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Lennestadt, 29. Mai 2017

Neue Kooperation

Netzwerk Demenz und Aktionsring Altenhundem arbeiten Hand in Hand

Netzwerk Demenz und Aktionsring Altenhundem arbeiten Hand in Hand
Symbolfoto: Barbara Glees
Altenhundem. Hand in Hand arbeiten, gemeinsam informieren und so eine breite Öffentlichkeit erreichen: Das ist das Ziel des Netzwerkes Demenz in Kooperation mit den Einzelhändlern in Lennestadt und Kirchhundem. Um über das Thema „Demenzfreundliche Kommune“ zu berichten, hatten Andreas Cordes vom Aktionsring „Altenhundem aktiv“, Claudia Hufnagel vom Pflegestützpunkt in Altenhundem sowie Birgit Eberhard vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) am Montag, 29. Mai, zu einem Gespräch eingeladen.

Das Netzwerk Demenz gibt es im Kreis Olpe seit dem Jahr 2007. Ziel der Institutionen und Akteure ist es, die Situation von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen zu verbessern – durch Informationen, Beratung, Aufklärung.

Birgit Eberhard dazu: „Rund um den Weltalzheimertag am 21. September planen wir immer besondere Veranstaltungen, um uns als Beratungsstelle bzw. Ansprechpartner vorzustellen und auf Möglichkeiten der Unterstützung hinzuweisen.“ So wurde beispielsweise schonmal ein Film im Kino gezeigt, es gab einen Info-Stand auf dem Altenhundemer Marktplatz sowie Ausstellungen von Bildern und Collagen zum Thema Demenz. Einzelhandel als Multiplikator In diesem Jahr hat sich das Netzwerk Demenz den Einzelhandel als Multiplikator ausgesucht – und rannte bei Andreas Cordes vom Aktionsring offene Türen ein. Cordes: „Wir haben uns den Service auf die Fahnen geschrieben und möchten unsere Mitglieder für das Thema sensibilisieren.“

Soll heißen: Gerade die Mitarbeiter im Einzelhandel – die Verkäufer in den Geschäften, die Mitarbeiter der Gastronomie, die Angestellten in den Banken – haben viel Kontakt zu ihren Kunden und können in vielen Situationen helfen.
Informierten über die gemeinsame Aktion: (von links) Claudia Hufnagel, Andreas Cordes und Birgit Eberhard.
Aus eigener Erfahrung weiß Andreas Cordes, dass einfache Hilfestellungen oft reichen. So erinnert er sich an eine ältere Dame, die vor einigen Jahren hilflos auf dem Marktplatz stand. Von ihm angesprochen, erklärte sie, dass sie auf der Suche nach einem Geschäft an der Hundemstraße sei. Dass dieser Laden schon vor Jahren seinen Standort gewechselt hatte, wusste die Dame nicht. Schnell konnte ihr geholfen werden.

„Darum geht es“, betont Andreas Cordes, „man muss die Augen offen halten und seine Hilfe anbieten.“ Und Claudia Hufnagel verweist an dieser Stelle auf die Schnittstelle zwischen Einzelhandel und dem Netzwerk Demenz: „Wir möchten Schulungen für die Einzelhändler, Banken und andere Einrichtungen anbieten und über das Thema informieren.“ Geplant ist, interessierte Teams in einem kostenlosen Vortrag von anderthalb bis zwei Stunden zu beraten und ihnen die wichtigsten Infos mit auf den Weg zu geben. Hufnagel: „Bei Interesse bieten wir auch gerne eine Folgeveranstaltung an.“ Erfolge in Olpe In Olpe wurde das Angebot des Netzwerkes Demenz schon rege genutzt: So wurde schon die komplette Polizei geschult, teilweise haben auch Banken das Angebot in Anspruch genommen. Damit es auch in Altenhundem und Umgebung genutzt wird, informiert der Aktionsring – per Mail, im persönlichen Gespräch, bei der Herbstversammlung – seine Mitglieder über Kontakte und Möglichkeiten des Netzwerkes. Sein Ziel: Probleme sehen, erkennen und helfen.

„Demenz ist keine Pest oder Cholera, sondern eine Station im Leben“, betont Andreas Cordes abschließend. „Wir dürfen über diese Krankheit kein Mäntelchen des Schweigens hängen, sondern müssen offen und ehrlich damit umgehen und helfen, wo es nur geht.“
Infos bei Claudia Hufnagel unter Tel. 02723/7192526
Ein Artikel von Kerstin Sauer

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