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Lennestadt, 13.11.2020

Probebetrieb endet

SAM dreht letzte Runde durch Altenhundem

Der autonome Bus SAM während der Fahrt auf der Helmut-Kumpf-Straße in Altenhundem.
Der autonome Bus SAM während der Fahrt auf der Helmut-Kumpf-Straße in Altenhundem.
Nils Dinkel
Altenhundem. „Letzte Fahrt. Einmal einsteigen bitte“, hieß es am Freitag, 13. November, in Altenhundem. Nach vier Monaten endete hier jetzt der Probebetrieb des autonomen Busses „SAM“. Die ZWS zieht nun Bilanz.

Mit einer Geschwindigkeit von 15 Stundenkilometern fuhr SAM montags bis freitags durch Altenhundem. Vom Marktplatz bis zu den Lennewiesen nahe der Sauerlandhalle war der mit Sensoren und Kameras ausgestattete Bus autonom, also selbstfahrend, unterwegs. Im Zweifelsfall war immer ein Operator an Board, der händisch eingriff, wenn dann doch einmal etwas Unvorhersehbares passierte.

Doch es lief nicht immer alles glatt: Der autonome Bus war einmal in einen Unfall verwickelt, wonach der Probetrieb jedoch zügig weiterging. Außerdem waren Reparaturen fällig, wodurch SAM ebenfalls ausfiel. Auch mit Blick auf das stark von Fahrzeugen und Fußgängern frequentierte Altenhundem kam es im Testbetrieb häufig zu Problemen.


„Obwohl es zahlreiche Halteverbots-Flächen gab, brachten Falschparker den Bus immer wieder ins Wanken, sodass der Operator einzugreifen hatte oder der Bus stehen blieb“. Vielen fuhr der Bus zudem zu langsam und sie überholten ihn, oder fuhren ihm zu dicht auf“, drückt Günter Padt, Geschäftsführer beim Zweckverband Personennahverkehr Westfalen-Süd, sein Unverständnis aus.

SAM legt 1.400 Kilometer zurück

Der Bus legte von Juli bis November rund 1.400 Kilometer zurück. In Drolshagen, ebenfalls für den ZWS, waren es 1.700 Kilometer. „Hier war die Strecke aber auch länger“, sagt Günter Padt. An 64 Betriebstagen beförderte SAM 1.188 Fahrgäste. Dem ZWS lagen Auswertungen vom 6. November vor.

„Vom Grunde her sind die Erwartungen erfüllt, die unsererseits an das System geknüpft waren“, betont der ZWS-Geschäftsführer. Ein solcher Test durchlaufe drei Stufen, zunächst die Machbarkeit, den Betrieb im öffentlichen Raum und abschließend der flächendeckende Einsatz. In Lennestadt sei Stufe zwei durchlaufen worden.


Für die abschließende Stufe drei habe man in Lennestadt einiges lernen können. So müsse SAM besser auf die äußeren Einflüsse eingestellt werden. Außerdem sei er zwar rundherum durch Sensoren abgesichert, jedoch sei etwas für die passive Sicherheit auf der Fahrzeugseite zu tun.

Mehr Akzeptanz erhofft

Günter Padt hätte sich für den Probetrieb mehr Rückhalt aus der Bevölkerung gewünscht. Man wollte alternative Mobilitätskonzepte untersuchen, um in der Zukunft etwas wie eine „Tür-an-Tür-Anbindung“ zu erreichen. Die Zielsetzung sei, Bereiche zu erschließen, die nicht mehr an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sind. Ohne vorhandene Akzeptanz für ein solches Projekt könne das nicht funktionieren.

Im Dezember findet laut Günter Padt ein Abschlussgespräch mit allen Beteiligten (Städte Drolshagen und Lennestadt, ZWS, Mennekes, Krah und Bigge Energie) statt. Im ersten Sitzungsblock 2021 will die ZWS die bisherigen Ergebnisse in der Verbandsversammlung präsentieren. Dann sollen auch die weiteren Überlegungen für die dritte Stufe erörtert werden.

Ein Artikel von Nils Dinkel

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