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Lennestadt, 13. Februar 2020

Investor gesucht

Nach 108 Jahren wird Bahnhofsgebäude in Meggen abgerissen

Bald ist das Bahnhofsgebäude in Meggen Geschichte.
Bald ist das Bahnhofsgebäude in Meggen Geschichte.
Foto: Nils Dinkel
Meggen. In Meggen sind die Bagger angerückt: Hier reißt die Stadt Lennestadt als Eigentümerin der Immobilie gerade das alte und marode Bahnhofsgebäude ab. 2017 war das Gebäude an der Albrecht-Dürer-Straße in den Besitz der Stadt übergegangen. Die Stadt sucht jetzt einen Investor.

Das Bahnhofsgebäude ist der Stadt schon lange ein Dorn im Auge gewesen. Die Schäden an dem Objekt waren enorm. So bröckelte regelmäßig Putz in die Bahnhofsunterführung, der Keller war feucht und das Dach war auf der Bahnseite eingedrückt. „Das wäre eine Baustelle mit vielen heftigen Überraschungen geworden. Das hätte man schon vor 30 Jahren in Angriff nehmen müssen“, sagte Bürgermeister Stefan Hundt. Im Ausschuss für Stadtwerke und Tiefbau hatte der Bürgermeister im September 2019 erklärt, dass wegen der Unterführung noch Klärungsbedarf mit der Deutschen Bahn bestehe und sich der lang gewünschte und geplante Abbruch des Gebäudes verzögere.

Was mit der freien Fläche im Meggener Ortskern geschieht, ist laut Bürgermeister noch nicht in Stein gemeißelt. Für den Übergang soll an der Bahnhofs-Unterführung eine hölzerne Überdachung angebracht werden. Stadt sucht InvestorDie Stadt setze sich derzeit intensiv wegen der angedachten Sanierung der Unterführung mit der Deutschen Bahn auseinander. Weiterhin habe die Stadt die Entwicklung der Fläche im Blick, die zunächst hergerichtet werden soll. Hundt ist guter Dinge, dass sich ein Investor für die Fläche finden wird. „Ein verrottender Baukörper ist wenig attraktiv“, so Hundt.

Umso attraktiver sei die direkte Ortsraumlage. Aufgrund der technischen Entwicklung - Bahnen werden leiser, Schalldämmungen sind effektiver - sei Bahnbetrieb kein Störfaktor mehr. So sei etwa die Schaffung von Wohnraum möglich.

Auf die Frage, ob die Stadt nicht selbst als Bauherr auftreten könne, sagte Hundt: „Das beabsichtigen wir momentan nicht. Wir haben uns zunehmend aus dem Immobiliengeschäft zurückgezogen und lassen privaten Investoren den Vortritt.“ Aus der GeschichteDer Bahnhof ist am 1. Oktober 1911 eingeweiht worden. Peter Biermann war bis 1934 erster Bahnhofsvorsteher. Bis zur Pensionierung des Bahnhofsvorstehers Tröster im Jahr 1968 war der Meggener Bahnhof eine selbstständige Dienststelle mit Fahrkartenausgabe, Gepäck- und Güterabfertigung und Rangierdienst.

Bis 1979 gab es einen personellen Fahrkartenverkauf. Mit dem Aus der Firma Sachtleben ging es schließlich auch mit dem Bahnbetrieb bergab. „Bahnnutzung gab es schon lange nicht mehr. Bis vor etwa zehn Jahren fand noch eine spärliche Kneipennutzung statt“, so der Bürgermeister.
Ein Meggener erinnerte sich, dass man damals ein Ticket für 10 Pfennig lösen musste, um die Gleise zu queren. Dafür sei ein Ticket ausgestellt worden, dass dann gelocht wurde. Nun freut sich der Mann künftig einen anderen, einen schöneren Blick auf den Ortskern zu haben. Im Bahnhofskomplex gab es neben eines Warteraums für Reisende eine Wirtschaft und eine Wohnung für den Kneipier. Bruchsteine stehen vor WiederverwendungMit den mehr als 100 Jahre alten Bruchsteinen aus dem unteren Bereich des Gebäudes möchte der Heimatverein einen Dorfplatz an der Grubenstraße gestalten. Die Steine sollen zunächst gelagert werden. Erste Planungen für den Dorfplatz laufen bereits, so Hermann Dörnemann als 2. Vorsitzender des Heimatvereins. Außerdem bittet er auf Gestaltungs-Vorschläge aus der Bevölkerung, die an ihn herangetragen werden können (Tel.: 0 27 21/8 03 48).
Unterführung gesperrt
In der Zeit von Montag 17. Februar, ab 8.30 Uhr bis voraussichtlich Mittwoch, 19. Februar, 17 Uhr ist die Bahnunterführung in Meggen von der Albrecht-Dürer-Straße in Richtung Kampstraße nur von der Kampstraße aus begehbar. Bahnreisende sollten dies bei ihrer Reiseplanung berücksichtigen.

Die innerörtliche Verbindung ist nur über die Anbindung der Kampstraße am Ortsausgang in Richtung Maumke bzw. über die Anbindung der Kampstraße in Richtung Altenhundem möglich.
Ein Artikel von Nils Dinkel

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