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Lennestadt, 09. März 2018

Neue Impulse zum Thema Demenz – Lennestädter Demenzwochen

Neue Impulse zum Thema Demenz – Lennestädter Demenzwochen
Symbolfoto: Barbara Glees
Altenhundem. Unter dem Thema „(Be)-Handlungsmöglichkeiten bei Verhaltensauffälligkeiten“ referierte die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie Doktor Gerthild Stiens im Rahmen der zehnten Lennestädter Demenzwochen.

„Betreuer von Menschen mit Demenzerkrankungen fühlen sich oft durch sozial unangepasstes, nicht situationsgerechtes, länger anhaltendes Verhalten besonders herausgefordert. Einen hohen Leidensdruck gibt es daher oft bei Unruhe, ziellosem „Wandern“, verschobenem Tag-Nacht-Rhythmus und aggressivem Verhalten“, teilt das Caritas-Zentrum Lennestadt-Kirchhundem mit.

Die Referentin zeigt auf, dass neben der Persönlichkeit Reize aus dem Umfeld (zum Beispiel laute Geräusche, Hektik) und der Grad in dem Bedürfnisse befriedigt sind einen Einfluss auf das Auftreten und die Ausprägung des herausfordernden Verhaltens haben können. Möglicherweise verstärke hier auch eine Einschränkung des Demenzkranken in der Ausdrucksfähigkeit von Bedürfnissen die Verhaltensauffälligkeiten.

Daher plädiert Doktor Stiens dafür, dass die Situationen, in denen herausforderndes Verhalten auftritt, von den Betreuern von Menschen mit Demenz genau betrachtet werden, um Hinweise auf eine Ursache zu bekommen. Als erste Interventionsschritte nennt die Referentin Orientierungsmöglichkeiten für die Erkrankten zu verbessern, Stress zu reduzieren und körperliche Bedürfnisse oder Beschwerden angehen. Die Leiterin eines Gerontopsychiatrischen Zentrums in Bonn resümiert, das Medikamente erst zum Einsatz kommen sollten, wenn alle nicht-medikamentösen Handlungsmöglichkeiten nicht greifen.Weiterer Vortrag im RathausEin weiterer interessanter Vortrag im Rahmen der Lennestädter Demenzwochen findet am Dienstag, 20. März ab 18.30 Uhr im Rathaus in Altenhundem statt. Die Gerontopsychiatrische Fachkraft Annegret Müller beleuchtet in ihrem Vortrag die verschiedenen Aspekte und Situationen von Angst bei Demenzerkrankungen.

„Denn sowohl Betroffene als auch ihr Umfeld erleben Ängste und Unsicherheiten in Zusammenhang mit der Erkrankung. Menschen mit Demenz ängstigen sich zum Beispiel vor dem Verlust ihrer Selbständigkeit und Selbstbestimmung. Angehörige machen sich Sorgen, wie sich die Erkrankung auf das Zusammenleben auswirkt.

Gleichzeitig erleben sie oft, dass die Betroffenen Ängste haben und sind unsicher, wie sie damit umgehen sollen. Professionell Pflegende und Betreuende haben zum Beispiel Angst, ob sie das richtige Maß zwischen Fürsorge und Selbstbestimmung im Umgang mit Menschen mit Demenzerkrankung finden“, teilt die Caritas mit. In ihrem Vortrag gibt die Referentin aus ihrer praktischen Tätigkeit Anregungen und Tipps für den Umgang mit Ängsten in verschiedensten Situationen.
(LP)

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