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Lennestadt, Lennestadt, 10. September 2015

Stadt stellt sich auf Unterbringung von 250 weiteren Flüchtlingen ein / Hauptschule Elspe als Unterkunft

Rat stimmt über Anschaffung von Wohncontainern ab

Stadt will Wohncontainer für Flüchtlinge anschaffen
Foto: Sven Prillwitz
Die Stadt Lennestadt geht nach derzeitigem Stand davon aus, bis Jahresende 250 weitere Flüchtlinge und Asylsuchende unterbringen zu müssen. Weil es bei der Suche nach geeignetem Wohnraum im Stadtgebiet bereits jetzt zu Engpässen komme, plant die Verwaltung die Anschaffung dreier Wohncontaineranlagen per Dringlichkeitsentscheidung. Außerdem soll die ehemalige Hauptschule in Elspe als Unterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber genutzt werden.

Nach vorheriger Beratung im Ältestenrat habe er beschlossen, die Dringlichkeitsentscheidung einzuholen, erklärt Bürgermeister Stefan Hundt in der Sitzungsvorlage 9027/2015 zur nächsten Ratssitzung am 16. September. Drei Punkte beinhaltet das Dokument, das Hundt und SPD-Fraktionschef Heinz Vollmer als Ratsmitglied der zweitstärksten Fraktion unterzeichnet haben: die „beschränkte Ausschreibung zur Anschaffung von drei Wohncontaineranlagen“ für 150 Menschen, die hierfür notwendige Bereitstellung von 2,4 Millionen Euro im Haushalt für 2016 und die Suche nach geeigneten Grundstücken. Reaktion auf „drastisch verschärfte“ Situation Die Dringlichkeitsentscheidung sei eine Reaktion auf die weiter steigende Flüchtlingszahl und die Unterbringungssituation, die sich „bundesweit drastisch verschärft“ und zu einem Konkurrenzkampf um Wohnraum-Ressourcen entwickelt habe: „Da alle Kommunen (…) die gleichen Probleme aufweisen, weiten sich die Lieferzeiten, z.B. von Containeranlagen, aus. Erst mit Auftragserteilung können halbwegs verbindliche Lieferzeiten zugesichert werden“, schreibt Hundt in der Sitzungsvorlage weiter. Und: „Parallel hierzu prüft der Bereich Liegenschaften, unter Berücksichtigung der bisher in den politischen Gremien beratenen und beschlossenen Maßnahmen, geeignete Standorte.“

Außerdem sollen 50 „bereits eingeplante Asylbewerber“ künftig in der ehemaligen Hauptschule Elspe einquartiert werden. Unter Umständen könnten es zeitweise auch mehr Menschen werden, sollte der Stadt aufgrund von Bau- und Lieferzeiten für die Wohncontainer bis dahin nicht ausreichend zusätzlicher Wohnraum zur Verfügung stehen. Bürgerversammlung am 23. September „Im Moment ist gewaltig Druck auf dem Kessel. Wir versuchen aber, die Menschen weiter vernünftig dezentral unterzubringen und möglichst gleichmäßig auf das Stadtgebiet und nach Einwohnerzahl zu verteilen“, sagt Hundt auf Nachfrage von LokalPlus. Für Mittwoch, 23. September, kündigt der Bürgermeister eine Einwohnerversammlung in der Schützenhalle Elspe an (Beginn: 18.30 Uhr). Hundt spricht von einer „Versammlung der anderen Art“, weil die Verwaltung nicht nur ihr Konzept zur Bewältigung der Situation vorstellen, sondern vor allem auch gezielt den Dialog mit den Bürgern suchen wolle.

„Wir haben in Lennestadt das große Glück, dass es verschiedenen Orten Gruppen und Leute gibt, die aktiv sind und helfen. Darauf bauen wir auch jetzt, denn jedes Dorf muss bei dieser Herausforderung jetzt sein Päckchen tragen“, sagt Hundt.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

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