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Lennestadt, 07. Februar 2020

818.000 Euro

Pfarrgemeinde investiert in die Erhaltung der Dorfkirche Saalhausen

Alfons Heimes aus dem Kirchenvorstand sagte, dass seit 2000 bundesweit mehr als 500 Kirchen geschlossen hätten. Sie seien abgerissen oder für eine andere Nutzung bestimmt worden. Das solle in Saalhausen nicht passieren.
Alfons Heimes aus dem Kirchenvorstand sagte, dass seit 2000 bundesweit mehr als 500 Kirchen geschlossen hätten. Sie seien abgerissen oder für eine andere Nutzung bestimmt worden. Das solle in Saalhausen nicht passieren.
Fotos: Nils Dinkel
Saalhausen. Das Gotteshaus an der Winterberger Straße in Saalhausen ist in die Jahre gekommen. Das heutige Aussehen erhielt die katholische Pfarrkirche im Zuge von Renovierungsarbeiten in den 1980er Jahren. Die letzte große Sanierung fand in den 1960er Jahren statt. Nun nimmt die Pfarrgemeinde erneut Geld in die Hand. „Jede Generation muss einmal in ihre Kirche investieren. Jetzt sind wir dran“, so Alfons Heimes.

Über die Pläne ist am Donnerstagabend, 6. Februar, bei einer Bürgerversammlung in der Pfarrkirche informiert worden. Zahlreiche Gläubige des Pastoralen Raumes Lennestadt und aus der Pfarrei „St. Jodukus“ zeigten sich am Erhalt der Kirche interessiert. Kirchenvorstandsmitglied Alfons Heimes erzählte, dass sich das Investitions-Volumen auf etwa 818.000 Euro belaufe.
Die Saalhauser Pfarrkiche befindet sich im Ortskern. Der „alte Teil“ stammt aus dem 14. Jahrhundert. Der „neue Teil“ ist vor 110 Jahren eingeweiht worden. Vor 111 Jahren, im Jahr 1909 erfolgte die Grundsteinlegung. Der prägnante Kirchturm ist 42 Meter hoch.
Das Architekturbüro Clemens und Maas aus Arnsberg stellte die geplanten Maßnahmen vor. „Wir haben die Chance, neue Akzente zu setzen und die Kirche auch für die nachfolgende Generation attraktiv zu gestalten“, so Architektin Mechthild Maas. „Dabei soll und muss das Denkmal erhalten bleiben“. So soll im Altarraum mehr Platz geschaffen werden und die Kommunionbänke weichen.
Der alte und der neue Teil sollen mit einer Glasabtrennung getrennt werden. Die jetzige Heizungsanlage soll so umgerüstet werden, das beide Teile separat voneinander beheizt werden können.
Der Altar, der in Teilen aus der Kanzel besteht, wird erneuert. Die Architektinnen Mechthild Clemens und Barbara Maas zeigten sich erfreut, dass die Kanzel in ihren Einzelteilen weitestgehend erhalten sei. Sie soll ihrem ursprünglichem Zweck zurückgeführt werden. In „der alten Kirche“ sollen durch eine Glasabtrennung kleine Zeremonien stattfinden können.

Dieser Teil soll von außen und innen begehbar sein, erklärten die Architektinnen. Heimes fügte an, dass sich diese Planung als äußerst schwierig gestaltet habe. Die Kirche, die in Teilen noch aus dem 14. Jahrhundert stamme, stehe unter Denkmalschutz. So müsse alles unter anderem mit der Denkmalbehörde abgestimmt werden. Am Gemäuer dürfe nichts verändert werden.

Das Taufbecken soll einen Platz am Eingang finden, der Opfertisch soll in die Mitte der Kirche rücken und auch der Beichtstuhl wandert an einen anderen Ort. Auch die Modernisierung von Licht- und Beschallungsanlage und den wiederkehrenden Schimmel zu beseitigen hat der Kirchenvorstand auf der Agenda. Die Kirchengemeinde Saalhausen hat also große, aber auch dringend notwendige Pläne gefasst. Die Kirchengemeinde muss etwa 45 Prozent der Summe stemmenDie Finanzierung des Projektes stellt die Kirchengemeinde vor eine große Hürde. Der Stand der Planungen entspreche der Finanzierungsgrundlage vor drei Jahren. Die Kosten-Kalkulation bezifferte sich auf 818.000 Euro, wovon etwa 366.000 Euro aus Eigenmitteln getragen werden müssen.

Darin enthalten seien mögliche Fördermittel. Teilweise sind Fördermittel beantragt; weitere sollen bis August beantragt werden. „Wir werden alles ausschöpfen“, versprach Heimes. Erst wenn die Fördermittel von Land, Bund und Co. bewilligt seien, könne die Sanierung starten, so Heimes. Er glaubt, dass es 2021 so weit sei. Den Restbetrag in Höhe von 443.066 Euro steuert das Erzbistum Paderborn hinzu. In die Kalkulation seien nur dringende Maßnahmen eingeflossen. Viele Wünsche seien offen geblieben. Maßnahmen, wie die Wiederaufbereitung und Polsterung der Kirchenbänke sollen außerhalb der Kalkulation erfolgen. Ein Spendenkonto ist eingerichtet.

„Die Gemeinde ist aufgefordert, etwas für den Erhalt der Kirche zu tun“, so Pfarrer Christoph Gundermann. Die Kirche sei nicht nur der Ort der Glaubensstätte. „Es ist eine große Aufgabe“, so der Pfarrer. Die Info-Veranstaltung stieß bei den Bürgern auf reges Interesse. Gottesdienste könnten während der einjährigen Renovierungsarbeiten im Jodokus-Treff, im Kur- und Bürgerhaus sowie in den Nachbargemeinden Milchenbach und Langenei stattfinden.

Im Pfarrverbund „Lennetal“ sind die Pfarrer Christoph Gundermann und Reinhard Lenz tätig, die beide anwesend waren. Nach Abschluss der Bauarbeiten sollen 288 Sitzplätze zur Verfügung stehen.
Spendenkonto:
DE37 4606 2817 0016 4742 00
Volksbank Bigge-Lenne eG
Auf Wunsch werden Spendenquittungen ausgestellt.
Ein Artikel von Nils Dinkel

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