einkaufen kannst. Und zwar, so betonte sie, "ohne mit dem Finger auf das böse Internet zu zu zeigen. Vielmehr soll der Kunde die Vorteile realisieren, die das Einkaufen vor Ort bietet: kurze Fahrwege, Unterstützung des örtlichen Handels etc.

Mittel zum Zweck sei bei "Heimat Shoppen" eine groß angelegte Öffentlichkeitsarbeit, immer gekennzeichnet mit dem eigenen Logo, und als Abschluss ein Aktionstag, an dem jeder Einzelhändler besondere Angebote bereit hält. "Ein Werbemittel ist dabei u.a. die Einkaufstüte mit dem "Heimat Shoppen"-Logo", erklärte Worbs und verwies auf den Wiedererkennungswert. Aus den Reihen des Aktionsrings gab es fast ausschließlich positive Rückmeldungen für diese Kampagne. Gemeinsam mit der IHK Siegen wird nun geplant, wie sich die Aktion im hiesigen Raum umsetzen lässt.
Ein Artikel von Kerstin Sauer

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